Schweiz
Migration

Seegräben: Freiheitstrychler rufen zur Demo auf – die Juso zum Spenden

Seegräben: Freiheitstrychler planen Demo – die Juso münzt ihre Schritte in Spenden um

Im Zürcher Oberland wird einem Mieter die Wohnung gekündigt. Nun mischen sich die Freiheitstrychler ein und planen eine Mahnwache. Die Juso plant, ihnen ein Schnippchen zu schlagen.
07.03.2023, 11:5108.03.2023, 10:29
Lea Oetiker
Lea Oetiker

In Seegräben im Zürcher Oberland wurde vor rund zwei Wochen einem Mieter die Wohnung gekündigt. Zugunsten von flüchtenden Menschen. Nun mischen sich die Freiheitstrychler ein: Auf ihrer Webseite und auf Telegram rufen sie zum Marsch auf.

Gemeinsam mit dem gekündigten Mieter wollen sie am Dienstagnachmittag von der Wohnung bis zum Gemeindehaus in Seegräben marschieren, um dort eine Mahnwache abzuhalten.

Auch die Junge Tat, eine rechtsextreme Gruppierung, äussert sich auf Telegram zum jüngsten Vorfall in Seegräben. Ob sie Teil der Demonstration sein wird, ist jedoch noch unklar.

Auch die junge Tat ruft zur Demo auf.
Auch die Junge Tat äussert sich auf Telegram zum jüngsten Vorfall in Seegräben. Bild: Telegram

Spendenaktion gegen den Marsch der Freiheitstrychler

Die Wohnungskündigung sei nicht nötig gewesen, das bestätigt auch Dario Vareni, Co-Präsident der Juso Zürcher Oberland, gegenüber watson. Laut der Gemeinde Seegräben beruhe die Kündigung auf einer Fehlkalkulation der Gemeinde, die dann mit der Unterbringung von Asylsuchenden gerechtfertigt wurde.

Trotzdem: Einen Marsch der Freiheitstrychler gegen Asylsuchende akzeptiere die Juso nicht, so Vareni. Darum «münzen wir diese Hetze jetzt in Hilfe um». Das «Ummünzen» meint der Juso-Politiker dabei wortwörtlich:

Als Reaktion auf den Protestmarsch startete die Juso einen Spendenaufruf. Für jeden Meter, den die Freiheitstrychler in Seegräben laufen, sammeln sie Geld – ein Spendenlauf. Das Geld wird anschliessend an Hilfsorganisationen für geflüchtete Menschen in der Schweiz gespendet.

Die Gemeinde Seegräben ist auf die Demonstration vorbereitet und in Absprache mit der Kantonspolizei. Auf eine Anfrage von watson reagierten die Freiheitstrychler nicht.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
«Ich habe meine Mutter begraben» – Noori musste wegen den Taliban in die Schweiz flüchten
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Die UBS sollte sich ehrlich machen
UBS-CEO Sergio Ermotti spricht ständig davon, wie teuer die Bank eine strengere Regulierung zu stehen käme. Gleichzeitig werden immer wieder mögliche Wegzugspläne ins Spiel gebracht. Doch darüber, was ein solcher denn kosten würde, will bei der UBS niemand reden.
Ein UBS-Wegzug aus der Schweiz wird immer konkreter – zumindest, wenn man den angelsächsischen Finanzmedien glaubt. Es sind bislang zwar lediglich Spekulationen, stets genährt von namentlich nicht genannten Personen, «die mit der Sache vertraut sind». Bei der UBS selbst hiess es bislang zu alldem: «Kein Kommentar.»
Zur Story