Schweiz
Food

In «Schweizer Zucker» muss nur noch 40% Zucker aus der Schweiz steck

In «Schweizer Zucker» muss nur noch 40 Prozent Zucker aus der Schweiz stecken

07.03.2024, 15:38
Mehr «Schweiz»

Für die Herkunftsbezeichnung Schweiz muss nur noch 40 Prozent des Zuckers in einem Produkt aus der Schweiz stammen. Grund dafür war das schlechte Jahr für Zuckerrüben, wie der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) am Donnerstag mitteilte.

Abgepackte Saecke mit Zucker stehen auf Paletten in der Zuckerfabrik Aarberg, am Freitag, 23. Februar 2018, in Aarberg. Der Schweizer Zuckerruebenanbau und damit die Produktion von Zucker in den beide ...
Abgepackte Säcke mit Zucker stehen auf Paletten in der Zuckerfabrik Aarberg.Bild: KEYSTONE

Grundsätzlich müssen 80 Prozent der Rohstoffe eines Produkts mit Herkunftsbezeichnung Schweiz auch aus der Schweiz stammen, wie es die sogenannte Swissness-Regel besagt. Bei ungenügend verfügbaren Rohstoffen ändert sich dies aber. Liegt der Selbstversorgungsgrad im eines Produkts unter 50 Prozent, muss der Schweizer Anteil in einem Produkt nur noch halb so gross sein.

Dies ist laut dem LID jetzt bei Zucker der Fall. Sowohl das Wetter, als auch ein Befall mit Schädlingen sorgten für eine geringe Zuckerrübenernte 2023.«Das letzte Jahr war zum Vergessen. Schlechter geht gar nicht», wurde Martin Flury, Präsident des Schweizerischen Verbandes der Zuckerrübenpflanzer, vom LID zitiert.

Neue Schädlinge

Den Rüben machte im Herbst der Regen zu schaffen. Im letzten Jahr breitete sich die Pflanzenkrankheit «Syndrome des basses richesses» (SBR) aus. Das SBR sorgt für einen tiefen Zuckergehalt. 2023 wurde es laut LID zum ersten Mal bei vier Proben in der Ostschweiz nachgewiesen. Zuvor war es nur in der Westschweiz aufgetreten.

Zudem wurde erstmals der sogenannte Rübenrüssler entdeckt, ein Schädling nordafrikanischer Herkunft. Der Rübenrüssler liebe Hitze und Trockenheit, erklärte Flury. «Wir hoffen, dass er sich nicht weiter ausbreitet.»

Das Ziel sei nun, den Selbstversorgungsgrad wieder zu steigern, sagte Andreas Blank, Verwaltungsrats-Präsident der Schweizer Zucker AG dem LID. Denn die Senkung des notwendigen Anteils an Schweizer Zucker berge auch die Gefahr, dass die Industrie vermehrt auf Importzucker setze. (saw/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
40 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Aschenmadlen
07.03.2024 16:07registriert Juli 2017
Vortäuschung falscher Tatsachen, die Landwirtschaft darf das. Die korrekte Deklaration auf die Packung drucken ist natürlich völlig unmöglich. Aber alle die mal was bei Aliexpress bestellen sind Plagiatöre und Landesverräter, nämlich!
893
Melden
Zum Kommentar
avatar
Bakunin
07.03.2024 16:00registriert März 2021
Gilt das nur für verarbeitete Produkte (z.B. Guetzli). Oder auch für den Rohstoff?

Also wenn ich 1kg Zucker kaufe und dort "Herkunft: Schweiz" drauf steht, kann es sein, dass das in Wirklichkeit 20% (oder aktuell 60%) nicht aus der CH kommen?
692
Melden
Zum Kommentar
avatar
ChillDaHood
07.03.2024 16:12registriert Februar 2019
Geben wir dafür dann wieder Steuergeld aus für die tolle Werbung "Schweizer Zucker, weil aus der Schweiz"?
601
Melden
Zum Kommentar
40
Gebäude der Uni Basel wieder besetzt

Sympathisantinnen und Sympathisanten des palästinensischen Volks haben am Donnerstagnachmittag erneut ein Gebäude der Universität Basel besetzt. Ein Kollektiv liess sich in einem Teil der Alten Gewerbeschule nieder.

Zur Story