Schweiz
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Adrian Amstutz, Nationalrat SVP-BE und Wahlkampfleiter, spricht bei der Delegiertenversammlung der SVP Bern, am Donnerstag, 19. September 2019 in Spiez. (KEYSTONE/Peter Klaunzer)

Adrian Amstutz: Der SVP-Wahlkampfleiter will die FDP in Bern nicht unterstützen. Bild: KEYSTONE

«Zweite Linie leer lassen!» Adrian Amstutz sorgt für Dissonanzen in der Berner SVP



Der populäre SVP-Nationalrat Adrian Amstutz ruft dazu auf, im zweiten Wahlgang der Berner Ständeratswahlen FDP-Kandidatin Markwalder nicht zu wählen. SVP-Präsident Salzmann glaubt aber nicht, dass parteiintern das bürgerliche Zweierticket in Frage gestellt wird.

Amstutz hat seinen Aufruf auf Facebook platziert. Er begründet seine Wahlempfehlung nicht, sondern schreibt lediglich: «Meine Empfehlung für den 2. Wahlgang Ständerat: NUR WERNER SALZMANN WÄHLEN! Zweite Linie leer lassen!», wie am Donnerstag die Tageszeitungen des Tamedia-Konzerns im Internet berichteten.

In der online-Ausgabe der «Berner Zeitung» wird Amstutz mit der Aussage zitiert, wer Salzmann als Ständerat wolle, müsse erstens unbedingt wählen gehen und zweitens einzig Salzmann auf den Zettel schreiben. Diese Empfehlung sei eine Folgerung aus Ständeratswahlkämpfen früherer Jahre - auch aus seinem eigenen im Jahr 2011 und jenem von SVP-Präsident Albert Rösti im Jahr 2015.

Beide seien gescheitert, «weil die anderen sogenannt bürgerlichen Parteien verdeckt die Linke sowie deren EU- und migrationsfreundlichen Kurs unterstützt haben», so Amstutz. So sei die SVP ausgebootet worden.

Amstutz bestätigte auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA diese Aussagen in der «Berner Zeitung». 2011 und 2015 wurden im Kanton Bern Werner Luginbühl (BDP) und Hans Stöckli (SP) in den Ständerat gewählt. Rösti trat 2015 nicht zum zweiten Wahlgang an.

Salzmann «nicht glücklich»

SVP-Präsident Werner Salzmann sagte am Donnerstag auf Anfrage, Ziel der bürgerlichen Parteien im zweiten Wahlgang der Ständeratswahlen vom 17. November sei es, zwei Sitze zu holen. Dass es inhaltliche Differenzen zwischen SVP und FDP gebe, sei normal. Über Amstutz' Äusserung sei er nicht glücklich.

Ausser von Adrian Amstutz habe er keine Äusserungen in dieser Richtung gehört. Er habe «absolut keine Angst», dass es innerhalb der SVP zu einem «Anti-Markwalder-Coup» komme, so der Präsident der bernischen SVP weiter.

Salzmann kam im ersten Wahlgang vom vergangenen Sonntag auf Platz 3 der fünfzehn Kandidierenden, Markwalder auf Platz 5. Die dritte bürgerliche Kandidatin, Beatrice Simon, verzichtet auf den zweiten Wahlgang. Für Rot-Grün treten Hans Stöckli und Regula Rytz (Grüne) an, welche die Ränge 1 und 2 belegten.

ARCHIV - ZUR KANDIDATUR VON WERNER SALZMANN ALS NEUER FRAKTIONSCHEF DER SVP, AM DIENSTAG, 31. OKTOBER 2017, ERHALTEN SIE FOLGENDE ARCHIVBILDER ---- Kantonalpraesident und Nationalrat Werner Salzmann, BE, spricht an der Delegiertenversammlung der SVP, am Samstag, 26. August 2017, in Thun. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Werner Salzmann hat an der Empfehlung von Amstutz keine Freude. Bild: KEYSTONE

Wahlzettel: Parteileitung hat das Sagen

Am 30. Oktober trifft sich die bernische SVP zu einer Delegiertenversammlung. Die Parteileitung wird an diesem Abend die Parteibasis zum zweiten Wahlgang der Ständeratswahlen informieren. Einen Entscheid fällen über die Gestaltung des Wahlzettel beim zweiten Ständeratswahlgang müssen die Delegierten nicht.

