Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Bekannte über den Dschihadisten

«Çendrim R. war ein aggressiver und unfreundlicher Typ» 

In der Südtürkei soll er als Terrorist drei Menschen auf dem Gewissen haben. In Brugg sind ehemalige Bekannte von Çendrim R., der im Aargau aufgewachsen ist, schockiert von seiner Tat.



Çendrim R. ist in Brugg aufgewachsen und nun ein Dschihadist – Mitte März war er angeblich in einen Terroranschlag auf einen Kontrollpunkt in der Südtürkei verwickelt und verhaftet worden. Drei Menschen starben, darunter ein Polizist und ein Soldat. Tele M1 konnte mit Leuten aus seinem früheren Umfeld sprechen. Blerta Cikaqi kennt den Brugger Gotteskrieger aus seiner Kindheit. Dass er nun zum Terroristen geworden sein soll, schockiert sie: «Er begann den Koran zu lesen». Und er habe sich einen langen Bart wachsen lassen. «So kenne ich ihn einfach nicht. Ich war recht verwundert, als ich seine Fotos gesehen habe.»

Andere Leute wollen unbekannt bleiben, weil sie Angst haben vor ihm und seinen Brüdern. Sie reden nur anonym mit dem regionalen TV-Sender: «Er war ein aggressiver und unfreundlicher Typ.» Man kannte ihn einfach, weil er mit seiner Art immer aufgefallen sei. Er war unbeliebt, weil die Leute Angst gehabt haben vor ihm.  

Ein Artikel der Aargauer Zeitung

Sehen Sie das Tele-M1-Video hier.

Çendrim Ramadani, Dschihadist aus der Schweiz, verhaftet in der Türkei.

Çendrim R. Bild: z. V. g.

Sein Werdegang in der Schweiz 

Er ist in Brugg aufgewachsen, ging hier zur Schule – und wurde Dschihadist: Çendrim R. Er wurde kürzlich in der Türkei verhaftet, weil er in ein Attentat verwickelt sein soll: Vor einer Woche haben europäische Dschihadisten in der Südtürkei einen Kontrollpunkt der Polizei attackiert. R. soll sich auf der Rückreise aus dem syrischen Bürgerkrieg nach Kosovo befunden haben. 

Türkische Medien berichten, dass er der aufständischen Gruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (Isis) angehört. Diese Terrormiliz steht der al-Qaida nahe. R. ist um die 23 Jahre alt und hat einen grossen Bruder. Wie Fussballer Xherdan Shaqiri stammt er aus Gjilan, einer Stadt im Südosten des Kosovo. Laut dem Tagesanzeiger kam er als Siebenjähriger während des Krieges in die Schweiz – nach Brugg, wo seine Verwandten leben. Hier ging er zur Schule. 

Ein Bekannter von R. erzählte dem Tagesanzeiger, dass R. in der Realschule durch Gewaltausbrüche aufgefallen sei und immer wieder in Schlägereien verwickelt war. Auch einen Lehrer habe er angegriffen. Zudem habe R. immer ein Messer auf sich getragen. Nach der Schule absolvierte er keine Lehre, sondern wurde kriminell: Wegen eines bewaffneten Raubüberfalls auf einen Juwelier soll er eine dreijährige Haftstrafe in der Justizvollzugsanstalt Lenzburg abgesessen haben. 

2013 ausgeschafft

Ende Februar 2013 wurde R., der offiziell Bürger von Serbien-Montenegro ist, ausgeschafft. Seine Aufenthaltsbewilligung für die Schweiz wurde ihm entzogen. «Wegen erheblicher Straffälligkeit», so eine Sprecherin des Bundesamts für Migration gegenüber dem Tages-Anzeiger, «ist die Person weggewiesen worden.» In der Schweiz ist R. nicht als besonders gläubig aufgefallen. 

Wann und wo er sich so radikal dem Islam zuwandte, ist nicht bekannt – verschiedene Medien berichten, es sei während seiner Haft in Lenzburg geschehen. Andere wiederum glauben zu wissen, dass R. erst nach seiner Ausreise aus der Schweiz zum Dschihadisten wurde. Zu seiner Familie soll er über längere Zeit keinen Kontakt gehabt haben. Dass junge Albaner im syrischen Bürgerkrieg kämpfen, ist bekannt: Laut albinfo.ch, dem schweizerisch-albanischen Infoportal, hat die freie syrische Armee rund 800 Freiwillige aus Albanien, Mazedonien und Kosovo rekrutiert. (nro/fam)

DANKE FÜR DIE ♥

Da du bis hierhin gescrollt hast, gehen wir davon aus, dass dir unser journalistisches Angebot gefällt. Wie du vielleicht weisst, haben wir uns kürzlich entschieden, bei watson keine Login-Pflicht einzuführen. Auch Bezahlschranken wird es bei uns keine geben. Wir möchten möglichst keine Hürden für den Zugang zu watson schaffen, weil wir glauben, es sollten sich in einer Demokratie alle jederzeit und einfach mit Informationen versorgen können. Falls du uns dennoch mit einem kleinen Betrag unterstützen willst, dann tu das doch hier.

Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen?

(Du wirst zu stripe.com (umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)

Oder unterstütze uns mit deinem Wunschbetrag per Banküberweisung.

Nicht mehr anzeigen

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Analyse

3 Hauptargumente der KVI-Gegner auf dem Prüfstand

Der Kampf um die Konzernverantwortungsinitiative (KVI) tobt unerbittlich. Dabei argumentieren die Gegner auch mit Vorwürfen, die sich bei genauerer Betrachtung als falsch herausstellen. Drei Argumente im Prüfstand.

Im Abstimmungskampf zur KVI gehen die Wogen hoch. Ja-Fahnen zieren jeden zweiten innerstädtischen Balkon, die Initianten machten diese Abstimmung zur teuersten aller Zeiten. Auf der anderen Seite werden die Initianten auf Facebook in einer Verleumdungskampagne als «linke Krawallanten» verunglimpft und Ueli Maurer wird «bei der Arroganz, die hinter dieser Initiative steckt, fast schlecht».

So hart die Bandagen in diesem Kampf sind, so knapp wird wohl auch das Ergebnis werden. Momentan liegen …

Artikel lesen
Link zum Artikel