Schweiz
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So will Zürich verhindern, dass wir solche Szenen erneut zu sehen bekommen

14.09.18, 14:18 14.09.18, 15:22


Hooligan-Schlägerei auf dem Maagplatz in Zürich

Die beiden Stadtzürcher Fussballclubs GC und FCZ und die Stadt Zürich werden künftig zusammen gegen die Gewaltproblematik im Umfeld des Fussballs vorgehen. Dabei setzt man vor allem auf Whistleblower in der Szene und mobile Kameras bei den Ausschreitungen. 

Die Brutalität einzelner Vorfälle sei beängstigend – wie es in einer gemeinsamen Medienmitteilung heisst. Darum haben sich die Stadt Zürich und die beiden Stadtzürcher Fussballclubs nun zusammen getan. Das ist dabei heraus gekommen:

Zusammenarbeit

(...) Die Expertengruppe der Clubs und die städtische Arbeitsgruppe Orbit wird in der neuen Projektgruppe «Doppelpass» zusammengeführt. Das Projektteam besteht aus Vertretern der Clubs, der Staatsanwaltschaft, der Stadtpolizei, des Schul- und Sportdepartements, des Sozialdepartements und des Sicherheitsdepartements. Die Arbeiten wurden bereits aufgenommen. Es herrscht Einigkeit darüber, dass eine kleine Gruppe von Gewalttätern das Problem bildet. Diese Gewalttäter, die eine falsch verstandene Rivalität pflegen und deren Vorgehen gegen Polizeiangehörige und sogar gegen Schwache und Unterlegene auch von vielen Fans und Ultras in der Kurve verurteilt wird, sollen isoliert und strafrechtlich verfolgt wer-den. Das Verhalten der allermeisten Fans von GC und FCZ ist nicht zu beanstanden. Diese vernünftigen Fans gehören zum Fussballsport, sind für diesen eine Bereicherungund können einen wichtigen Beitrag leisten, die Situation zu verbessern.

Die Übergriffe auf die Polizei steigen jährlich

Video: srf

Prävention

Im Bereich der Prävention wird das Engagement verstärkt. Entsprechend wird es mehr Ressourcen brauchen. Der Fokus wird künftig auf den jungen Fans liegen, die Schnitt-stelle zwischen der Fan- und Jugendarbeit ist zu institutionalisieren. Im Bereich Jugend und Sport sollen weitere Akteure miteinbezogen werden, zu denken ist beispielsweise an Anti-Gewalt-Aktionen und -Statements von Spielern und weiteren Schlüsselpersonen.Soweit einzelne Massnahmen ergriffen werden, sind diese zu koordinieren. Gemeinsame Aktivitäten sollen verstärkt erfolgen und der Wirkungsgrad durch «one voice» erhöht werden.

Repression

Wer an gewalttätigen Ausschreitungen teilnimmt, stumpfe und sinnlose Gewalt gegen andere verübt, muss mit repressiven Massnahmen rechnen. Wahre Fans und Ultras, die sich im Umfeld des Fussballs korrekt verhalten, haben nichts zu befürchten. Der Fokus der Strafverfolgungsbehörden liegt auf der kleinen Gruppe von Gewalttätern, und diese werden künftig mit allen zur Verfügung stehenden rechtstaatlichen Mitteln verfolgt. Die Strafverfolgungsbehörden sind bereits aktiv geworden. Zudem wird sich die Arbeitsgruppe «Doppelpass» mit diversen Fragen beschäftigen, beispielsweise wie Personen geschützt werden können, die Straftaten zur Anzeige bringen oder Informationen liefern. Geprüft werden sollen auch Massnahmen zur De-Anonymisierung von Gewalttätern etwa durch den Einsatz von mobilen und temporären Videokameras, die Verstärkung der Zusammenarbeit zwischen Stadtpolizei, Staatsanwaltschaft und Kantonspolizei sowie die Schwerpunktbildung im Zusammenhang mit Anführern und Wiederholungstätern.