Es sei auch keine Diskussion zur Wahlzettelgestaltung geplant, sagt Parteipräsident Salzmann. Die Gestaltung des Wahlzettels liege in der Kompetenz der Parteileitung. Wenn jemand zu diesem Thema etwas sagen wolle, sei das aber möglich.

Differenzen zwischen FDP-Kandidatin Christa Markwalder und der SVP gibt es insbesondere in der Europapolitik. Markwalder präsidierte beispielsweise mehrere Jahre lang die Neue Europäische Bewegung Schweiz (Nebs), die sich für eine Mitgliedschaft der Schweiz in der Europäischen Union stark macht. (sda)

Hier erfährst du alles zu den noch offenen Ständeratsrennen:

Wahlen 2019: Das sind die Neuen in Bern

Wahlen 2019 – SVP steht als Verliererin da

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44Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Posersalami 25.10.2019 19:32
    Highlight Highlight «weil die anderen sogenannt bürgerlichen Parteien verdeckt die Linke sowie deren EU- und migrationsfreundlichen Kurs unterstützt haben», so Amstutz.

    Das Leben als Spinner muss recht einfach sein. Wenn einem etwas nicht passt, einfach eine VT erfinden, egal wie blöd sie ist. passt
  • Bruno Meier (1) 25.10.2019 18:46
    Highlight Highlight Im Prinzip hat er Recht. Nur, die SVP kann in der jetzigen Situation gar nicht gewinnen, respektive einen Kandidaten/in durchbringen. Die SVP Wähler unterstützen i.d.R. den FDP Kandidaten, im Gegenzug stimmen die FDP Wähler jedoch nicht für die SVP. Ausserdem wählen einige Mitte-/Wechsel-/ oder gar Linkswähler die FDP nur aus dem Grund, um die SVP zu verhindern. Somit bekommt die FDP und auch CVP/SP oft einen Sitz bei einer "Personenwahl", obwohl das Stammwählerpotential dafür nicht ausreichen würde.
    So lange der gesunde Menschenverstand bei den Gewählten vorhanden ist, ist es mir egal.
  • TheDoctor 25.10.2019 11:17
    Highlight Highlight Ich bin als Linker der Meinung, dass kein allgemeiner Anspruch auf einen Ständeratssitz besteht. Mögen die besten KandidatInnen gewinnen.
  • Hans Jürg 25.10.2019 10:01
    Highlight Highlight Also ich bitte alle SVP- und insbesondere Amstutz-Fans, Adrian Amstutz zwei Mal auf den Zettel zu schreiben...
    • Nilda84 25.10.2019 19:39
      Highlight Highlight #spreadtheword 👍🏼😅
  • rodolofo 25.10.2019 07:54
    Highlight Highlight Amstutz ist nur äusserlich der "Richard Geere des Berner Oberlands".
    Innerlich ist er ein typischer "Es paar a t Oore chasch haa!"-SVP-Hardliner, ohne jegliches Feingespür für die Bedürfnisse der gehobenen Damenwelt.
    Da lobe ich mir noch die traditionellen Kavaliere aus Kasachstan!
    Die wissen noch, wie man eine "Von Markwalder" anständig und gebührend (mit Lobbyisten-Gebühr) behandelt!
  • Nick Name 24.10.2019 22:49
    Highlight Highlight Anders gesagt: Die Wahrscheinlichkeit für eine Berner «Sensation» steigt.
  • sägsäuber 24.10.2019 22:30
    Highlight Highlight Wer ist jetzt der Wurm und wer der Apfel?

    Salzmann streichen, Simon auf den Zettel!
  • markus greenaway 24.10.2019 21:44
    Highlight Highlight Bin ich froh wenn dieser amstutz endlich seinen lebensabend geniessen geht
  • Der_Andere 24.10.2019 21:19
    Highlight Highlight Beatrice Simon zum Rückzug bewegen und dabei auf bürgerliche Einigkeit machen, damit der Regierungsratssitz in trockenen Tüchern bleibt, nur um dann Markwalder auszubremsen. Top.

