Schweiz
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Michael Lauber, Attorney General of Switzerland, during the IAP media conference on football-related criminal proceedings, in Zuerich, Switzerland, Monday, September 14, 2015. On the occasion of the 20th anniversary of the foundation of the International Association of Prosecutors (IAP), numerous public prosecutors from around the world meet for the first time in Switzerland. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Erhöht den Druck auf die FIFA: Bundesanwalt Michael Lauber verlangt Einsicht in Valckes E-Mail-Verkehr.
Bild: KEYSTONE

Die Schlaufe zieht sich zusammen: Bundesanwalt Lauber verlangt von FIFA Einsicht in E-Mail-Verkehr von Generalsekretär Valcke



Im Zuge der Schweizer Ermittlungen zur Vergabe der Fussball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 an Russland und Katar fordert Bundesanwalt Michael Lauber Einblick in den Mailverkehr des suspendierten FIFA-Generalsekretärs Jérôme Valcke. Es handelt sich um mehrere E-Mail-Accounts.

Laubers Sprecher André Marty bestätigte am Mittwochabend auf Anfrage eine Meldung der Nachrichtenagentur AP. «Wir wollen die Entsiegelung des Mailverkehrs von Herrn Valcke.» Derzeit sind die Dokumente vonseiten der FIFA gesperrt.

Marty betonte, dass kein Verfahren gegen Valcke eröffnet wurde. Die Bundesanwaltschaft kläre momentan ab, was an den Vorwürfen dran ist, die zur Suspendierung des Generalsekretärs des Weltfussballverbands führten. Das Ersuchen sei bei der FIFA platziert worden, sagte Marty.

Massive Bereicherungsvorwürfe

Valcke, engster Vertrauter von FIFA-Präsident Joseph Blatter, war am vergangenen Donnerstag von seinen Aufgaben entbunden worden. Die FIFA habe von einer Reihe von Vorwürfen Kenntnis erhalten, die den Generalsekretär beträfen, hiess es damals.

Insbesondere geht es um einen Ticketingvertrag mit der Marketingagentur JB Sports, in dessen Kontext Valcke «eine diskrete Gewinnbeteiligung» zugesichert worden sein soll. Valcke hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

WM-Vergaben 2018 und 2022 im Visier

Zu weiteren involvierten Personen hält sich die Bundesanwaltschaft bedeckt.

Die Schweiz und die USA ermitteln im FIFA-Korruptionsfall in zwei unabhängigen Verfahren: Das Schweizer Verfahren kreist um die Vergabe der Fussball-Weltmeisterschaften 2018 und 2022 in Russland und Katar, das amerikanische rund um Medien-, Marketing- und Sponsoringrechte für Fussballturniere in den USA sowie in Lateinamerika.

In den Strafuntersuchungen der US-Generalstaatsanwaltschaft geht es um Wirtschaftsdelikte wie Geldwäscherei, Betrug, Steuerhinterziehung und bandenmässige Verschwörung. Die Schweizer Bundesanwaltschaft ermittelt wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung und Geldwäscherei. (sda/dpa)

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