Schweiz
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Sonntagszeitungen: Künstliche Intelligenz gegen Corona und Klima-Lenkungsmassnahmen



Das schreiben die Sonntagszeitungen:

Initiative gegen Gewalt an Frauen

FDP-Bundesrätin Keller-Sutter hat eine Initiative gegen Gewalt an Frauen angekündigt. «Ich will eine Roadmap gegen Gewalt an Frauen, die zeigt, wo der Bund und die Kantone Verbesserungspotenzial haben», sagte die Justizministerin gegenüber der «NZZ am Sonntag». Im Frühling solle eine diesbezügliche Tagung mit Vertretern von Bund, Kantonen und privaten Organisationen stattfinden.

So sollen explizit Organisationen einbezogen werden, die sich professionell in diesem Bereich engagieren. «Gerade die Frauenhäuser sind nach wie vor sehr wichtig, um in akuten Krisen Schutz bieten zu können», betonte die Politikerin. Für einen besseren Schutz der Frauen ist Bundesrätin Keller-Sutter zudem grundsätzlich bereit, stärker in die Privatsphäre von Paaren einzudringen. «Warum soll der Staat eingreifen, wenn es zu Übergriffen auf dem Trottoir kommt, aber nicht, wenn dasselbe im Haushalt passiert», fragte Keller-Sutter rhetorisch.

Verbier und seine Briten

Die Meldung, dass 200 britische Touristen am vergangenen Wochenende in einer Nacht-und-Nebel-Aktion aus der verordneten Quarantäne im Walliser Skiort Verbier geflohen seien, ist um die Welt gegangen. Doch einen Beleg für diesen Umstand gibt es laut einer Meldung der «NZZ am Sonntag» bisher immer noch nicht.

Eine solche Massenflucht habe es nicht gegeben, sagte zudem der Tourismusdirektor von Verbier, Simon Wiget, gegenüber dem Blatt. «Die Meldung eines Hoteliers über eine Abreise wurde als Verstoss gegen die Quarantänepflicht interpretiert. Journalisten schrieben ihn zur Massenflucht hoch», erklärte er. Die Zahl 200 sei zudem erfunden. «Wir haben keinerlei Kenntnisse von 200 Briten, die unerlaubt Verbier verlassen haben», hiess es auch von der Walliser Kantonspolizei gegenüber der «NZZ am Sonntag».

Die Behörde habe zudem keine Ahnung, woher diese Zahl 200 stamme. Die Dienststelle für Gesundheitswesen führe 454 britische Personen, die im ganzen Kanton Wallis in Quarantäne mussten, nicht nur in Verbier, hiess es. Bei 150 Personen habe die Kantonspolizei Stichproben durchgeführt. Dabei hätten sich 138 Briten ordnungsgemäss in Quarantäne befunden und lediglich zwölf Personen seien abgereist gewesen. Aber ob diese die Quarantäne gebrochen hatten, sei nicht klar, hiess es weiter. Die «SonntagsZeitung» berichtet ausserdem, dass es widersprüchliche Angaben in der Kommunikation des Bundesamtes für Gesundheit BAG gegeben haben könnte. Angaben aus der entsprechenden Medienkonferenz seien anders als die publizierte Quarantäneverordnung formuliert gewesen. Das BAG sieht darin allerdings keinen Widerspruch.

Social Distancing lässt nach

In der Schweiz hat laut einer Meldung des «SonntagsBlick» das sogenannte Social Distancing nachgelassen. Die Zeitung beruft sich auf Auswertungen der Handy- und Einkaufsdaten. Demnach sind in der zweiten Coronavirus-Welle deutlich mehr Personen unterwegs als noch im Frühling. «Seit Anfang November ist die Mobilität relativ konstant geblieben», sagte der stellvertretender Leiter des Statistischen Amts des Kantons Zürich, Peter Moser, diesbezüglich gegenüber dem Blatt.

Skiers wait in a ski lift line with a setup promoting social distancing during the coronavirus disease (COVID-19) outbreak, in the alpine resort of Villars-sur-Ollon, Saturday, December 19, 2020. (KEYSTONE/Valentin Flauraud)

Bild: keystone

Der bevölkerungsreichste Kanton des Landes habe beim Forschungsinstitut Intervista ein Monitoring in Auftrag gegeben, welches das Mobilitätsverhalten der Schweizer Bevölkerung während der Covid-19-Pandemie nachzeichne. Dafür würden die Handydaten von 2561 Personen im Alter von 15 bis 79 Jahren ausgewertet. Nachdem der Bundesrat Ende Oktober die ersten Massnahmen im Kampf gegen die zweite Coronavirus-Welle verordnete, pendelte sich die durchschnittliche Tagesdistanz der Menschen in der Schweiz bei 30 bis 35 Kilometern ein.

