Schweiz
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«Was haben Sie gegen Homosexuelle, Frau Binder?»

Finanzielle Gleichberechtigung für Ehepaare oder Ungerechtigkeit für schwule und lesbische Paare? In der Sendung «TalkTäglich» diskutierten CVP-Politikerin Marianne Binder und TV-Moderator Marco Fritsche recht hitzig über die Folgen eines Ja zur Abschaffung der «Heiratsstrafe».



«Marianne Binder, was haben Sie gegen Homosexuelle?», fragt Stefan Schmid, Moderator und Inland-Chef der «Nordwestschweiz». «Ich habe nichts gegen Homosexuelle», antwortet die Aargauer CVP-Präsidentin Marianne Binder. Im Gegenteil: Sie habe unter anderem auch dem Komitee angehört, welches sich für die eingetragene Partnerschaft eingesetzt hat.

Es sind die ersten Sekunden der Sendung «TalkTäglich» auf Tele M1 am Dienstagabend. Mit Marianne Binder, seit 34 Jahren verheiratet und Mutter zweier erwachsener Kinder, sitzt Marco Fritsche im Studio. Der TV-Moderator («Bauer, ledig, sucht ...») lebt seit zwei Jahren in eingetragener Partnerschaft mit seinem Partner.

Bild

Marianne Binder diskutiert mit Marco Fritsche. Hier kannst du die ganze Sendung sehen.
screenshot: tele m1

Das Thema: die Heiratsstrafe-Initiative der CVP, über die die Schweizer Stimmbürger am 28. Februar abstimmen. Und diese erste Gretchen-Frage drängte sich aufgrund der beiden Talk-Gäste auf.

Die Definition der Ehe

Eigentlich geht es der CVP ja darum, mit der sogenannten «Heiratsstrafe» die finanzielle Benachteiligung von Ehepaaren in Sachen Steuern und AHV zu beseitigen. Doch die im Rahmen der Initiative vorgeschlagene Verfassungsbestimmung beschreibt den Bund fürs Leben wie folgt: «Die Ehe ist die auf Dauer angelegte und gesetzlich geregelte Lebensgemeinschaft von Mann und Frau.» Das hat die Schweizer Schwulen- und Lesbenverbände auf den Plan gerufen. Und lancierte eine Diskussion über den Begriff der Ehe.

Vor zehn Tagen zum Beispiel gingen Aktivisten in Aarau auf die Strasse und inszenierten die Hochzeit zweier Männer, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen.

«Ein Familienbild, das meiner Lebensrealität entspricht»

Marco Fritsche sieht sich nicht als «grossen Kämpfer gegen die CVP-Initiative», aber als grosser Verfechter der «Ehe für alle» – einer Ehedefinition, die schwulen und lesbischen Paaren die gleichen Rechte zuspricht wie heterosexuellen. «Ich will ein Familienbild, das meiner Lebensrealität entspricht, und ich will das noch erleben», sagt Fritsche. 

«Unter dem Deckmänteli der Steuer-Ungerechtigkeit» wolle die CVP nun ein veraltetes Gesellschaftsbild in der Verfassung manifestieren. «Ich glaube, die meisten waren sich gar nicht bewusst, was sie da noch mit unterschreiben», ist Fritsche überzeugt. 

Doch Marianne Binder, im Gründungskomitee der Initiative, kontert: «Gemäss Bundesverfassung ist die Ehe ein Bund zwischen Mann und Frau – aber das kann man mit einem Volksbegehren ändern.» Im Rahmen der Initiative über die Definition der Ehe zu sprechen, sei deshalb «eine Diskussion am falschen Objekt».

