Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

So will Zürich verhindern, dass wir solche Szenen erneut zu sehen bekommen



Hooligan-Schlägerei auf dem Maagplatz in Zürich

Die beiden Stadtzürcher Fussballclubs GC und FCZ und die Stadt Zürich werden künftig zusammen gegen die Gewaltproblematik im Umfeld des Fussballs vorgehen. Dabei setzt man vor allem auf Whistleblower in der Szene und mobile Kameras bei den Ausschreitungen. 

Die Brutalität einzelner Vorfälle sei beängstigend – wie es in einer gemeinsamen Medienmitteilung heisst. Darum haben sich die Stadt Zürich und die beiden Stadtzürcher Fussballclubs nun zusammen getan. Das ist dabei heraus gekommen:

Zusammenarbeit

(...) Die Expertengruppe der Clubs und die städtische Arbeitsgruppe Orbit wird in der neuen Projektgruppe «Doppelpass» zusammengeführt. Das Projektteam besteht aus Vertretern der Clubs, der Staatsanwaltschaft, der Stadtpolizei, des Schul- und Sportdepartements, des Sozialdepartements und des Sicherheitsdepartements. Die Arbeiten wurden bereits aufgenommen. Es herrscht Einigkeit darüber, dass eine kleine Gruppe von Gewalttätern das Problem bildet. Diese Gewalttäter, die eine falsch verstandene Rivalität pflegen und deren Vorgehen gegen Polizeiangehörige und sogar gegen Schwache und Unterlegene auch von vielen Fans und Ultras in der Kurve verurteilt wird, sollen isoliert und strafrechtlich verfolgt wer-den. Das Verhalten der allermeisten Fans von GC und FCZ ist nicht zu beanstanden. Diese vernünftigen Fans gehören zum Fussballsport, sind für diesen eine Bereicherungund können einen wichtigen Beitrag leisten, die Situation zu verbessern.

Die Übergriffe auf die Polizei steigen jährlich

Play Icon

Video: srf

Prävention

Im Bereich der Prävention wird das Engagement verstärkt. Entsprechend wird es mehr Ressourcen brauchen. Der Fokus wird künftig auf den jungen Fans liegen, die Schnitt-stelle zwischen der Fan- und Jugendarbeit ist zu institutionalisieren. Im Bereich Jugend und Sport sollen weitere Akteure miteinbezogen werden, zu denken ist beispielsweise an Anti-Gewalt-Aktionen und -Statements von Spielern und weiteren Schlüsselpersonen.Soweit einzelne Massnahmen ergriffen werden, sind diese zu koordinieren. Gemeinsame Aktivitäten sollen verstärkt erfolgen und der Wirkungsgrad durch «one voice» erhöht werden.

Repression

Wer an gewalttätigen Ausschreitungen teilnimmt, stumpfe und sinnlose Gewalt gegen andere verübt, muss mit repressiven Massnahmen rechnen. Wahre Fans und Ultras, die sich im Umfeld des Fussballs korrekt verhalten, haben nichts zu befürchten. Der Fokus der Strafverfolgungsbehörden liegt auf der kleinen Gruppe von Gewalttätern, und diese werden künftig mit allen zur Verfügung stehenden rechtstaatlichen Mitteln verfolgt. Die Strafverfolgungsbehörden sind bereits aktiv geworden. Zudem wird sich die Arbeitsgruppe «Doppelpass» mit diversen Fragen beschäftigen, beispielsweise wie Personen geschützt werden können, die Straftaten zur Anzeige bringen oder Informationen liefern. Geprüft werden sollen auch Massnahmen zur De-Anonymisierung von Gewalttätern etwa durch den Einsatz von mobilen und temporären Videokameras, die Verstärkung der Zusammenarbeit zwischen Stadtpolizei, Staatsanwaltschaft und Kantonspolizei sowie die Schwerpunktbildung im Zusammenhang mit Anführern und Wiederholungstätern.

