Schweiz
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Personenkontrolle und Festnahme eines Verdaechtigen in der Drogenszene der Stadt Zuerich am 17. September 2002. Polizisten der Spezialeinheit Turicum der Zuercher Stadtpolizei bei ihrer Arbeit in der Betaeubungsmittel-Szene auf der Strasse im Kreis 4 und 5 in Zuerich. (KEYSTONE/Gaetan Bally): FILM]

Welche Gemeinde ist die «kriminellste»? In der Top 5 der Kriminalitätsstatistik tauchen drei Newcomer auf. Bild: KEYSTONE

Das sind die 5 «kriminellsten» Gemeinden der Schweiz

Erneut führt Frick (AG) die Rangliste der nach Strafanzeigen kriminellsten Gemeinden der Schweiz an. Dafür haben es drei neue Gemeinden in die Top 5 geschafft.



1. Frick (AG)

Gemeinde Frick

Frick, ein Durchfahrtsort im Aargau mit Nähe zur A3. Ideal für Einbruchdiebe, die sich einen Fluchtweg zurechtlegen. Bild: keystone

Rechnet man die Anzeigen wegen Verstössen gegen das Strafgesetzbuch und das Betäubungsmittelgesetz zusammen, führt Frick die Rangliste 2014 wie schon im Jahr zuvor anInsgesamt verzeichnete Frick 572 Anzeigen pro 1000 Einwohner. Führte man die hohe Anzahl von Anzeigen im Jahr 2013 noch auf den grossen Fall von mutmasslicher Wirtschaftskriminalität um die Anlagefirma ASE und die Basler Kantonalbank mit sehr vielen Geschädigten zurück, fällt diese Erklärung im Jahr 2014 weg. Bleiben als Gründe für die hohe Anzeigenzahl sicher die Nähe zur Autobahn, die sich naturgemäss in einer hohen Zahl von Einbruchdiebstählen niederschlägt. Und allenfalls eine besonders anzeigefreudige Bevölkerung beziehungsweise Polizei. 

2. Allaman (VD)

gemeinde Allaman

Das Einkaufszentrum «Littoral Centre» in Allaman verzeigt auch Leute, die Einkaufswagen stehlen. Das führt statistisch zu einer hohen Kriminalitätsrate. Bild: Archives La Côte

Auf dem zweiten Platz der Rangliste der kriminellsten Gemeinden landet 2014 die waadtländische Gemeinde Allaman. Die direkt am Genfersee gelegene Gemeinde weist insgesamt 424 Anzeigen auf 1000 Einwohner aus. Die Zahl ist jedoch mit Vorsicht zu geniessen, da Allaman nur gerade 413 Einwohner beherbergt. Die Anzeigenstatistik belastet in Allaman hauptsächlich das riesige Einkaufszentrum «Littoral Centre». Dieses verzeigt konsequent alle, die Einkaufswagen stehlen, Ladendiebstähle begehen oder auf dem Parkplatz Autos aufbrechen. Die Lage an der Hauptstrasse 1 und die Nähe zur Autobahnauffahrt zur A1 helfen auch nicht, die Fluchtwege für Kriminelle sind gut ausgebaut. 

3. Bourg-Saint-Pierre (VS)

La station de ski du Super Saint-Bernard est ferme pour l'hiver ce lundi 26 decembre 2011 au pied du Col du Grand-Saint-Bernard en Valais. Fermees fin 2010, les remontees mecaniques du Super St-Bernard a Bourg-St-Pierre, pourraient ne jamais rouvrir. De nouvelles installations couteraient quelque 25 millions de francs et les investisseurs ne se bousculent pas. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)

Bourg-St.-Pierre besteht aus einem Skilift und einem Grenzübergang. Einwohner gibt es fast keine. Resultat: Hohe Kriminalitätsraten. Bild: KEYSTONE

