Schweiz
Crans-Montana

Vater des inhaftierten «Constellation»-Betreibers bricht sein Schweigen

The owners of the bar in Crans-Montana, where the deadly fire happened on New Year's Day, Jacques, left, and Jessica Moretti from France, arrive to be auditioned by the Valais public prosecutor&# ...
Jacques Moretti und seine Ehefrau Jessica.Bild: keystone

Vater des inhaftierten «Constellation»-Betreibers: «Wir sind keine Verbrecher»

Der «etwa 70-jährige» Mann verteidigte gegenüber einem Journalisten des «Le Figaro» in seiner Bar in Korsika die «Ehre» seines Sohnes.
09.01.2026, 22:5410.01.2026, 16:28

Am Freitagnachmittag, wenige Minuten nach der Gedenkfeier für die Opfer der Tragödie von Crans-Montana, veröffentlichte der französische Le Figaro einen Artikel, in dem der Vater des Besitzers der Bar «Le Constellation» sich zum ersten Mal in den Medien äusserte. Der Mann «verteidigt die Ehre» seines Sohnes.

«Was hat die Vergangenheit meines Sohnes, seine Fehler in jungen Jahren, für die er bis zum letzten Cent bezahlt hat, mit den 40 Toten zu tun?»

Im Rahmen einer Reportage auf Korsika stiess der Journalist der französischen Zeitung in der Bar, die er in Solenzara betreibt, auf diesen «massigen Mann von etwa 70 Jahren».

«Wir werden uns nicht verstecken oder untertauchen. Wir sind seriöse Menschen, keine Kriminellen! Ich kenne meinen Sohn, er würde niemals fliehen. Das ist seine Ehre. Wir denken an die Opfer, auch wir haben Angehörige und Menschen verloren, die wir geliebt haben. Wir weinen jeden Tag. Ich kann nicht mehr schlafen.»
«Wenn die Presse Jacques nun in Grund und Boden schreiben will, ist das ihre Sache. Letztendlich sind wir nur der Justiz Rechenschaft schuldig. Mein Sohn ist verantwortlich, weil es sein Betrieb ist, aber ob er schuldig ist, wird sich zeigen.»

Schliesslich erklärt der Vater, dass er nach dem Brand nach Crans-Montana gereist sei, um seinem Sohn beizustehen: «Es war das erste Mal in meinem Leben, dass ich Jacques weinen sah. Diese Situation ist sowohl für die Toten als auch für die Lebenden unerträglich.»

Jacques Moretti ist seit Freitag in Untersuchungshaft. Seine Ehefrau Jessica ist auf freiem Fuss.

(fv, Übersetzung cpf)

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98 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Baruch
09.01.2026 23:32registriert Oktober 2020
Ich habe die Reportage gelesen und finde diese Art der Berichterstattung unnötig. Der Journalist beschreibt, wie er alle im Dorf nach dem Vater fragt, bis er ihn schliesslich gefunden hat. Weil ihm die Leute nicht einfach so Auskunft geben, stellt er es so dar, als gäbe es da eine Art Omerta im Dorf.
Ich habe keine Ahnung, was das alles überhaupt sollte. Der Vater hat nichts mit der Sache zu tun und wollte nicht in die Öffentlichkeit. Wo liegt da das öffentliche Interesse?
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Katerchen
09.01.2026 23:35registriert März 2023
Wer wieviel Schuld trägt werden Gerichte ebtscheiden müssen.
Ich denke aber Gemeinde und Kanton sind nicht ganz unschuldig.
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El Mussol
09.01.2026 23:24registriert Mai 2023
Das ist schon so. Die Strafraten in jungen Jahren sind verbüsst.
Für die 40 Toten und noch mehr übel Verletzten muss er sich vor der Justiz verantworten. Mit offenem Ausgang.
Die Presse und der Internetmob sind juristisch irrelevant.
So irrelevant.
Aber dennoch haben sie grossen Einfluss auf sein gegenwärtiges und künftiges Leben.
Die Presse ist sich teilweise dieser Verantwortung bewusst.
Der Internetmob? Nicht!
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