Schweiz
Gesellschaft & Politik

OECD: Die Schweiz reduziert ihren Beitrag zur Entwicklungshilfe

Auch die Schweiz reduziert ihren Beitrag zur Entwicklungshilfe

Die öffentliche Entwicklungshilfe ist 2025 im Vergleich zum Vorjahr um 23,1 Prozent zurückgegangen. Laut der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) handelt es sich dabei um den «stärksten Rückgang, der je verzeichnet wurde». Auch die Schweiz reduzierte ihren Beitrag weiter.
09.04.2026, 18:4409.04.2026, 18:44

Der Rückgang habe zu einer Senkung der weltweiten öffentlichen Entwicklungshilfe (ODA) auf ein Niveau geführt, das seit 2015 nicht mehr erreicht wurde, teilte die OECD am Donnerstag mit.

Die öffentliche Entwicklungshilfe belief sich damit auf durchschnittlich 0,26 Prozent des Bruttonationaleinkommens (BNE) der Mitgliedsländer. Nach Angaben der OECD ist dieser Rückgang hauptsächlich auf die fünf grössten Geberländer des Entwicklungshilfeausschusses zurückzuführen: Deutschland, die USA, Grossbritannien, Japan und Frankreich.

Allein die Vereinigten Staaten seien jedoch für drei Viertel dieses Rückgangs verantwortlich. Die Rückgänge bei der öffentlichen Entwicklungshilfe betrafen vor allem die bilaterale Hilfe und die Finanzierung der Uno, insbesondere im Zusammenhang mit der Auflösung von USAID.

21032026 - Eine Frau traegt einen Sack auf dem Kopf. Im Hintergrund ein verblasstes Schild der Food and Agriculture Organisation der United Nations Genre-Fotos aus Yambio in der Provinz Western Equato ...
Es wird immer weniger in die Entwicklungshilfe investiert.Bild: IMAGO / Paul-Philipp Braun

«Dieser Rückgang wirft Fragen hinsichtlich der Effizienz und Wirksamkeit der weiterhin geleisteten öffentlichen Entwicklungshilfe sowie hinsichtlich der unsicheren kurzfristigen Aussichten für die internationale Architektur der Entwicklungsfinanzierung auf», teilte die OECD weiter mit. Dies umso mehr, als die OECD für 2026 einen weiteren Rückgang der öffentlichen Entwicklungshilfe um 5,8 Prozent erwartet.

Auch die Schweiz reduzierte ihren Beitrag zur öffentlichen Entwicklungshilfe. Im vergangenen Jahr machte er 0,46 Prozent des Bruttonationaleinkommens aus, während er 2024 noch bei 0,49 Prozent lag.

Die Organisation Alliance Sud wirft der Schweiz daher vor, das im Legislaturprogramm festgelegte Ziel von 0,5 Prozent des BNE nicht zu erreichen, wie sie am Donnerstag mitteilte. Dies sei denn auch nicht im Sinne der Bevölkerung: Eine Umfrage der ETH Zürich besagt, dass drei Viertel der Schweizer Bevölkerung gegen eine weitere Senkung der öffentlichen Entwicklungshilfe sind. (hkl/sda)

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37 Kommentare
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Alnothur
09.04.2026 23:14registriert April 2014
Da 90% der "Entwicklungshilfe" sowieso irgendwo in der jeweiligen Landeselite versickert, ist das kein grosser Verlust.
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Pidemitspinat
09.04.2026 20:03registriert März 2018
Entwicklung zu was? Wofür? Zu wessen Profit? Zu wessen Lasten?

Entwicklungshilfe ist übrigens immer an Bedingungen gebunden. Oft auch gefärbt von Trickledownideologie. Und das funktioniert in Drittweltländern noch weniger als hier.
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Zürcheroberländer
09.04.2026 22:13registriert Februar 2026
Wenn man sieht das mit der Entwicklungshilfe nichts erreicht wurde. Dann muss man sich die Frage stellen, ob man sie weiterführen soll. Wen man sie weiterführen will, dann muss man das System überdenken und andere Wege gehen. Ich bin für letzteres. Es braucht grundsätzlich neue Ansätze.
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