«Gegner ist kein Feind»

Wie es an der Medienkonferenz weiter hiess, soll auch das Engagement im Bereich der Prävention verstärkt werden. Der Fokus wird dabei künftig auf den jungen Fans liegen. «Denn eine Radikalisierung erfolgt immer früher», sagte Schul- und Sportvorsteher Filippo Leutenegger (FDP). Man wolle beispielsweise vermitteln, dass ein Gegner kein Feind sei und man nicht auf wehrlose Personen einprügeln soll.

Eine Schnittstelle zwischen Fan- und Jugendarbeit soll institutionalisiert werden. Grundsätzlich will Sozialvorstand Raphael Golta (SP) das bestehende Netzwerk verbessern. Dazu benötige man mehr personelle und finanzielle Ressourcen, sagte er.

Wichtig sei nun, dass die Fussballclubs, die Stadt Zürich und die Strafverfolgungsbehörden am gleichen Strick ziehen und eng zusammenarbeiten würden. «Das Schwarzpeterspiel zwischen allen Beteiligten hat ein Ende», sagte FCZ-Präsident Ancillo Canepa.

Wieso genau zu diesem Zeitpunkt die beiden Vereinspräsidenten, drei Stadtratsmitglieder sowie der Städtische Polizeikommandant vor die Medien traten, um im Grunde einzig den Zusammenschluss von zwei Arbeitsgruppen zu kommunizieren, konnten die Beteiligten nicht schlüssig beantworten.

Einen direkten Zusammenhang mit der im November anstehenden Stadtzürcher Abstimmung über die Zukunft des Hardturm-Areals – und damit eines neuen Fussballstadions – verneinten sie. (aeg/sda)

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Video: srf

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24
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    Alle Leser-Kommentare
  • Dan Rifter 14.09.2018 20:56
    Highlight Ich hoffe einfach, die Beteiligten geben absichtlich nicht mehr preis.

    Dass Cillo nicht "Schwarzen Peter" spielen will ist klar, denn es sind FCZler, die eine "Terrorherrschaft" üner Spdkurve und Stadt aufgezogen haben. Diejenigen, die man viel zu lange gewähren liess unter dem Deckmantel der guten Stimmung.

    Prävention ist ein langer Weg.. ich hoffe bloss, dass dieser konsequent beschritten wird und nicht unter dem populistischen Geschrei mach mehr Repression und Härte unter geht. Mehr Repression heisst fast immer, dass Unschuldige unverhältnismässig drunter kommen.
    3 3 Melden
  • andrew1 14.09.2018 19:52
    Highlight Die können sich doch irgendwo im wald treffen und sich die köpfe einschlagen. Solange es keine unbeteiligten erwischt und sie die arztrechnungen selbst bezahlen müssen ist es mir egal.
    20 1 Melden
    • Fly Boy Tschoko 14.09.2018 21:28
      Highlight Das Problem sind aber nicht mehr diese klassischen Hools sondern kleinere Grüppchen welche in Überzahl wehrlose Personen verklopfen.
      28 0 Melden
  • Peter Silie (1) 14.09.2018 18:43
    Highlight Quote: "Man wolle beispielsweise vermitteln, dass ein Gegner kein Feind sei und man nicht auf wehrlose Personen einprügeln soll." 🤣 denkt ihr wirklich die sind so doof und können ihren Ellbogen nicht von Ihrem Arsch unterscheiden?!?! In welcher Traumwelt leben diese Politiker? Die Hooligans wissen ganz genau was sie tun und auch die Konsequenzen daraus.. Es gibt nur eins, volle Härte des Gesetzes! Auch hier zieht sich der Rechtsstaat aus der Verantwortung und möchte noch mehr Sozialtherapeuten auf die Bevölkerung loslassen...
    24 8 Melden
  • RandyRant 14.09.2018 18:34
    Highlight Also aus der letzten grossmäuligen Ankündigungs-PK von der Rykart ist ja bekanntlich nichts geworden.
    Erst grad angefangen und macht sich schon lächerlich....
    4 2 Melden
  • heinigers 14.09.2018 18:01
    Highlight "Wahre Fans und Ultras, die sich im Umfeld des Fussballs korrekt verhalten, haben nichts zu befürchten."