«Gegner ist kein Feind»

Wie es an der Medienkonferenz weiter hiess, soll auch das Engagement im Bereich der Prävention verstärkt werden. Der Fokus wird dabei künftig auf den jungen Fans liegen. «Denn eine Radikalisierung erfolgt immer früher», sagte Schul- und Sportvorsteher Filippo Leutenegger (FDP). Man wolle beispielsweise vermitteln, dass ein Gegner kein Feind sei und man nicht auf wehrlose Personen einprügeln soll.

Eine Schnittstelle zwischen Fan- und Jugendarbeit soll institutionalisiert werden. Grundsätzlich will Sozialvorstand Raphael Golta (SP) das bestehende Netzwerk verbessern. Dazu benötige man mehr personelle und finanzielle Ressourcen, sagte er.

Wichtig sei nun, dass die Fussballclubs, die Stadt Zürich und die Strafverfolgungsbehörden am gleichen Strick ziehen und eng zusammenarbeiten würden. «Das Schwarzpeterspiel zwischen allen Beteiligten hat ein Ende», sagte FCZ-Präsident Ancillo Canepa.

Wieso genau zu diesem Zeitpunkt die beiden Vereinspräsidenten, drei Stadtratsmitglieder sowie der Städtische Polizeikommandant vor die Medien traten, um im Grunde einzig den Zusammenschluss von zwei Arbeitsgruppen zu kommunizieren, konnten die Beteiligten nicht schlüssig beantworten.

Einen direkten Zusammenhang mit der im November anstehenden Stadtzürcher Abstimmung über die Zukunft des Hardturm-Areals – und damit eines neuen Fussballstadions – verneinten sie. (aeg/sda)

Die erste Fussball-Kirche der Schweiz bald in Zürich?

Play Icon

Video: srf

Fussballfans Schweiz

Polizei 0 – Muttenzerkurve 1: Statt Fäuste haben die FCB-Fans am Wochenende in Lugano Läckerli verteilt

Link to Article

Reitschul-Krawalle in Bern, Silvester-Krawalle in Zürich – und in Basel? Dort läuft etwas richtig

Link to Article

Warum die ewige Brandstifterei gegen Fussballfans viel schlimmer ist als ein paar Fackeln

Link to Article

Bravo, Herr Canepa! Sie haben alles richtig gemacht

Link to Article

Hat die Polizei beim FCZ-Fanmarsch überreagiert?

Link to Article

Anwältin zum Polizeieinsatz gegen FCZ-Fans: «Das grenzt schon fast an Nötigung»

Link to Article
Alle Artikel anzeigen
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

Abonniere unseren Newsletter

23
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
23Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Dan Rifter 14.09.2018 20:56
    Highlight Highlight Ich hoffe einfach, die Beteiligten geben absichtlich nicht mehr preis.

    Dass Cillo nicht "Schwarzen Peter" spielen will ist klar, denn es sind FCZler, die eine "Terrorherrschaft" üner Spdkurve und Stadt aufgezogen haben. Diejenigen, die man viel zu lange gewähren liess unter dem Deckmantel der guten Stimmung.

    Prävention ist ein langer Weg.. ich hoffe bloss, dass dieser konsequent beschritten wird und nicht unter dem populistischen Geschrei mach mehr Repression und Härte unter geht. Mehr Repression heisst fast immer, dass Unschuldige unverhältnismässig drunter kommen.
    4 3 Melden
  • andrew1 14.09.2018 19:52
    Highlight Highlight Die können sich doch irgendwo im wald treffen und sich die köpfe einschlagen. Solange es keine unbeteiligten erwischt und sie die arztrechnungen selbst bezahlen müssen ist es mir egal.
    20 1 Melden
    • Fly Boy Tschoko 14.09.2018 21:28
      Highlight Highlight Das Problem sind aber nicht mehr diese klassischen Hools sondern kleinere Grüppchen welche in Überzahl wehrlose Personen verklopfen.
      28 0 Melden
  • RandyRant 14.09.2018 18:34
    Highlight Highlight Also aus der letzten grossmäuligen Ankündigungs-PK von der Rykart ist ja bekanntlich nichts geworden.
    Erst grad angefangen und macht sich schon lächerlich....
    4 2 Melden
  • heinigers 14.09.2018 18:01
    Highlight Highlight "Wahre Fans und Ultras, die sich im Umfeld des Fussballs korrekt verhalten, haben nichts zu befürchten."

