Trotz Ultimatum befindet sich eine grössere Gruppe Fahrender noch immer in Nidau BE auf dem ehemaligen Expo.02-Gelände. Dort deutete am frühen Nachmittag nichts auf einen Aufbruch der Jenischen hin. Allerdings war auch von der Polizei nichts zu sehen.
Die Fahrenden hatten sich am Freitag Zugang zum Areal verschafft, nachdem ihr Protestlager in Bern am Donnerstag geräumt worden war. Die Schweizer Jenischen protestieren für mehr Stand- und Durchgangsplätze im Land.
Die Stadt Biel als Eigentümerin des Geländes auf Nidauer Boden stellte den Fahrenden ein Ultimatum: Bis am Montagmittag müsse der Platz leer sein, sonst drohe die polizeiliche Räumung.
Rund 70 Wohnwagen und ihre Besitzer mit Familien hielten sich auf dem Gelände auf, das wegen der Regenfälle eher einem Tümpel glich, wie ein sda-Korrespondent am Montagmittag feststellte.
Eine andere Gruppe Fahrender begab sich nach der Räumung des Protestcamps in Bern nach Pruntrut JU. Der jurassische Regierungsrat Michel Thentz wollte sich am Montagnachmittag mit jenischen Vertretern treffen. Ziel ist es, eine legale Lösung zu finden.
Vor der zweiwöchentlichen Sitzung der jurassischen Regierung dürfte kein Entscheid zu erwarten sein. Im Moment tolerieren die jurassischen Behörden die Fahrenden auf dem Gelände im Osten von Pruntrut.
Die Fahrenden errichteten am vergangenen Dienstag in der Stadt Bern auf der Kleinen Allmend ein Protestcamp, um auf ihre Anliegen aufmerksam zu machen. Die Stadt zeigte zwar Verständnis für die Forderungen, liess das Gelände aber am Donnerstag dennoch räumen, weil der Platz für die Frühlingsmesse BEA benötigt wurde.