    Seien wir doch ehrlich. Kaum jemand aus der Mitte wird Salzmann Christa Markwalder vorziehen. Die glp Wähler nicht, die FDP Wähler nicht, die BDP Wähler nicht. Und die Linken auf keinen Fall.

    Markwalder hat gute Chancen die SVP im zweiten Wahlgang hinter sich zu lassen. Die SVP bekommt kalte Füsse. Und Amstutz rührt die Werbetrommel. Als Bürgerlicher käme Salzmann für mich spätestens jetzt nicht mehr in Frage.
  • Magnum44 24.10.2019 19:43
    Highlight Highlight Sehe den Sinn nicht ganz, auch ein SVP Wähler sollte Interesse an einem zweiten bürgerlichen Kandidaten haben?
    • Watson - die Weltwoche der SP 26.10.2019 11:28
      Highlight Highlight Naja die ehemalige NEBS Präsidentin ist nicht wirklich bürgerlich.
  • Moelal 24.10.2019 19:16
    Highlight Highlight Da kann man nur sagen: 😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂😂
  • Juliet Bravo 24.10.2019 18:29
    Highlight Highlight Dieses Duo will so gar nicht zusammenpassen. Gibt s SVP-Wähler, die Markwalder wählen?
  • Cosmopolitikus 24.10.2019 18:28
    Highlight Highlight Finde der Amstutz hat schon recht; die zweite Linie darf wirklich leer bleiben...
    ... sofern Markwalder auf der ersten Linie steht 😉
    • Calvin Whatison 24.10.2019 18:35
      Highlight Highlight Was hat diese Frau im Ständerat verloren?

      Nichts.

      Eben.


      🤣🤣🤣🤣
  • TanookiStormtrooper 24.10.2019 18:26
    Highlight Highlight "Es gibt die SVP und es gibt die Anderen."
    Nur leider scheint der SVP nicht klar zu sein, dass die Anderen in einer deutlichen Mehrheit sind. Die SVP holt ausserhalb ihrer Wählerschaft praktisch keine Stimmen und ist deshalb im Ständerat nicht so gut vertreten. Alle anderen Parteien haben konsensfähige Kandidaten, die über die Parteigrenzen respektiert werden, die SVP kann nur Reizfiguren wie Salzmann oder Köppel aufbieten, welche zur Befahlsausgabe nach Herrliberg pilgern müssen.
  • Raphael Keller 24.10.2019 18:24
    Highlight Highlight Trotzdem glaubt die FDP, in der SVP einen Partner zu haben. Auch nach SVP-Aussagen und -Darstellungen, wonach die FDPler "Weichsinnige" und Würmer seien. Selber schuld.
  • wasps 24.10.2019 18:20
    Highlight Highlight Amstutz? Der Dirigent des SVP Wahldebakels? Der Oberstratege mit den Würmern? Dann kommt’s gut, dann werden die FDPler mehrheitlich nicht Salzmann wählen. Der geht in die Hose, bestimmt!
  • Garp 24.10.2019 18:16
    Highlight Highlight Aus wahltaktischen Gründen, hab ich auch schon die zweite Zeile leer gelassen, wenn das auch ganz andere Situationen waren. Da gabs noch keine Grüne z.B. nur bürgerlich oder SP.
  • dho 24.10.2019 18:14
    Highlight Highlight Auf der zweiten Zeile hat es Platz für Regula Rytz. Adrian Amstutz ist ein Genie 😉
  • Fanta20 24.10.2019 18:03
    Highlight Highlight Genau wegen solch unkollegialer Äusserungen hat die SVP vermehrt grosse Mühe, Mehrheiten für ihre Anliegen zu finden.
    • dan2016 24.10.2019 18:46
      Highlight Highlight ich meine, die Äusserung von Amstutz ist harmlos. Markwalder ist aus Sicht der SVP nun wirklich die Verkörperung des Wurmes im Apfel.....
  • Tekkudan 24.10.2019 17:57
    Highlight Highlight "...
    Die Gestaltung des Wahlzettels liege in der Kompetenz der Parteileitung.
    ..."