    Ich hoffe schwer dass das so sein wird. Bekanntermassen gestaltet sich die eindeutige Identifizierung im Zusammenhang mit Gewalt im Fussballumfeld als schwierig bis unmöglich.

    Bin gespannt auf die Resultate dieses Projekts.
    21 1 Melden
    • RandyRant 14.09.2018 18:33
      Highlight Frag mal "wahre Fans und Ultras die sich korrekt verhalten" vom FCB wie ihnen der "Kessel von Altstetten" gefallen hat.
      Oder wie sie es fanden die Hände mit Kabelbinder abgebunden in die eigenen Kleider zu urinieren weil die Stapo ZH auch bei Unschuldigen auf Menschenwürde sch****t....
      15 10 Melden
  • Hans der Dampfer 14.09.2018 17:39
    Highlight Zitat: "...muss mit repressiven Massnahmen rechnen." Selten so gelacht. Seit zwei Jahren wartet man vergebens darauf das nur ein einziger der Linksautonomen die 2016 die Europaallee verwüstet haben zur Rechenschaft gezogen werden. Dafür umringt die Polizei Velofahrer zu acht oder neunt. Wenigstens da können sie auf stark machen. Ich lach mich schlapp!
    17 22 Melden
    • Favez 14.09.2018 19:05
      Highlight Wenn du den Vofall kurz vor dem 1. Mai 2016 meinst, wo unter anderem die Europaallee verwüstet wurde, stimmt es nicht, dass niemand verhaftet wurde.
      Von den ca. 60 Beteiligten wurden 9 Personen festgenommen.
      Das ist zu wenig ich weiss. Aber Unwahrheiten erzählen musst du darum trotzdem nicht.
      21 5 Melden
  • He nu.. 14.09.2018 17:03
    Highlight Ob Hooligans oder sonst was, die lernten nie gehorchen. Zwischen frisch geboren bis 2. Schuljahr muss die Erziehung sitzen. Schaue ich im Einkaufsladen, im Flugzeug o.a. wo auch immer, sehe ich, dass die ELTERN schon nicht mehr erzogen sind. Interessant ist, dass junge Leute heutzutage höchsten registrieren was für sie als "Unrecht" gilt, So ist es erklärbar, dass man Sanitäter, Polizei, Feuerwehr angreift, weils einfach Spass macht.
    14 17 Melden
  • Rumbel the Sumbel 14.09.2018 16:27
    Highlight Ich wage mal zu Behaupten ändern wird sich nichts!
    9 0 Melden
  • ThomasHiller 14.09.2018 15:50
    Highlight Die Frage ist doch viel mehr, was die Hooligans antreibt.

    Warum brauchen die so ein klares Feindbild, das sie nur mit Gewalt ausleben können? Wo kommt die Agression überhaupt her? Vor allem in einer Zeit, in der man doch problemlos - zumindest in Mitteleuropa - gewaltfrei leben kann. Warum können diese Menschen nicht ohne Gewalt?

    Wird das dabei auch untersucht bzw. thematisiert?
    61 8 Melden
    • Devante 14.09.2018 16:17
      Highlight Das ist eine gesellschaftliche frage, gibt es doch auch ausserhalb der stadien bzw unabhängig vom fussball jede woche hunderte von Gewalttaten in der Schweiz oder?
      44 0 Melden
    • Leckerbissen 14.09.2018 16:19
      Highlight Das ist eine spannende Frage. In Zürich ist das Problem, dass sich die Feindschaft nicht auf die Derbys im Stadion begrenzt. Es sind zwei "Gangs", welche sich sobald Blickkontakt besteht versuchen weg zu hauen. Es wird mit kriminellen Machenschaften versucht den Gegner zu vernichten (Hausbesuche, Abfangen am Arbeitsplatz etc.) Es liegt ein massives Problem in der Stadt vor, woher dies kommt und wer oder was die Gewaltspirale einst ins Rollen brachte wäre eine spannende Frage.
      16 1 Melden
    • Rhabarber 14.09.2018 16:25
      Highlight Thomas Hiller
      Ja, das wird untersucht. Auf vielfältige Art und Weise in vielen Institutionen und von vielen Leuten.

