YB-Präsident Marcel Brülhart kündigt nach Fangewalt Massnahmen an
YB-Verwaltungsratspräsident Marcel Brülhart hat in den Medien angekündigt, nach der Fangewalt vom Donnerstag in England Massnahmen ergreifen zu wollen. Der Verein werde dazu umgehend mit den Fanorganisationen zusammenkommen.
Nach Ausschreitungen während des Europa-League-Spiels vom Donnerstag in Birmingham wurden insgesamt acht Fans der Berner Young Boys festgenommen. Sie stehen mitunter unter Verdacht, einen Polizeibeamten angegriffen zu haben.
VR-Präsident Brülhart äusserte in schriftlich geführten Interviews mit dem «Blick» und der «Berner Zeitung» vom Samstag seine Enttäuschung darüber. Am Donnerstagabend sei «einiges nicht zu entschuldigen und andere Dinge sind unglücklich gelaufen», so Brülhart weiter.
Zwar betreffe seine Enttäuschung eine kleine Gruppe der Fans. Wegen einiger gewaltbereiter Personen sei nicht gleich die gesamte Fankultur schlecht. Doch im laufenden Jahr scheine sich «etwas Grundlegendes zu verändern». Brülhart spricht von einer «auffälligen Häufung» von gewaltbereiten Menschen.
Warum das so ist, wolle der Klub mit den Fanorganisationen klären. Möglicherweise werde der Verein die Anstrengungen in der Prävention verstärken. YB wende bereits viel für Sicherheit im eigenen Stadion, Fanarbeit und Fanbegleitung an Auswärtsspiele auf. Zudem sei der Klub «mehr denn je» auf die Einzeltäterverfolgung durch die Polizei angewiesen, so Brülhart.
Vorfall bereits in Aarau
Die YB-Fans fielen in dieser Saison auch auf nationaler Ebene bereits negativ auf. Nach einem Cup-Spiel in Aarau Ende September griffen vermummte Anhänger des Vereins die Polizei mit Pyrotechnik, Schottersteinen und Baustellenabschrankungen an.
Dabei erlitt ein Polizist Prellungen, zwei Polizeiautos wurden teils stark beschädigt. Zudem erlitten während des Spiels mehrere Berner Zuschauer Brandverletzungen wegen Pyros, die von Personen aus dem eigenen Fanlager abgebrannt wurden.
Das Spiel am Donnerstag in Birmingham verloren die Young Boys gegen Aston Villa 1:2. (sda)
