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ZUR MELDUNG, DASS GEGEN CHRISTIAN WASSERFALLEN IM ZUSAMMENHANG MIT DER KONTROVERSE UM DIE FUEHRUNG DES STRASSENVERKEHRSVERBANDES ACS STRAFANZEIGE EINGEREICHT WURDE, STELLEN WIR IHNEN AM MONTAG, 8. AUGUST 2016, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG -  Portrait von Christian Wasserfallen, Nationalrat der FDP des Kantons Bern, aufgenommen am 1. Dezember 2015 in Bern. (KEYSTONE/Gaetan Bally).

Hat genug vom ganzen Theater: FDP-Mann Christian Wasserfallen möchte doch nicht ACS-Präsident sein. Bild: KEYSTONE

Bizarre «Schlammschlacht» um ACS-Präsidium: Wasserfallen zieht sich überraschend zurück



Im Machtkampf um den Automobil-Club (ACS) kommt es zu einer überraschenden Wende: Der Berner FDP-Nationalrat Christian Wasserfallen, der im Juni von einem Teil der Verbandssektionen zum ACS-Präsidenten gewählt wurde, zieht sich zurück. «Es reicht», sagte er.

In einem Interview mit der «NZZ am Sonntag» sagte Wasserfallen, er «trete im Hinblick auf die nächste Delegiertenversammlung von Mitte September zurück». Wasserfallen war von Gegnern des damaligen ACS-Präsidenten Mathias Ammann postiert worden und an einer Versammlung am 23. Juni, die nicht von allen Seiten akzeptiert wurde, gewählt worden.

«Ich will, dass dieser Verband zur Ruhe kommt und sich selber findet», sagte Wasserfallen. Elf von 19 Kantonalsektionen hätten ihn für die geplante Delegiertenversammlung von Mitte September, an der es erneut zu einer Präsidentenwahl kommen soll, nominiert. Er ziehe sich deshalb aus einer «Position der Stärke» zurück.

An der Versammlung im September wäre es wohl zu einer Kampfwahl um das ACS-Präsidium gekommen, nachdem der Schaffhauser SVP-Nationalrat Thomas Hurter sein Interesse am Amt angemeldet hat. Die Frage, ob er nun Hurter unterstütze, beantwortete Wasserfallen nicht direkt. Es brauche Reformen im ACS und die neue Führung müsse breit abgestützt sein, sagte er. Er wolle sich aber in solche Fragen nicht einmischen.

Holenstein zieht sich auch zurück

Mit Wasserfallens Rückzug zeichnet sich eine Entschärfung im Streit ab, zumal bereits am Samstag bekannt geworden war, dass sich auch Stefan Holenstein nicht mehr als ACS-Generaldirektor zur Verfügung stellen will. Mit seinem Rücktritt wolle er dem Verband «einen unbelasteten Neuanfang in der Führung» ermöglichen, liess Holenstein über seinen Sprecher mitteilen.

Holenstein war im Juni dieses Jahres vom Präsidenten Ammann von seinem Amt suspendiert worden, weil er arbeitsrechtliche Vorschriften nicht eingehalten haben soll. Holenstein weist diese Vorwürfe «aufs Schärfste» zurück. Mit der Suspendierung eskalierte der Machtkampf beim ACS.

Vorwürfe an «alte Garde»

Seinen Gegnern – der früheren Führung um Ammann – wirft Wasserfallen im Interview eine «Schlammschlacht» vor. Seiner Meinung nach wurden im Konflikt um den ACS «Grundregeln der Demokratie» nicht eingehalten. Es hätten beispielsweise einige Sektionen bereits angekündigt, «es sei nicht zu goutieren», sollte er gewählt werden.

Der Streit zwischen den verschiedenen Fraktionen im Verband war in den vergangenen Wochen zunehmend über die Medien ausgetragen worden. Zudem kam es zu mehreren Anzeigen und Klagen. Wasserfallen liess ACS-Konten sperren.

Von ihm selbst gehe keine einzige Klage aus, sagte Wasserfallen. Er sei bereit, auf einen Rückzug von Klagen seiner Unterstützer hinzuwirken. Klagen gegen ihn selbst bezeichnet er als «bizarr». (sda)

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