(smo / aargauerzeitung.ch)

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51Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Shabina 17.02.2016 12:02
    Highlight Highlight Mich stört die Einseitigkeit. Die Ehe soll einem nicht verheirateten Paar keine Nachteile bringen, es steht aber nirgends, dass nicht verheiratete Paare keine Nachteile gegenüber verheirateten Paaren haben sollen. Leider gibt es auch nachteile für nicht verheiratete Paare: keine Witwenrente, kein automatisches Sorgerecht (bei Kindern) beider Parteien usw.
    Wenn Gleichstellung dann auf beiden Seiten
  • Martiis 17.02.2016 11:16
    Highlight Highlight Ich verstehe nicht, wie Leute hier schreiben können, in der BV oder im ZGB stehe: "Die Ehe ist ein Bund zwischen Mann und Frau."

    Bevor man so etwas öffentlich behauptet, müsste man es doch überprüfen und da alle Gesetze sowie auch die BV online abgerufen werden können, sollte das auch kein Problem sein.
    Das Traurige ist, dass solche Falschaussagen, von anderen dann als Tatsache betrachtet und geglaubt werden.
  • Tom Garret 17.02.2016 09:52
    Highlight Highlight Ich werde wohl Ja stimmen. Ich wehre mich dagegen dass man nun zwei Dinge miteinander mischt, es ist eine Diskriminierung das Verheiratete unter Umständen mehr Steuern bezahlen müssen. Dies gilt es zu beheben wie ich finde.
    Dass danach das Ehe und Mann und Frau drin steht finde ich nicht so schlimm. Denn homosexuelle dürfen so oder so noch nicht heiraten und diesen Missstand kann man ja dann gleich in einem beseitigen und die Definition dementsprechend anpassen.
    Leider ist es immer üblicher in Abstimmungen irgendwas rein zu mogeln, schade dass die CVP das auch macht in dieser Vorlage... :-/
    • trio 23.02.2016 08:49
      Highlight Highlight Die Hürden sind ungleich höher um die Bundesverfassung (wieder) zu ändern. Sie schreiben ja selber, möglicherweise müsse jemand mehr Steuern bezahlen. Demgegenüber werden Homosexuelle ganz sicher diskriminiert und das sogar in der Bundesverfassung. Ausserdem handelt es sich um die Bundessteuer! Ich bezahle einige wenige hundert Franken. Wie reich muss man sein, dass es richtig einschenkt? Ausserdem gibt es andere Vergütungen, welche diese Strafe aufheben. Dafür eine für die Schweiz unwürdige Diskriminierung in der Bundesverfassung? Nein Danke!
  • elivi 17.02.2016 07:57
    Highlight Highlight liebe CVP, wenn ihr bei eurer iniatitive nicht über die definition von ehe reden wolltet, hättet ihr die definition gar nicht in die initiative eintragen dürfen.
  • Miss_Ann_Thropist 16.02.2016 23:09
    Highlight Highlight Bild aus der Wikipedia. Die Schweiz wäre dann eines der roten Länder, mit einer Verhinderung der gleichgeschlechtlichen Ehe durch die landeseigene Verfassung. Die CVP und die braune Brühe sind dann sicher auch stolz drauf, sich mit Weissrussland, Moldawien und der Ukraine messen zu können wenns um fundamentale Menschenrechte geht.
    Überlege mir zurzeit schwer, in Zukunft in eines der blauen Länder Steuern zahlen zu gehen, wenn es hier dann soweit ist.
    Benutzer Bild
  • dracului 16.02.2016 21:37
    Highlight Highlight Weder die BV noch das ZGB definiert heute die Ehe als Gemeinschaft zwischen Mann und Frau. Es gab und gibt damit keine Probleme, und deshalb braucht es auch nicht plötzlich einen neuen Verfassungsartikel in der BV! Die CVP will partout ihre religionsbasierende Ehedefinition dem Stimmvolk unterzujubeln und damit die Heiratsstrafe durch eine Homosexuellenstrafe ersetzen.
    Man lese mal: http://www.jositsch.ch/aktuell/41-nur-heterosexuelle.html
  • Chlinae_Tigaer 16.02.2016 20:52
    Highlight Highlight Zitat (Fritsche);

    ICH WILL ein Familienbild, das meiner Lebensrealität entspricht, und ICH WILL das noch erleben... Zitatende

    Wieso denk ich, wenn ich das lese, an unsere Linken?

