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Cyberversicherungen: So viele Unternehmen schützen sich bereits

Cyberversicherungen: ein boomender Geschäftszweig

12.04.2026, 09:2312.04.2026, 09:26

Datendiebstahl, Ransomware, Betriebsunterbrechungen: Cyberangriffe kommen einen teuer zu stehen. Immer mehr Unternehmen und Privatpersonen investieren in eine Cyberversicherung. KMU hingegen schliessen eine solche Versicherung weniger oft ab, so der Schweizerische Versicherungsverband.

Eine Cyberversicherung deckt die Kosten ab, die einem Unternehmen oder einer Privatperson infolge eines Cyberangriffs entstehen. Dazu zählen beispielsweise Betriebsunterbrechungen oder finanzielle Verluste infolge eines Cyberangriffs.

Die meisten dieser Versicherungen decken auch Schäden ab, die Dritten zugefügt werden. Dabei werden Forderungen nach Lösegeldzahlungen und Schäden im Zusammenhang mit bewaffneten Konflikten in der Regel vertraglich ausgeschlossen, wie der Schweizerische Versicherungsverband (SVV) erklärt.

«Es gibt keine Standard-Cyberversicherung», sagt Gabor Jaimes vom SVV auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Dem Experten für Cyberversicherungen zufolge unterscheiden sich die Versicherungen von Anbieter zu Anbieter. Nach Angaben des Verbandes bieten rund zwanzig Schweizer Versicherer Cyberpolicen an. Daher lohne es sich – wie bei anderen Versicherungen auch – die Angebote und Policen untereinander zu vergleichen.

KMU weniger geschützt

Der Markt für Cyberversicherungen wächst stetig. Nach Angaben des SVV von 2025 waren mehr als 400'000 Privatpersonen und rund 67'000 Unternehmen in der Schweiz gegen Cyberrisiken abgesichert. Insgesamt verfügen 10,8 Prozent der Unternehmen über eine Cyberversicherung.

Je nach Unternehmensgrösse variieren diese Zahlen jedoch: Während mehr als die Hälfte der Grosskonzerne über eine Cyberversicherung verfügt, trifft dies nur auf fünf bis zehn Prozent der KMU zu. «Kleine Unternehmen glauben oft, dass sie nicht das Ziel solcher Angriffe sind, aber sie täuschen sich. Das kann jedem passieren.»

In vier Jahren verdreifacht

Das Prämienvolumen hat sich laut dem SVV innerhalb von vier Jahren verdreifacht (57 Millionen im Jahr 2020 gegenüber 172 Millionen im Jahr 2024). Für Gabor Jaimes sind zwei Faktoren für diesen Aufschwung verantwortlich: Einerseits seien sich Unternehmen und Privatpersonen ihrer Anfälligkeit gegenüber solchen Angriffen bewusst geworden.

Andererseits können Cyberangriffe den Ruf börsenkotierter Unternehmen teuer zu stehen kommen. Sie müssen sich im Falle eines Angriffs öffentlich verantworten. "Sich auf den Schutz einer Versicherung berufen zu können, zeigt das Verantwortungsbewusstsein und pflegt den Ruf“, fügte Jaimes hinzu.

Nationale Kampagne

Die Cyberangriffe haben im Jahr 2025 weiter zugenommen. Insgesamt wurden 64'733 Meldungen registriert, was einer Zunahme von drei Prozent gegenüber 2024 entspricht, wie das Bundesamt für Cybersicherheit (Bacs) Ende März mitteilte. Betrugsversuche, beispielsweise Telefonanrufe von angeblichen Behörden, machen 55 Prozent der Fälle aus.

Vor diesem Hintergrund starten das Bacs, der SVV, die Schweizerischen Bundesbahnen, die Post und die kantonalen Polizeikorps ab Montag bis zum 10. Mai die siebte Runde der nationalen Kampagne S-U-P-E-R.ch. Diese Kampagne zielt darauf ab, die Bevölkerung für Cyberkriminalität zu sensibilisieren und «die Öffentlichkeit dazu anzuregen, das erworbene Wissen anzuwenden und wachsam zu bleiben», wie die Organisationen in einer gemeinsamen Mitteilung verlauten liessen. (sda)

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