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Die gute Nachricht: Der Klimawandel ist im Bewusstsein der Schweizer angekommen. Die schlechte Nachricht: Kaum jemand tut was dagegen

Das Umweltbewusstsein in der Schweizer Bevölkerung ist laut einer neuen Studie deutlich gewachsen. Vor allem Massnahmen zum Klimaschutz finden Unterstützung, und auch die Energiewende wird mehrheitlich vom Volk getragen. Persönliche Massnahmen fallen aber vielen schwer.



Dies gaben gfs-zürich und WWF Schweiz am Montag bekannt. Eine klare Mehrheit von 57 Prozent der Bevölkerung habe sich Ende 2014 als überdurchschnittlich umweltbewusst gesehen, heisst es. Im Vorjahr seien es mit 49 Prozent noch weniger als die Hälfte gewesen.

Auch der Anteil jener, die ihr tatsächliches Umweltverhalten als überdurchschnittlich beurteilten, sei um drei Prozentpunkte auf 48 Prozent gestiegen, wie die repräsentative Univox Umwelt 2014 Umfrage des Markt- und Sozialforschungsinstituts gfs-zürich in Zusammenarbeit mit dem WWF Schweiz zeigt.

Aber: Nur ein Drittel fühlt sich persönlich betroffen

Von den 1009 Befragten würden mehr als zwei Drittel den Klimawandel als eines der grössten Umweltprobleme sehen, auch wenn sich erst gut ein Drittel persönlich betroffen fühle. Sieben von zehn Befragten fänden, dass mehr für den Klimaschutz getan werden müsste.

Aber: Nur ein Fünftel spart Strom und Heizöl

Die Umsetzung im Alltag mit freiwilligen Massnahmen falle aber nicht allen leicht: Immerhin rund ein Drittel fahre weniger Auto und gerade mal rund ein Fünftel spare zu Hause Strom und Heizöl. Staatliche Klimaschutzmassnahmen würden dagegen von 56 Prozent der Befragten unterstützt.

Für 77 Prozent der Befragten sei auch die Energiewende nicht nur eine gute Idee, sondern ein umsetzbares Ziel, wie 55 Prozent fanden. 15 Prozent erwarteten Nachteile für die Wirtschaft, während 44 Prozent die Energiewende als wirtschaftlich vorteilhaft einschätzten.

Generell habe die Bevölkerung sämtliche abgefragten staatlichen Massnahmen für den Umweltschutz unterstützt, insbesondere fürs Energiesparen und zum Schutz des Bodens. Als Grund nannten die Menschen gemäss der Mitteilung die Sorge um grosse Umweltbelastungen, die Liebe zur Natur und die Verantwortung für künftige Generationen.

Als wichtigste Probleme würden nebst dem Klimawandel der hohe Ressourcenverbrauch generell sowie die Kernkraft wahrgenommen. Selbst bei Sympathisantinnen und Wählern der SVP überwögen die Bedenken gegenüber der Atomkraft und die Angst vor dem Klimawandel.

Die Bevölkerung denkt umweltfreundlicher als die Politik

Für WWF-Chef Thomas Vellacott macht die Univox-Studie Mut: «Denn die Studie zeigt, dass die Bevölkerung oft umweltfreundlicher denkt als die politischen Entscheidungsträger», wird er zitiert. Der WWF Schweiz lanciert am Montag auch eine neue Klimaschutz-Kampagne mit dem Titel «Umweltschutz – Last oder Chance?» Damit will der WWF alle auffordern, Position zu beziehen. (wst/sda)

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