    Ich hoffe schwer dass das so sein wird. Bekanntermassen gestaltet sich die eindeutige Identifizierung im Zusammenhang mit Gewalt im Fussballumfeld als schwierig bis unmöglich.

    Bin gespannt auf die Resultate dieses Projekts.
    22 1 Melden
    • RandyRant 14.09.2018 18:33
      Highlight Highlight Frag mal "wahre Fans und Ultras die sich korrekt verhalten" vom FCB wie ihnen der "Kessel von Altstetten" gefallen hat.
      Oder wie sie es fanden die Hände mit Kabelbinder abgebunden in die eigenen Kleider zu urinieren weil die Stapo ZH auch bei Unschuldigen auf Menschenwürde sch****t....
      15 10 Melden
  • Hans der Dampfer 14.09.2018 17:39
    Highlight Highlight Zitat: "...muss mit repressiven Massnahmen rechnen." Selten so gelacht. Seit zwei Jahren wartet man vergebens darauf das nur ein einziger der Linksautonomen die 2016 die Europaallee verwüstet haben zur Rechenschaft gezogen werden. Dafür umringt die Polizei Velofahrer zu acht oder neunt. Wenigstens da können sie auf stark machen. Ich lach mich schlapp!
    17 22 Melden
    • Favez 14.09.2018 19:05
      Highlight Highlight Wenn du den Vofall kurz vor dem 1. Mai 2016 meinst, wo unter anderem die Europaallee verwüstet wurde, stimmt es nicht, dass niemand verhaftet wurde.
      Von den ca. 60 Beteiligten wurden 9 Personen festgenommen.
      Das ist zu wenig ich weiss. Aber Unwahrheiten erzählen musst du darum trotzdem nicht.
      21 5 Melden
  • He nu.. 14.09.2018 17:03
    Highlight Highlight Ob Hooligans oder sonst was, die lernten nie gehorchen. Zwischen frisch geboren bis 2. Schuljahr muss die Erziehung sitzen. Schaue ich im Einkaufsladen, im Flugzeug o.a. wo auch immer, sehe ich, dass die ELTERN schon nicht mehr erzogen sind. Interessant ist, dass junge Leute heutzutage höchsten registrieren was für sie als "Unrecht" gilt, So ist es erklärbar, dass man Sanitäter, Polizei, Feuerwehr angreift, weils einfach Spass macht.
    14 17 Melden
  • Rumbel the Sumbel 14.09.2018 16:27
    Highlight Highlight Ich wage mal zu Behaupten ändern wird sich nichts!
    9 0 Melden
  • ThomasHiller 14.09.2018 15:50
    Highlight Highlight Die Frage ist doch viel mehr, was die Hooligans antreibt.

    Warum brauchen die so ein klares Feindbild, das sie nur mit Gewalt ausleben können? Wo kommt die Agression überhaupt her? Vor allem in einer Zeit, in der man doch problemlos - zumindest in Mitteleuropa - gewaltfrei leben kann. Warum können diese Menschen nicht ohne Gewalt?

