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Verursachte mit umstrittenen Nordkorea-Tweets eine Polemik: Der Waadtländer CVP-Nationalrat Claude Béglé. (Archivbild)

Claude Béglé während der Herbstsession 2018 im Nationalratssaal in Bern. Bild: KEYSTONE

CVP sucht Aussprache mit Béglé – doch dieser hat nur fürs Westschweizer Fernsehen Zeit

Für ein Interview mit dem Westschweizer Fernsehen hat Claude Béglé Zeit. Die CVP Waadt hingegen hat bisher vergebens versucht, einen Termin für eine Aussprache mit dem Nationalrat zu finden. Es geht um dessen umstrittene Lobeshymnen auf Nordkorea.

Kari Kälin / ch media



Er ist auf eigene Kosten nach Nordkorea gereist – und hat sich auch selber in die Nesseln gesetzt. Mit einigen Tweets, in denen Claude Béglé vor kurzem die «positiven Seiten des Sozialismus» pries, hat der Waadtländer CVP-Nationalrat viel Häme kassiert – auch von der eigenen Partei.

«Gehackter Account oder Gehirnwäsche?», fragte sich etwa die Aargauer Grossrätin und Nationalrats- und Ständeratskandidatin Marianne Binder. Die Botschaft: Es darf doch nicht sein, dass jemand auf die Propaganda der Diktatur in Pjöngjang hereinfällt, die bis zu 120'000 Menschen aus politischen Gründen weggesperrt hat, foltert, Verbrechen gegen die Menschlichkeit begeht und die Welt mit seinen Atomwaffen in Atem hält.

Bloss: Béglé bereut nichts. Am Sonntag hat er in einem Interview mit dem Westschweizer Fernsehen RTS erklärt, er würde die Tweets wieder absetzen. Mit den positiven Kurznachrichten habe er das Vertrauen der Nordkoreaner gewinnen wollen. Er habe dadurch vor Ort mehr Bewegungsfreiheit erhalten.

Waadtländer CVP distanziert sich

Für die CVP kommen die Elogen auf die Diktatur von Kim Jong Un zur Unzeit. In drei Monaten sind Eidgenössische Wahlen, und Béglé kandidiert für den National- und Ständerat – da wünscht man sich keine Schlagzeilen über einen Kandidaten, der möglicherweise von einem Unrechtsregime instrumentalisiert wird.

Die CVP Waadt versucht derzeit, einen Termin für eine Aussprache mit National- und Ständeratskandidat Béglé zu finden. Bis am Montagnachmittag verpufften bisher alle diesbezüglichen Bemühungen ergebnislos, wie Gérald Cretegny auf Anfrage sagt.

Der Co-Präsident der CVP Waadt erfuhr durch das TV-Interview von Béglés Rückkehr in die Schweiz.

Cretegny mag zur Kontroverse keine weiteren Kommentare abgeben und verweist auf frühere Medienmitteilungen. Darin distanzierte sich die CVP Waadt von Béglés Tweets. Die CVP verurteile die Diktatur in Nordkorea ohne Wenn und Aber, heisst es etwa. Es sei nicht gerechtfertigt, dieses Land ohne einen Hauch von Kritik in ein positives Licht zu rücken.

Auch Gerhard Pfister, Präsident der CVP Schweiz, hat sich von Béglés positiven Worten zu Nordkorea distanziert. Auch die CVP Schweiz wird das Gespräch dem 69-jährigen ehemaligem Postchef suchen. Doch dies wird erst geschehen, nachdem sich die CVP Waadt ihren Kandidaten mit den eigenwilligen Reiseberichten vorgeknöpft hat – wenn sich denn ein Termin finden lässt.