    ????
    Bekommen die Berner Stimmbürger etwas Vorgedrucktes aus Herrliberg?
    • äti 24.10.2019 20:25
      Highlight Highlight ... nicht bloss die Berner. Alle.
  • Pafeld 24.10.2019 17:55
    Highlight Highlight So kann man es natürlich auch sagen, wenn man ums verrecken keine mehrheitsfähigen Positionen vertreten will.
  • Einloz 24.10.2019 17:43
    Highlight Highlight Amstutz hätte auch empfehlen können, den Salzmann zu panaschieren - käme auf dasselbe hinaus (NB.: brauchts einen Ironie-Hinweis?).
  • Yamamoto 24.10.2019 17:43
    Highlight Highlight Als linker Berner bedanke ich mich beim Ädu ganz herzlich für die Wahlhilfe! Genauso muss man es machen, wenn man FDP-Wähler/-innen vergraulen möchte, sodass sie im Gegenzug Salzmann nicht unterstützen werden. ;)
  • tnhser 24.10.2019 17:33
    Highlight Highlight Ich bin als Linker der Meinung, dass die SVP aufgrund der Demographischen Bedingungen im Kanton Bern auch einen Bürgerlichen Standerat verdient hat, mit der Auswahl vom Parteisoldaten Salzmann haben sie sich aber ins eigene Knie geschossen.. Wenn man nicht Konsensfähig ist, hat man im Ständerat nichts verloren, Wähleranteil hin oder her..
    • ingmarbergman 24.10.2019 17:47
      Highlight Highlight Der Ständerat sollte ja die Kantone vertreten. Wieso dann nicht einfach die Resultate der Nationalratswahlen im Proporz für den Ständerat übernehmen? Also im Prinzip je einen Sitz für die beiden grössten Parteien im Kanton (ausser eine Partei hat mehr als 50% Wähleranteil).
      So würden die Ständeräte am ehesten den Wählerwillen im Kanton abbilden.
    • Stogge 24.10.2019 18:01
      Highlight Highlight Weisst du was den Wählerwillen am besten repräsentiert? Eine Wahl vielleicht?

      Ständeratswahlen sind für mich immer starke Personenwahlen und das finde ich auch richtig. Nur wegen der Partei werde ich nie einen Ständerat wählen.
    • Astrogator 24.10.2019 18:15
      Highlight Highlight Was hat eine rechtspopulistische SVP mit "bürgerlich" zu tun?
    Weitere Antworten anzeigen
  • PlayaGua 24.10.2019 17:16
    Highlight Highlight Das ist eigentlich nichts als logisch, denn viel weiter entfernt als Salzmann und Markwalder kann man fast nicht sein.
    • Shabaqa 24.10.2019 17:41
      Highlight Highlight Doch, man kann so weit voneinander entfernt sein wie Salzmann und Rytz und das ist viel weiter. Ist zudem ein Eigentor, da jetzt Mitte- und FDP- Wähler Salzmann erst recht nicht wählen, Linke aber Rytz und Stöckli aufschreiben.
    • Raphael Keller 24.10.2019 18:24
      Highlight Highlight Trotzdem glaubt die FDP, in der SVP einen Partner zu haben. Auch nach SVP-Aussagen und -Darstellungen, wonach die FDPler "Weichsinnige" und Würmer seien. Selber schuld.
    • sägsäuber 24.10.2019 22:24
      Highlight Highlight Dann streichen wir halt den Salzmann auf der Liste!
  • giandalf the grey 24.10.2019 17:10
    Highlight Highlight Let'em fight. Let'em self destruct.
    • Nonald Rump 24.10.2019 21:54
      Highlight Highlight Denke ich von den Demokraten in den USA ;)
    • Spooky 25.10.2019 03:33
      Highlight Highlight Nonald Rump

      Hehe, genau das habe ich auch gedacht ;-)

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