Warum du im Mai im Jura im Stau stehen könntest? Wegen dieser Riesen-Rotorblätter
Vor rund einem Jahr lehnte das Bundesgericht einen erneuten Rekurs gegen den Windpark Sur Grati zwischen Vallorbe, Premier und Vaulion im Kanton Waadt ab. Mit dem Entscheid gaben die Richterinnen und Richter den Startschuss für die Bauarbeiten im Waadtländer Jura, 17 Jahre nach der Bekanntgabe des Projekts. Von den Gemeinden initiiert, entstanden die Pläne für den Windpark in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Windkraftunternehmen Voé Éole SA.
Nun, rund ein Jahr später, sind die ersten Bauteile der riesigen Windräder auf dem Weg die Jurakette hinauf. Dabei haben sie bereits einen langen Weg hinter sich. Hergestellt wurden die Teile in Portugal, mit dem Schiff gelangen sie nach Deutschland und dann mit der Bahn nach Basel. Von dort aus geht die Reise weiter mit einem Spezialtransport von Emil Egger in Richtung Waadtländer Jura, wie das Westschweizer Fernsehen RTS berichtet.
Frédéric Marilley, Projektleiter des Transportunternehmens Emil Egger, spricht gegenüber RTS von einer grossen logistischen Herausforderung: «Etwa 50 Personen sind fast ständig im Einsatz, um diese Transporte vom Hafen Basel bis hierher zu gewährleisten.» Besonders heikel ist einer der letzten Etappen, die engen Kurven den Col du Mont hinauf Richtung Vaulion. In Zentimeter-Arbeit schlängelt sich der Spezialtransport mit drei Kilometern pro Stunde die Serpentinen hoch, wie Bilder von Keystone zeigen.
Seit Anfang dieses Monats treffen ein- bis zweimal wöchentlich die riesigen Rotorblätter auf der Baustelle des Windparks ein. 18 Stück an der Zahl für die sechs geplanten Windkraftanlagen mit einer Gesamthöhe von 210 Metern. Ein Rotorblatt alleine ist dabei 57,5 Meter lang und wiegt 19 Tonnen.
In der Nacht vom kommenden Mittwoch auf Donnerstag ist bereits der nächste Transport der Riesenbauteile von Vallorbe aus nach Vaulion auf der Jurakette geplant. Auf der Website der Betreiberfirma Voé wird ein grober Zeitplan angegeben, welcher im Städtchen Vallorbe um Mitternacht beginnt und im Dorf Vaulion zwischen 14 und 19 Uhr endet. Eine Strecke, die laut Google Maps mit dem Auto in 22 Minuten zu bewältigen wäre.
Gegenüber der Nachrichtenagentur SDA sagt Thierry Zeller, Co-Direktor von Voé, dass die ersten Windanlagen im August fertig montiert sein sollen. Im Herbst 2027 solle dann die gesamte Windanlage in Betrieb genommen werden können. Gemäss dem Betreiber sollen die sechs Windkraftwerke ab dann Strom für 11'000 Haushalte produzieren. (jul)
