Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Ruedi Noser, Nationalrat FDP-ZH, spricht waehrend der Medienkonferenz

«Handy am Ohr ist gefährlicher als eine Antenne»: FDP-Politiker und Unternehmer Ruedi Noser. Bild: KEYSTONE

Interview mit FDP-Nationalrat Ruedi Noser

«Ohne Kommunikation ist der Wohlstand nicht zu halten, darum braucht die Schweiz das beste Mobilfunknetz»

Mehr Strahlen für mehr Daten: Der Bundesrat erwägt, die Strahlenschutz-Grenzwerte zu erhöhen, um das Schweizer Mobilfunknetz zu entlasten. FDP-Nationalrat Ruedi Noser sagt, warum ein gutes Handynetz wichtig ist für die Schweiz, und was am Telefonieren wirklich schädlich ist.



Die FDP-Fraktion fordert in einem Vorstoss, die Strahlenschutz-Grenzwerte zu senken. Der Bundesrat prüft dieses Anliegen. Hätten wir dann alle besseren Empfang und ein schnelleres Internet?
Ruedi Noser: Ja.

Der Preis: Die Strahlen-Belastung im Einflussbereich einer Anlage würde um den Faktor 3,5 steigen. Was heisst das?
Damit wäre die Belastung in der Schweiz immer noch um Faktoren tiefer als in der EU. Man kann nicht in der Schweiz EU-Preise von Mobilfunkanbietern verlangen und gleichzeitig Regeln setzen, welche die Infrastruktur teurer und schlechter machen.

Hast du Angst vor Mobilfunk-Strahlung?

Von 15'000 Standorten von Mobilfunkantennen in der Schweiz schöpfen rund 6000 die heutigen Grenzwerte nicht aus. Ist eine zusätzliche Senkung wirklich nötig?
Das Datenvolumen verdoppelt sich alle 18 Monate. Wir sind an der Grenze. In Innenstädten hat man in vielen Häusern schon heute nur einen beschränkten Datenempfang. Will man wirklich allen Schweizern einen netzneutralen Zugang versprechen, braucht es einen Ausbau der Infrastruktur.

«In Innenstädten hat man in vielen Häusern schon heute nur einen beschränkten Datenempfang.»

FDP-Nationalrat Ruedi Noser

Welche Bedeutung hat der Ausbau des Netzes für den Wirtschaftsstandort Schweiz?
Kommunikations-Infrastruktur ist die Basis von Hunderten von Innovationen. Diese generieren eine enorme Wertschöpfung. Sprich: Neben Arbeit, Boden und Kapital ist die Kommunikation ein wichtiger Standortfaktor geworden. Ohne Kommunikation ist der Wohlstand nicht zu halten. Darum braucht die Schweiz das beste Mobilfunknetz.

«Neben Arbeit, Boden und Kapital ist die Kommunikation ein wichtiger Standortfaktor geworden.»

FDP-Nationalrat Ruedi Noser

Liegen schon genug Daten vor, dass man sagen kann: Die Strahlung belastet nicht?
Es gibt keine wissenschaftlichen Studien, die belegen, das Mobilfunk-Antennen die Gesundheit belasten. Wenn etwas belastet, dann das Handy am Ohr. Dank der Daten telefonieren wir weniger und haben damit das Handy weniger am Ohr. Man könnte also sagen, dass leistungsfähige Antennen einen Beitrag leisten, um weniger zu telefonieren und mehr Daten auszutauschen. Dieses Interview ist der beste Beweis. Wir machen es per Mail. 

«Wer Angst hat vor Strahlen, soll mal als erstes auf das Handy verzichten, denn die Belastung durch das Handy ist höher als durch eine Antenne.»

FDP-Nationalrat Ruedi Noser

Der Aufbau des Netzes polarisiert. Gemäss einer Erhebung des Bundesamts für Statistik schätzt mehr als die Hälfte der Bevölkerung die Strahlung von Mobilfunkantennen als gefährlich oder eher gefährlich ein. 
Wer Angst hat vor Strahlen, soll mal als erstes auf das Handy verzichten, denn die Belastung durch das Handy ist höher als durch eine Antenne. 

Würde der Entscheid, die Grenzwerte zu senken, dazu führen, dass in der Schweiz insgesamt weniger Antennen gebaut werden müssten?
Ja.

Das könnte dich auch interessieren: Die 30 populärsten Handys aller Zeiten

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Hans Jürg 26.02.2015 09:16
    Highlight Highlight Am besten basteln sich die Strahlen-Phobiker einen Hut aus Alufolie und hängen sich einen Rosenquarz-Kristall um den Hals. Und zur Sicherheit auch noch Globulie einwerfen nicht vergessen.
  • Kari Metzger 26.02.2015 07:44
    Highlight Highlight Dann soll Hr. Noser gleich mit dem guten Beispiel vorangehen, auf seinem Haus hat es Platz für eine riesige Antenne. Er möchte ja für den Kanton ZH Ständerat werden im nächsten Herbst, das wäre dann ein guter Beginn für seinen Wahlkampf!

Kommentar

SwissCovid ist ein Intelligenztest – und die Zwischenresultate sind, nun ja...

Wie überzeugt man Menschen, etwas freiwillig zu tun, von dem sie fälschlicherweise glauben, es bringe ihnen keinen Nutzen? Und was braucht es, damit Jung und Alt in Krisenzeiten solidarisch sind?

Die Corona-Krise spaltet das Land. Und lässt viele kalt.

Wie sonst ist zu erklären, dass Millionen Bürgerinnen und Bürger bewusst auf die nationale Warn-App verzichten, die zur Eindämmung der Seuche lanciert wurde?

Erhebungen des Bundes zeigen, dass die im Juni lancierte SwissCovid-App inzwischen auf 1,2 Millionen Smartphones läuft. Das ist wenig für ein aufgeklärtes, wohlhabendes Land mit über 6 Millionen kompatiblen iPhones und Android-Smartphones. Viel zu wenig.

Dem Bundesamt für Gesundheit …

Artikel lesen
Link zum Artikel