    Ah, jetzt weiss ich es...

    ICH WILL ICH WILL = Täubele und stämpfele.

    Und dann noch die obligate Abwertung aller, die ja zu dumm waren den Initiative-Text zu lesen, resp. zu verstehen.

    Zitat; Ich glaube, die meisten waren sich gar nicht bewusst, was sie da noch mit unterschreiben» Zitatende


    • c0rnfl4ke 16.02.2016 21:17
      Highlight Highlight Meine Güte, bist du mühsam.
    • FrancoL 16.02.2016 21:33
      Highlight Highlight Schön wie Du alles siehst, erkennst und richtig wertest. In Deiner Welt, die wir ja von Dir bereits gefühlte 100 x beschrieben bekommen haben, wird es wohl so sein.
      Aber versuch doch einmal wieder ins Realleben zu kommen, es hilft Dir Dich selbst zu verstehen.
    • pamayer 16.02.2016 21:36
      Highlight Highlight Täubele und stämpfele, trifft meines Erachtens vor allem auf die svp zu...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Karl Müller 16.02.2016 20:18
    Highlight Highlight Ich finde das ein bisschen viel Lärm um nichts. Dass die Ehe nur zwischen Mann und Frau geschlossen werden kann, ist momentan gesetzlich Fakt. Sollte diesbezüglich mal ein Umdenken stattfinden, ist es doch das winzigste Problem, diesen Passus abzuändern. An dem kanns doch nicht scheitern.
    • Nicholas Fliess 16.02.2016 21:39
      Highlight Highlight Es geht hier um eine Verfassungsänderung, nicht um ein Gesetz...
    • seventhinkingsteps 16.02.2016 21:59
      Highlight Highlight Gesetzlich ja, aber eine Ehedefinition gehört definitiv nicht in die Verfassung und schon gar keine diskriminierende. Vorallem nicht, wenn der ganze Initiativtext aus genau 2 Sätzen besteht. Da ist die DSI wenigstens konsequent, wenn diskrimierend, dann schon ausführlich.
    • Martiis 16.02.2016 22:34
      Highlight Highlight Aber dass die Ehe momentan nur zwischen Mann und Frau geschlossen werden kann, zeigt doch genau wie unnötig eine Definition dazu ist. Ihr einziger Sinn ist das Erzwingen einer erneuten Volksinitiative, sollte man die Ehe für Homosexuelle einführen wollen. Da kann man ja gleich diese Initiative ablehnen. Dann kann die CVP nochmals 100'000 Unterschriften sammeln und es werden nicht andere unnötigerweise dazu gezwungen.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Lasagne 16.02.2016 20:15
    Highlight Highlight Was ich nicht verstehe: Was bringt der CVP diese unsägliche Ehedefinition? Die hätten sich die ganze Diskussion ersparen können, wenn sie das rausgenommen hätten. Aber anscheinend drückt da die Religion doch ein bisschen zu fest durch...
    • NWO Schwanzus Longus 16.02.2016 21:32
      Highlight Highlight Nicht mal unbedingt Religion, sondern eher Tradition oder etwas Angst vor aus ihrer Sicht zu krassen Veränderung.
    • Habicht 16.02.2016 21:36
      Highlight Highlight «Gemäss Bundesverfassung ist die Ehe ein Bund zwischen Mann und Frau – aber das kann man mit einem Volksbegehren ändern.»

      Da wurde die Definition von Ehe wohl einfach aus der Verfassung kopiert, ist ja nicht so, dass die CVP die Definition geändert hat. Verstehe das Problem nicht so ganz.
      Habe trotzdem nein gestimmt xD
    • Eustace Tilley 16.02.2016 21:39
      Highlight Highlight Soweit ich weiss, hat die CVP dem Parlament angeboten, falls das Parlament einen Gegenvorschlag ohne dieser Ehedefinition lancieren wollte, die Initiative zurückzuziehen. Das Parlament tat dies nicht - auch die Linken, die nun mit diesem Argument diese Initiative bekämpfen.
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