Schweiz
Gesundheit

Unispital Zürich erstattet Strafanzeige wegen fahrlässiger Tötung

Unispital Zürich erstattet Strafanzeige wegen fahrlässiger Tötung

19.05.2026, 14:2319.05.2026, 15:41

Ein Untersuchungsteam der Zürcher Staatsanwaltschaft arbeitet die Vorkommnisse an der Klinik für Herzchirurgie des Universitätsspitals auf. Der Stiftungsrat hat in elf überprüften Todesfällen sowie 13 Einsätzen von Medizinprodukten Anzeige oder Meldung erstattet.

Das ambulante Gesundheitszentrum des USZ im Circle am Flughafen Zuerich am Freitag, 2. Oktober 2020, in Zuerich. Am 5. Oktober 2020 nimmt das Universitaetsspital Zuerich (USZ) sein neues ambulantes Ge ...
Die Anzeigen des Unispitals richten sich gegen Unbekannt.Bild: keystone

Drei Strafanzeigen wegen Verdachts auf fahrlässige Tötung, fahrlässiger schwerer Körperverletzung sowie Urkundenfälschung sind bei der Staatsanwaltschaft eingegangen. Zudem sind elf Meldungen wegen mutmasslich unangemessenen Einsatzes von Medizinprodukten eingegangen, wie die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich am Dienstag mitteilte.

Die Anzeigen richten sich gegen Unbekannt und werden zusammen mit den Meldungen geprüft. Aufgrund der Komplexität der Materie werde die strafrechtliche Aufarbeitung Zeit in Anspruch nehmen. Die Staatsanwaltschaft muss klären, ob hinreichend konkrete Hinweise auf Straftaten vorliegen. Auch gegen wen sich die Vorwürfe richten, werde untersucht.

Rund 70 Todesfälle mehr als erwartet

Dazu hat die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich ein Team zusammengestellt, das die Vorkommnisse an der Klinik für Herzchirurgie des Universitätsspitals Zürich (USZ) aufarbeiten soll. Es handelt sich dabei um vier Staatsanwältinnen und Staatsanwälte mit Expertise in Medizinalstrafrecht, Wirtschaftsstrafrecht und Beamtendelikten.

Der Anfang Mai veröffentlichte «Oberholzer- Bericht» ergab, dass es im Zeitraum von 2016 bis 2020 bei rund 4500 Operationen an der Herzklinik des USZ zu 68 bis 74 Todesfällen mehr kam, als statistisch zu erwarten gewesen wäre. Der damalige Klinikdirektor Francesco Maisano habe zudem ein von ihm mitentwickeltes Produkt eingesetzt und soll finanziell profitiert haben. (hkl/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Wohnbedingungen von ukrainischen Pensionierten: «Das ist eines Rechtsstaats unwürdig»
Pensionierte Ukrainerinnen und Ukrainer können in der Schweiz in einer Unterkunft stecken bleiben, die nicht altersgerecht ist. Das hat die watson-Recherche aufgedeckt. Die Suche nach Verantwortlichen gestaltet sich jedoch schwierig.
Die watson-Recherche hat gezeigt: Pensionierte Ukrainerinnen und Ukrainer mit Schutzstatus S müssen zu beengten, nicht altersgerechten Bedingungen leben. Und das voraussichtlich bis auf unbestimmte Zeit. Aufgrund ihres Alters werden sie ihren Lebensunterhalt nie selbst bestreiten und deshalb auch nie ihre Wohngemeinde selbst bestimmen dürfen. Das Budget, das sie von der Sozialhilfe für Wohnkosten zugesprochen bekommen, ist indes zu tief, um je eine Mietwohnung auf dem regulären Wohnungsmarkt finden zu können.
Zur Story