Schweiz
Gesellschaft & Politik

Ständerat wünscht keine zusätzlichen Abklärungen der Terrorgefahr

Ständerat wünscht keine zusätzlichen Abklärungen der Terrorgefahr

07.03.2023, 12:1107.03.2023, 12:11
Jacqueline de Quattro, FDP-VD, Kommissionssprecherin in der Debatte um die Beschaffung des neuen Kampfjets F-35, spricht zur Grossen Kammer, an der Herbstsession der Eidgenoessischen Raete, am Donners ...
Gemäss Text der Motion von Nationalrätin Jacqueline de Quattro (FDP/VD) sollte die terroristische Bedrohung, die von einer Person ausgeht, vor deren Freilassung aus der Untersuchungshaft oder aus dem Straf- oder Massnahmenvollzug umfassend beurteilt werden.Bild: keystone

Der Ständerat sieht keinen Handlungsbedarf, potenziell gefährliche Personen mit einer terroristischen Gesinnung besser zu überwachen. Er hat am Dienstag eine entsprechende Motion aus dem Nationalrat abgelehnt. Damit ist der Vorstoss erledigt.

Der Nationalrat hatte im vergangenen Herbst Gesetzesänderungen vorgeschlagen. Gemäss Text der Motion von Nationalrätin Jacqueline de Quattro (FDP/VD) sollte die terroristische Bedrohung, die von einer Person ausgeht, vor deren Freilassung aus der Untersuchungshaft oder aus dem Straf- oder Massnahmenvollzug umfassend beurteilt werden. Vorgeschlagen wurden ein zweites unabhängiges psychiatrisches Gutachten sowie die Erstellung von Berichten durch die Sicherheitsbehörden.

Der Ständerat zeigte indes kein Interesse an neuen Regeln. Bereits das geltende Recht enthalte diverse Regelungen, die sicherstellten, dass die Gefährlichkeit einer Person vor deren Freilassung sorgfältig geprüft werde, sagte Kommissionssprecher Carlo Sommaruga (SP/GE). So stünden den Behörden seit dem Inkrafttreten des Anti-Terror-Gesetzes im vergangenen Jahr neue Instrumente wie etwa Meldepflichten, Kontakt- und Ausreiseverbote oder Hausarrest zur Verfügung.

Auch der Bundesrat plädierte für ein Nein zum Vorstoss. Es bringe nichts, den Gutachterstaat aufzublähen, sagte die ehemalige Justizministerin Karin Keller-Sutter im Herbst im Nationalrat. Eine solche Bestimmung biete keine Gewähr für mehr Sicherheit. (sda/oee)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Das macht Greta Thunberg am Zurich Film Festival
Am Dienstagabend war die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg wegen des Dokumentarfilms «My Home of Wind and Sand» am Zurich Film Festival (ZFF). Der Film von Regisseur Patrick Wally handelt von Najla Mohamed-Lamin, die im Sahrawi-Flüchtlingslager in der algerischen Sahara aufgewachsen ist und sich von dort aus für die Unabhängigkeit der Westsahara einsetzt.
Zur Story