Donald Trump überschreitet die Grenze zu Nordkorea

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • globetrotter944 30.07.2019 16:58
    Highlight Highlight Da haben doch seinerzeit andere „Experten“ wie Herr Aeschi oder Frau Geissbühler sen. aus der SVP nach einer Tour ähnliche Lobeshymnen auf das Regime in Eritrea gesungen ... und fast niemand hat sich daran gestört! Warum nun das Geheule bei Begle?
  • Bildung & Aufklärung 30.07.2019 00:28
    Highlight Highlight Schlichtweg beängstigend und skandalös, dass höchstrangige Politiker so naiv und manipulierbar sein können. Ich tippe aber auch auf eine Portion Kalkül seinerseits, was es nicht besser macht, im Gegenteil. Wenn der nach diesem Skandal seine Posten räumen muss, ist es ein weiteres Armutszeugnis für unsere eigentlich hochstehende Demokratie und ihren Wert.
  • IMaki 29.07.2019 18:13
    Highlight Highlight Auch nach fast einer Woche Scheinheiligkeitstsunami der veröffentlichten Schweizer Meinung und ostentativem Fremdschämen seiner eigenen Parteifreunde will mir nicht ein Grund einfallen, der mir Monsieur Beglés Aeusserungen missfallen lassen sollte. Er tut nichts anderes als was die ganze offizielle Schweiz seit 30 Jahren tut, wenn man sich darum reisst, dem nordkoreanischen Nachbarn das schweizerische industrielle KnowHow und den Zugang zu unseren besten Schulen auf dem Silbertablett zu präsentieren: Loben und Hudeln - ohne Gegenleistung versteht sich.
  • Ridcully 29.07.2019 17:50
    Highlight Highlight ..und diesem Clown haben sie mal die Post anvertraut... wenn Parteibuch mehr zählt als Kompetenz...
    • darkshadow 29.07.2019 19:08
      Highlight Highlight Klar in Nordkorea passieren schlimme Sachen. Das ist auch alles andere als korrekt. Jedoch hat alles seine guten und schlechten Seiten. Oder wer hat was gegen gratis Schule & Unis, Krankenversorgung etc . ? Der Kommunismus hat auch seine guten Seiten, wie auch schlechte. Genau wie der Kapitalismus. Aber pauschal zu verurteilen ist nie korrekt. Dieses Land ist so extrem abgeschottet, ich glaube nichts was in den Medien kommt. Woher kommen die Quellen? Alles sehr zweifelhaft. Kann mir gut vorstellen, dass vieles aufgebauscht wird. Trotzdem würde ich nicht da leben möchten. Love Switzerland❤
    • Bildung & Aufklärung 30.07.2019 00:24
      Highlight Highlight @Darkshadow: Differenzierung in Ehren, und niemand sagt das "gratis" (bezahlt werden sie über die Steuern logischerweise trotzdem) Schulen, Spitäler, usw. nichts gutes wären. Doch wenn man damit menschenverachtende Regimes zu relativieren versucht, ist es ein riesiges Problem. Dass du nichts glaubst was "in den Medien" kommt, ist selbsterklärend. Es gibt übrigens zig Dokus von Journalisten welche mit versteckter Kamera, etc. in Nordkorea waren, aber diese Journalisten werden von den ach so unglaubwürdigen Medien wie "ZDF, ARTE, etc." bezahlt, also nichts für dich um dir mal ein Bild zu machen.
    • Oigen 30.07.2019 07:30
      Highlight Highlight "Der Kommunismus hat auch seine guten Seiten"

      Nochmals für darkshadow.

      Es gibt keinen Kommunissmus
      Es gab nie ein kommunistisches Land

      Das sind DIKTATUREN

      Nur weil sie sich kommunisten nennen sind sie noch lange keine.

      Oder waren die Nazis sozial?
    Weitere Antworten anzeigen
  • Baron von Eberstein 29.07.2019 17:10
    Highlight Highlight So einen erregten Gesichtsausdruck wie Begle hier hat werden wohl die Kinder in den Fabriken haben wenn sie mal eine zusätzliche Mahlzeit erhalten
    • Bildung & Aufklärung 30.07.2019 00:25
      Highlight Highlight Oder die "glücklichen Menschen, wenn sie abends beim Bier trinken Spass haben" ...
  • Scaros_2 29.07.2019 17:06
    Highlight Highlight Perspektive Schweizer Politiker:
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    • Scaros_2 30.07.2019 07:01
      Highlight Highlight Und Nordkorea so:
      Benutzer Bild
    • Scaros_2 30.07.2019 07:06
      Highlight Highlight Ich finde man sollte die Kommunikation mehr auf Memes aufbauen.
  • Käpt'n Hinkebein 29.07.2019 16:58
    Highlight Highlight Vielleicht sollte man es bei älteren Politikern genau gleich machen wie bei älteren Autofahrern. Einmal pro x Jahren die (psychische) Gesundheit untersuchen wäre nicht verfehlt.


    Wäre schon bei Luzi Escobar angebracht gewesen.

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