Dies seien rund zehn Kilometer weniger als in der Zeit vor dem Coronavirus, hiess es. Allerdings sei dies deutlich mehr als während des Lockdowns im Frühling. Damals seien zeitweise gerade mal 15 bis 20 Kilometer pro Tag zurückgelegt worden, hiess es weiter. Und das Einkaufsverhalten habe sich gegenüber den vergleichsweise entspannten Monaten im Sommer und Herbst nur minimal verändert. «Mobilitätsanlässe, wie das Lädele, sind nicht versiegt», erklärte Moser gegenüber dem «SonntagsBlick».

Hildebrand will Klimawandel bekämpfen

Der ehemalige Nationalbankchef und Topmanager des US-Finanzriesen Blackrock, Philipp Hildebrand, will die Ungleichheit und den Klimawandel bekämpfen. Dies sagte er in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Es gebe drei grosse Themen, bei denen etwa die OECD, bei der sich Hildebrand um einen Chefposten bewirbt, eine wichtige Rolle spielen könne.

epa08780704 Philipp Hildebrand, a former head of the Swiss Central Bank, speaks at a press conference in Bern, Switzerland, 28 October 2020. The Swiss government has nominated Hildebrand as candidate to lead the Organization for Economic Co-operation and Development (OECD). To date there are eight candidates for the succession of acting OECD secretary general Angel Guria of Spain.  EPA/PETER KLAUNZER

Bild: keystone

«Das erste ist das Problem der Ungleichheit. Das Wirtschaftsmodell der vergangenen 15 Jahre hat dazu geführt, dass die Ungleichheit bei Einkommen und der Vermögensverteilung weltweit grösser geworden ist», sagte er. Das zweite Thema sei, Gelder so zu investieren, dass sie gleichzeitig das Wachstum förderten und den Klimawandel bremsten. Und als drittes grosses Thema bezeichnet Hildebrand den Umbau des Steuersystems. «Wir brauchen weltweite Lösungen im Bereich der digitalen Steuern. Die Kombination aus Digitalisierung und Globalisierung führt dazu, dass es leicht ist, dass Konzerne überhaupt keine Steuern mehr zahlen», erklärte er. Daher sei Hildebrand im Grundsatz für eine Mindestbesteuerung, betonte er.

Pro Patria verzeichnet hohe Verluste

Die Stiftung Pro Patria, die 1909 gegründet wurde und die Gelder zum Erhalt von Baudenkmälern und Bräuchen vergibt, kämpft laut einer Meldung der «NZZ am Sonntag» mit finanziellen Problemen. Weil die Erträge aus dem Verkauf von 1.-Augst-Abzeichen und von Pro-Patria-Marken in den vergangen Jahren regelrecht eingebrochen seien, schreibe die Stiftung mit ihrem operativen Geschäft rote Zahlen.

Für das Jahr 2021 sei ein Verlust von 60'000 Franken budgetiert. Das Ergebnis falle nur noch darum positiv aus, weil Pro Patria auf Erträge aus ihrem Vermögen und von zwei Liegenschaften zurückgreifen könne, hiess es weiter. Wegen der Wirren in der Stiftung sind seit Frühling 2019 fünf Stiftungsräte zurückgetreten, unter ihnen der ehemalige Basler Regierungsrat Hans Martin Tschudi. Auch auf der Geschäftsstelle von Pro Patria sei es zu auffallend vielen Personalwechseln gekommen. Seit 2016 verliessen vier Geschäftsführer und Geschäftsführerinnen die Stiftung – oder mussten sie verlassen, so die Zeitung.

Konkordanzgespräche liegen auf Eis

Die vom heutigen Mitte-Präsidenten Gerhard Pfister lancierten Gespräche, um die Konkordanz neu zu verhandeln, liegen laut dem «SonntagsBlick» derzeit auf Eis. Und dieser Umstand habe nichts mit der Coronavirus-Pandemie zu tun, hiess es. Nach Terminen im März und im Sommer vergangenen Jahres sei es zum Eklat gekommen.

Weil die SVP den von ihr gewählten Bundesrichter Yves Donzallaz ungebührlich unter Druck setzte, hätten SP, FDP und die damalige CVP eine bereits geplante Aussprache in der Herbstsession platzen lassen. Auch während der Wintersession im Dezember sei kein weiteres Treffen mehr zustande gekommen, hiess es weiter. Pfister verweist gegenüber dem Blatt auf die neuen Präsidien von SVP und von SP. «Die Bereitschaft dieser Parteispitzen für weitere Gespräche ist gegenwärtig noch offen», sagte er diesbezüglich gegenüber der Zeitung.

Viele unbesetzte Stellen

Trotz der Coronavirus-Krise gibt es laut der «SonntagsZeitung» derzeit viele offene Stellen in der Schweiz. Das Blatt beruft sich auf die aktuellen Zahlen der Datenfirma X28. Demnach gibt es derzeit 174'124 offene Stellen. Dies seien zwar 13 Prozent weniger als vor einem Jahr; allerdings sei dieser Stand bereits wieder etwas mehr als zum absoluten Tiefpunkt im Juni 2020 und gleich viele wie im Sommer 2018, hiess es.

Am meisten offene Stellen gebe es bei den Pflegeberufen, im Detailhandel, den handwerklichen Berufen, bei der Post und in der Logistik, im Sozialwesen und der Pharmaindustrie. Gefragt seien auch Umwelttechniker, hiess es zudem.