    Wird das dabei auch untersucht bzw. thematisiert?
    62 8 Melden
    • Devante 14.09.2018 16:17
      Highlight Highlight Das ist eine gesellschaftliche frage, gibt es doch auch ausserhalb der stadien bzw unabhängig vom fussball jede woche hunderte von Gewalttaten in der Schweiz oder?
      44 0 Melden
    • Leckerbissen 14.09.2018 16:19
      Highlight Highlight Das ist eine spannende Frage. In Zürich ist das Problem, dass sich die Feindschaft nicht auf die Derbys im Stadion begrenzt. Es sind zwei "Gangs", welche sich sobald Blickkontakt besteht versuchen weg zu hauen. Es wird mit kriminellen Machenschaften versucht den Gegner zu vernichten (Hausbesuche, Abfangen am Arbeitsplatz etc.) Es liegt ein massives Problem in der Stadt vor, woher dies kommt und wer oder was die Gewaltspirale einst ins Rollen brachte wäre eine spannende Frage.
      16 1 Melden
    • Rhabarber 14.09.2018 16:25
      Highlight Highlight Thomas Hiller
      Ja, das wird untersucht. Auf vielfältige Art und Weise in vielen Institutionen und von vielen Leuten.

      Ich weiss nicht, ob ich auf Watson auch einen Link zur NZZ posten darf. Aber ich versuch's mal. Hier findest du ein paar erste Antworten:

      https://www.nzz.ch/meinung/gewalt-ist-nie-besiegt-sie-schlummert-nur-ld.1419593
      5 1 Melden
    Weitere Antworten anzeigen
  • HallerK. 14.09.2018 15:42
    Highlight Highlight Träumt weiter......die werden sich in 20 Jahren noch gegenseitig die Birnen einschlagen, solange nicht rigoros durchgegriffen wird.
    Unter Rigoros verstehe ich:
    -Keine Kapuzenpullis (gehen unters Vermummungsverbot).
    -Personen welche verhaftet werden, öffentlich machen mit Vorname, Name und Sohn/Tochter des/der.......
    6 32 Melden
    • Valon Behrami 14.09.2018 20:23
      Highlight Highlight Willkommen im Mittelalter!
      1 2 Melden
    • P. Hodel 14.09.2018 20:29
      Highlight Highlight Ich gehe in fast allen Punkten mit Dir einig. Aber inbeteil8gte sollte man aus dem Spiel lassen. Manchmal können Eltern echt nichts dafür, wenn der Nachwuchs über die Stränge schlägt.
      0 1 Melden
    • Fly Boy Tschoko 14.09.2018 21:31
      Highlight Highlight Tolle Idee. Und dann Stellen wir Pranger auf in der Innenstadt. Und alle Nachkommen der Verhafteten Personen müssen als Nachnahme Hoolgiantochter oder Hooligansohn annehmen.
      Ein mal im Jahr treibt man die dann alle zusammen und lässt sie durch die Strassen laufen, links und rechts das empörte Volk.
      5 0 Melden
  • Rhabarber 14.09.2018 15:21
    Highlight Highlight Ich bin neugierig, ob das was ändert.
    Und ich frag mich: Warum erst jetzt?
    16 29 Melden
    • Rhabarber 14.09.2018 16:22
      Highlight Highlight Sind das jetzt Hooligans, die hier blitzen oder was?
      20 2 Melden

Hat Zürich bald ein neues Fussballstadion? Neue Umfrage zeigt: eher Ja

Einen Monat vor der Abstimmung in der Stadt Zürich über ein neues Fussball-Stadion auf dem Hardturm liegen die Befürworter laut einer Umfrage vorne: Demnach würden 54 Prozent der Stadtzürcher Stimmbevölkerung ein Ja in die Urne legen.

27 Prozent würden die Vorlage ablehnen und 19 Prozent sind noch unentschlossen oder machten keine Angaben, wie aus der am Dienstag veröffentlichten repräsentativen Umfrage des Forschungsinstituts Demoscope im Auftrag der SRF-Sendung «Schweiz aktuell» hervorgeht.

Obwohl …

Artikel lesen
Link to Article