Mit Bourg-Saint-Pierre taucht eine Gemeinde auf, die es fast ständig in die Top 5 der Anzeigenstatistik schafft. Mit 412 Anzeigen auf 1000 Einwohner reicht es dieses Jahr aber nur auf Platz 3. Bourg-St.-Pierre leidet mit knapp 200 Einwohnern ebenfalls unter einer geringen Einwohnerzahl in Kombination mit Grenz- und Autobahnnähe. Zwei Drittel der Anzeigen kommen von Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz (293,8), das andere Drittel aus Verstössen gegen das Strafgesetzbuch. Bourg-St.-Pierre mit seiner Lage am grossen St.Bernhard verdankt seinen kriminellen Ruf also zu einem grossen Teil aus italienischen Drogenkurieren mit italienischem Fahrstil. 

4. Astano (TI)

gemeinde Astano

Das malerische Astano im Tessin. Grenznähe und Kantonsstrasse sind gut für Fluchtwegsplanung. Drogen gibt es hier aber keine.  Bild: wikipedia

Ein Newcomer in den Top 5 der Anzeigestatistik ist Astano (TI). Gleich wie Bourg-St-Pierre ist die Gemeinde mit rund 300 Einwohnern sehr klein und direkt an der Grenze zu Italien gelegen. Drogenkuriere sind hier keine aufgeflogen. Sämtliche 333,3 Anzeigen auf 1000 Einwohner waren solche wegen Verstössen gegen das Strafgesetzbuch.

Die hohe Anzahl der Anzeigen dürfte wegen der direkten Lage an der grünen Grenze auf drogenfreie Formen der grenzüberschreitenden Kriminalität zurückzuführen sein, wie etwa Schmuggel oder Einbruchdiebstähle. Die Kantonsstrasse, die auf den Zubringer nach Italien führt, zieht sich mitten durch das abgelegene Astano.  

5. Zwischbergen (VS)

Zwischbergen (VS) landet auf Platz 5 der Anzeigenstatistik 2014. Die Kleinstgemeinde am Simplonpass mit mit 86 Einwohnern meldete im vergangenen Jahr 279 Anzeigen auf auf 1000 Einwohner. Auch in Zwischbergen gehen zwei Drittel der Anzeigen (197,7) auf Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz zurück. Die Lage direkt an der Grenze und an der E62 nach Domodossola erklären die hohen Werte. Einerseits werden Drogenkuriere festgenommen, andererseits Einbruchdiebe auf der Flucht nach Italien gestoppt, bevor sie die Grenze überqueren. 

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    Alle Leser-Kommentare
  • ChiefJustice 23.03.2015 19:52
    Highlight Highlight Kriminalität an der Anzahl Anzeigen zu messen ist ziemlich unsinnig. Wie wär's mit Anzahl rechtskräftiger Verurteilungen als Kriterium? Titel ist schlicht falsch, Gänsefüsschen hin oder her. Ich kann 1000 Anzeigen einreichen, ohne dass auch nur etwas "kriminelles" vorgefallen wäre..
    15 2 Melden
    • Oberon 23.03.2015 22:14
      Highlight Highlight Zumindest weiss man nun wo die "Wutbürger" wohnen. ;)
      20 0 Melden
  • Mafi 23.03.2015 16:32
    Highlight Highlight Frick ist wohl kaum die kriminellste Ortschaft in seiner Umgebung. Es sammeln sich nur die Anzeigen der nahen Ortschaften, da die Partygänger in Frick sowohl sammeln wie auch heimkommen - Frick hat einen Schnellzughalt und den einzigen regionalen Bahnhof für die Täler Benkerjoch und Staffelegg. Je nach Wohnort innerhalb des Ortes sind jedoch beinahe keine Probleme sichtbar, es ist ruhig und schön. Problemzonen sind die Billigquartiere sowie die Umgebung von Coop/Migros. Quelle: Ich wohne in Frick. Seit meiner Geburt :)
    22 1 Melden
    • Staal 23.03.2015 19:22
      Highlight Highlight das kann ich aus Frick auch so bezeugen
      9 2 Melden
  • Alnothur 23.03.2015 14:49
    Highlight Highlight Ihr habt Biel vergessen.
    14 8 Melden
  • Donald 23.03.2015 12:51
    Highlight Highlight Zitat: "Die Kleinstgemeinde am Simplonpass mit 86 Einwohnern meldete im vergangenen Jahr 279 Anzeigen auf auf 1000 Einwohner. Auch in Zwischbergen gehen zwei Drittel der Anzeigen (197,7) auf Verstösse gegen das Betäubungsmittelgesetz zurück."