      Ich weiss nicht, ob ich auf Watson auch einen Link zur NZZ posten darf. Aber ich versuch's mal. Hier findest du ein paar erste Antworten:

      https://www.nzz.ch/meinung/gewalt-ist-nie-besiegt-sie-schlummert-nur-ld.1419593
      5 1 Melden
    • ThomasHiller 14.09.2018 17:41
      Highlight Ja, natürlich gibt es auch außerhalb der Stadien Gewalt. Aber bei Hooligans geht mir um eine Gruppe, die sich explizit zusammenrottet, um gegegeneinander oder eine bestimmte Gruppe Gewalt auszüben, ähnlich wie bei linken Chaoten, die genau den gewalttätigen (auf Gegenseitigkeit beruhenden) Kontakt zu speziellen, anderen Gruppen suchen (ungewollt Polizisten, vielleicht gewollt bei den Rechten).
      Das sticht in meinen Augen schon aus der Gewalt hervor, daß ist halt etwas anderes als zwei Betrunkene, die sich prügeln oder Gewalt in Beziehungen. Das ist halt schon sehr speziell.
      Was treibt die an?
      5 9 Melden
    • Rhabarber 14.09.2018 20:38
      Highlight Junge Männer (und ein paar Frauen), die sich in Gangs zusammen tun, um dann mit Gewalt Testosteron abzureagieren gab's vermutlich schon immer.

      In einem Geschichtsbuch las ich mal, dass an die 1500 jugendliche Schläger aus Basel das Umland von Konstanz verwüsteten und plünderten. Und das dies - nebst der Ablehnung durch CH-Landkantone, die Sorge vor der Übermacht zu vieler Städte hatten - der Hauptgrund dafür war, dass Konstanz sich Deutschland zuwandte und nicht schweizerisch wurde.

      (Online find ich nichts dazu. Und ich hab zu viele Geschichtsbücher. Weiss grad nicht welches. Sorry.)
      1 1 Melden
    • pachnota 16.09.2018 23:02
      Highlight Kommt vom Elternhaus her.
      1 0 Melden
  • HallerK. 14.09.2018 15:42
    Highlight Träumt weiter......die werden sich in 20 Jahren noch gegenseitig die Birnen einschlagen, solange nicht rigoros durchgegriffen wird.
    Unter Rigoros verstehe ich:
    -Keine Kapuzenpullis (gehen unters Vermummungsverbot).
    -Personen welche verhaftet werden, öffentlich machen mit Vorname, Name und Sohn/Tochter des/der.......
    6 32 Melden
    • Datsyuk 14.09.2018 20:23
      Highlight Willkommen im Mittelalter!
      1 2 Melden
    • P. Hodel 14.09.2018 20:29
      Highlight Ich gehe in fast allen Punkten mit Dir einig. Aber inbeteil8gte sollte man aus dem Spiel lassen. Manchmal können Eltern echt nichts dafür, wenn der Nachwuchs über die Stränge schlägt.
      0 1 Melden
    • Fly Boy Tschoko 14.09.2018 21:31
      Highlight Tolle Idee. Und dann Stellen wir Pranger auf in der Innenstadt. Und alle Nachkommen der Verhafteten Personen müssen als Nachnahme Hoolgiantochter oder Hooligansohn annehmen.
      Ein mal im Jahr treibt man die dann alle zusammen und lässt sie durch die Strassen laufen, links und rechts das empörte Volk.
      5 0 Melden
  • Rhabarber 14.09.2018 15:21
    Highlight Ich bin neugierig, ob das was ändert.
    Und ich frag mich: Warum erst jetzt?
    16 29 Melden
    • Rhabarber 14.09.2018 16:22
      Highlight Sind das jetzt Hooligans, die hier blitzen oder was?
      20 2 Melden

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