E-Autos in der Schweiz: Zwei Hersteller fahren allen davon
Im Juli kamen fast 5000 neue E-Autos auf Schweizer Strassen. Das sind 26 Prozent aller neu zugelassenen Personenwagen. Seit Anfang Jahr ist ebenfalls fast jede vierte Neuzulassung ein Stromer, ein Plus von 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Nach einem Tesla-Zwischenhoch im Juni dominierte im Juli erneut Skoda die E-Auto-Neuzulassungen in der Schweiz; dahinter lieferten sich BMW, Mercedes, Volvo und VW ein enges Rennen um die Podestplätze. Der chinesische E-Auto-Gigant BYD rückte auf Rang 6 vor und liess bekannte Namen wie Audi und Renault hinter sich.
Allgemein schieben sich chinesische Marken wie BYD, Zeekr und Leapmotor nach vorn, während japanische Hersteller – mit Ausnahme von Toyota – weiterhin hinterherfahren.
Jahresrangliste: Skoda vor Tesla, aber der Aufsteiger heisst BYD
Mit den soliden Juli-Zahlen behauptete die tschechische VW-Tochter Skoda ihre neue Rolle als führender E-Auto-Anbieter in der Schweiz. Zuvor war Tesla bis 2025 über viele Jahre die mit Abstand erfolgreichste Stromer-Marke. Nun hat sich das Blatt gewendet: Im laufenden Jahr lieferte Skoda von Januar bis Ende Juli 3903 E-Autos aus, Tesla 3298. Alle anderen Marken folgen mit grossem Abstand.
Der Aufsteiger des Jahres heisst BYD: Der weltweit grösste Elektroauto-Hersteller steigerte seine Auslieferungen seit Anfang 2026 sprunghaft und löste hierzulande bis Ende Juli mehr vollelektrische Personenwagen als Kia, Hyundai und Toyota ein.
Noch erfolgreicher ist BYD seit Anfang Jahr mit seinen teilelektrischen Plug-in-Hybrid-Modellen, von denen die Chinesen bis Juli fast 2000 Einheiten auslieferten (gegenüber 1342 reinen E-Autos). Nur BMW setzte hierzulande in diesem Jahr noch knapp mehr Plug-in-Hybride ab. Solche Autos lassen sich wie E-Autos an der Steckdose aufladen, haben aber kleinere Batterien und zusätzlich einen Verbrennungsmotor. Da sie im Alltag laut aktuellen Studien teils weit mehr Kraftstoff verbrauchen, als die Hersteller angeben, werden sie auch als «Fake-E-Autos» kritisiert. Trotzdem wurden sie in den letzten Jahren weltweit beliebter, da sie den Herstellern helfen, ihre CO₂-Bilanz aufzupolieren, und manchen Kunden die sogenannte Reichweitenangst nehmen.
Wie rasch die Chinesen den Schweizer Automarkt erobern, zeigt ein weiterer Vergleich: Über alle Antriebsarten hinweg ist BYD in der Schweiz in diesem Jahr bereits grösser als Tesla, Ford oder Peugeot.
Noch erfolgreicher unterwegs ist hierzulande der chinesische Geely-Konzern, zu dem etablierte Marken wie Volvo aus Schweden und ganz neue, chinesische Marken wie Zeekr gehören.
Fast jeder dritte Stromer kommt aus dem VW-Konzern
Trotz der rollenden chinesischen E-Auto-Welle bleibt der Volkswagen-Konzern im laufenden Jahr mit den Marken VW, Skoda, Audi, Cupra und Porsche Marktführer bei den vollelektrischen Personenwagen. Rund drei von zehn neuen Stromern stammen von einer Volkswagen-Marke.
Chinesische Hersteller wie Geely (Rang 2 mit rund 12 Prozent Marktanteil im E-Auto-Segment) und BYD (Rang 9) legen zu. Tesla verliert gegenüber 2025 einen Rang und ist noch der drittgrösste E-Auto-Anbieter.
Diese E-Auto-Modelle sind gefragt
Auf Modellebene führten im Juli erneut zwei Elektroautos von Skoda (Elroq und Enyaq) die Rangliste an. Rang drei ging an BMWs neuen Luxus-Stromer iX3, der laut unabhängigen Tests eine reale Reichweite von über 700 Kilometern ermöglicht.
Bemerkenswert: In den Top 20 der beliebtesten E-Autos im Juli finden sich mit dem Renault 5 und Hyundai Inster nur zwei Kleinwagen, obwohl es inzwischen eine beachtliche Auswahl an relativ günstigen Elektro-Kleinwagen gibt.
Jahresrangliste: Model Y bleibt vorn
Im Jahresverlauf liegt das Model Y von Tesla in Front, allerdings mit weit geringerem Vorsprung als in den vergangenen Jahren. Tesla hat Ende 2025 ein neues Basismodell des Model Y eingeführt, um die zuvor rückläufigen Absatzzahlen wieder zu beflügeln.
Beliebteste Elektroautos im Juli 2026
In der Schweiz werden weiterhin vorwiegend grössere und teure E-Modelle gekauft. Wie bei den Verbrennern sind primär SUVs beliebt.
Rang 7: BMW iX1
Die Schweiz hinkt hinterher
Der E-Auto-Anteil der Schweiz steigt nach wie vor nur gemächlich. Die skandinavischen Länder und die Benelux-Staaten sind längst enteilt, aber nun ziehen auch Frankreich, Deutschland und Grossbritannien an uns vorbei.
Anteil vollelektrischer E-Autos (BEV) an den Personenwagen-Neuzulassungen im Juli 2026:
- Norwegen: 98 %
- Dänemark: 80 %
- Finnland: 52 %
- Niederlande: 43 %
- Schweden: 43 %
- Belgien: 43 %
- Frankreich: 35 %
- Deutschland: 29 %
- Grossbritannien: 28 %
- Schweiz: 26 %
- Türkei: 20 %
- Spanien: 12 %
- Tschechien: 8 %
- Rumänien: 7 %
- Italien: 6 %
Der europäische Vergleich zeigt: Die schlechten Rahmenbedingungen für E-Autos in der Schweiz – keine nationale Förderstrategie und fehlende Heimlademöglichkeiten – fordern ihren Tribut.