    Man überlege... Warum müssen Statistiken auch immer so mathematisch sein...
    279/1000*89=24 effektive Anzeigen (gerundet)
    Demensprechend enrsprechen zwei Drittel der Anzahl von 16.

    Evtl. wäre es besser man würde mit Anzeigen pro Einwohner oder ähnlichem hantieren, das hätte auch viel mehr Aussagekraft. ;)
    34 5 Melden
    • qumquatsch 23.03.2015 17:28
      Highlight Highlight Jein; habe es mir in diesem Beispiel auch gedacht. Nur sind wir ehrlich, hätte man geschrieben 16/24 wäre der Klaus vom Kreis 4 gekommen und hätte behauptet: "Juu also bi üs gits sovill Aaazeige pro Quadratmeter"...

      vielleicht wäre eine ergänzende effektive Zahl gut
      3 0 Melden
    • Donald 23.03.2015 17:49
      Highlight Highlight Naja, am besten würde man einfach pro 100 Einwohner sagen bzw. eben Prozent. Gerade bei einer Statistik, wo ein einziger Ort mehr als 1000 Einwohner hat... so wie es jetzt ist, sind einfach alle Zahlen total aufgeblasen. Sicher gut für die Blick-Titelseite.
      2 0 Melden
    • pat_om 06.04.2015 11:13
      Highlight Highlight Is ja jetzt glaub Net so schwierig zu wissen was 279/1000 in Prozent sind. Da bräuchte man noch nicht ma ne Rechnung bzw Taschenrechner für!!
      Und falls doch, sollte man sich mal persönlich Gedanken über sich selber machen und eventuell nochmal Mathe-Nachhilfe nehmen anstatt im Internet zu surfen und auf Newsseiten rumscollen....
      Also warum jetzt so ein Gejammer wegen der Darstellung der Prozentangabe.
      Das wird glaub Statistisch so dargestellt/angegeben.
      2 1 Melden
  • weisse Giraffe 23.03.2015 12:00
    Highlight Highlight Das ist ein ziemlich typisches Beispiel dafür, warum Statistiken manchmal schlicht nicht sinnvoll sind. Weil Zweibergen das extremste Beispiel ist, gehe ich mal darauf ein. 279 Anzeigen auf 1000 Einwohner bedeutet bei 86 Einwohnern, es gab 24 Anzeigen. Bei einer so kleinen Grundgesamtheit ist der Wert sehr anfällig auf kleinste Veränderungen.

    Ausserdem - 24 Anzeigen auf 86 Einwohner sind viel - aber wenn man, wie oben aufgeführt, die Lage noch mit einbezieht und davon ausgeht, dass es nicht die Einwohner sind, die kriminell sind, ist es eigentlich eher wenig...
    43 3 Melden
    • Ehringer 23.03.2015 13:25
      Highlight Highlight Wenn man im Artikel zwischen den Zeilen liest wird das schon angetönt. Könnte etwas klarer hervorkommen, aber ich finde der Artikel behandelt das schon gut.
      (Übrigens: Vatikanstaat ist seit Jahren der kriminellste Staat der Welt, nur um deinen Kommentar zu unterstreichen ^^)
      16 2 Melden

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