Andrea Stauffacher droht Prozess

Der Linksextremistin Andrea Stauffacher droht laut der «SonntagsZeitung» ein Prozess in Bellinzona. Seit dem Jahr 2017 ermittele die Bundesanwaltschaft wegen eines Feuerwerksanschlags auf das türkische Generalkonsulat in Zürich. Weil ihre DNA-Spuren am Tatort gefunden wurden, sei die Zürcher Linksextremistin Andrea Stauffacher die Hauptverdächtige.

Ihr Strafregisterauszug sei ohnehin schon lang, doch nun seien weitere Anschuldigungen, wie mutmassliche Gewalt gegen Polizisten und angebliche Verstösse gegen die Coronavirus-Bestimmungen, hinzugekommen. Mitbeschuldigte seien auch mehrere Mitglieder des Revolutionären Aufbaus. Diese mehrheitlich jungen Linksextremisten könnten sich zusammen mit der 70-jährigen Stauffacher vor dem Bundesstrafgericht in Bellinzona verantworten müssen, hiess es weiter.

Künstliche Intelligenz soll Covid-19-Kranke erkennen

Ein Arzt aus Genf hat laut der «SonntagsZeitung» mit der Unterstützung der ETH Lausanne ein Gerät entwickelt, das Covid-19-Kranke erkennt. Die Analyse basiere auf Künstlicher Intelligenz, hiess es. Das Gerät könne herkömmliche Schnelltests bald in den Schatten stellen. Denn es erstelle die Coronavirus-Diagnosen schneller und günstiger. Der Erfinder glaubt, dass es bald in jedem Haushalt ein solches Gerät geben werde.

Bevölkerung will Klima-Lenkungsmassnahmen

Die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung befürwortet laut einer Meldung vom «SonntagsBlick» staatliche Lenkungsmassnahmen zum Schutz des Klimas. Die Zeitung beruft sich dabei auf eine neue repräsentative Umfrage von GFS Zürich. Das Meinungsforschungsinstitut habe im Oktober 2020 über 1000 Personen gefragt, ob die CO2-Abgabe erhöht werden soll, falls der CO2-Ausstoss nicht sinke.

Die Schweiz will mit Projekten in Peru klimaschädliche CO-Emissionen im Inland kompensieren. (Symbolbild)

Bild: sda

Nur 17 Prozent der Befragten hätten Nein dazu gesagt. Besonders hoch sei die Zustimmung in den Städten und in der Deutschschweiz gewesen, hiess es weiter. Auch solle die Klima-Problematik nicht hinter der Coronavirus-Krise zurückstehen. Auf eine entsprechende Frage hätten sechs von zehn Schweizern mit Nein geantwortet. Das Coronavirus dürfe die Handlungsspielräume für den Klimaschutz nicht einschränken, hiess es.

Korruptionsprozess

Am 11. Januar beginnt laut der «SonntagsZeitung» in Genf nunmehr der Prozess, der weit über die Schweiz hinaus aufmerksam verfolgt werden wird. Der israelische Rohstoff- und Diamantenhändler Benjamin Steinmetz und zwei seiner ehemaligen Mitarbeiter müssen sich wegen mutmasslicher Korruption bei der Übernahme einer Mine in Guinea verantworten. Laut der Anklageschrift waren Schweizer Briefkastenfirmen involviert. Die Staatsanwaltschaft wirft dem israelischen Milliardär die Bestechung fremder Amtsträger und Urkundenfälschung vor.

Er und die Mitangeklagten sollen vor mehr als einem Jahrzehnt im westafrikanischen Staat Guinea die Ehefrau des damaligen Präsidenten mit über acht Millionen Dollar bestochen haben, um an die Schürfrechte für eine riesige Eisenerzmine zu kommen. Wird Steinmetz in beiden Anklagepunkten verurteilt, drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft. Gegen Steinmetz werde auch in den USA und in Israel ermittelt, hiess es weiter. Und das rumänische Höchstgericht habe ihn erst vor zwei Wochen in Abwesenheit wegen Geldwäscherei zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt.

Teure Rückholaktion

Die Rückführung tausender Reisenden während des Ausbruchs der Coronavirus-Pandemie durch die Eidgenossenschaft hinterlässt laut der Westschweizer Zeitung «Le Matin Dimanche» ein Loch von einer halbe Million Franken in der Kasse. Fast 7300 Reisende hätten von der Rückholaktion profitiert. Wie schriftlich vereinbart, müssten die Begünstigten dieser Aktion aber die in Rechnung gestellten Beträge begleichen.

Doch mehr als 500 Rechnungen, darunter 184 Rechnungen von in der Schweiz ansässigen Personen, seien noch nicht bezahlt worden. Die Zeitung beruft sich dabei auf Angaben des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten (EDA). Der Bund droht den Betroffenen nun mit einem Inkasso-Verfahren, sollten sie die offenen Beträge nicht umgehend begleichen oder Ratenzahlungen zustimmen, hiess es weiter. (sda)

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