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Wer gegen Masern geimpft ist, ist ziemlich sicher auch gegen Röteln und Mumps geimpft. Doch viele wissen das nicht. Bild: shutterstock.com

Diese neue Studie heizt die Impfdebatte weiter an

Eine neue Studie heizt die Impfdebatte weiter an. Sie zeigt, dass besonders Personen mit einer tieferen Bildung ungenügend geimpft oder zu wenig darüber informiert sind.



Die Impfdebatte wird derzeit wegen zwei Maserntoten intensiv geführt. Dass nicht nur Impfgegner an Ansteckungen schuld sind, sagte kürzlich Daniel Koch, Chefbeamter der Gesundheitsbehörde gegenüber der SRF Rundschau. Laut Koch gehen zwei Drittel der Masern-Ansteckungen auf das Konto von Personen, die zu wenig informiert sind.

Eine repräsentative Studie, die im Auftrag der Vergleichsplattform «comparis» durchgeführt wurde, bestätigt Kochs Aussage. «Die wahre Gefahr sind nicht nur die kategorischen Impfgegner, sondern die latente Impfignoranz», so Felix Schneuwly, Gesundheitsexperte bei Comparis. 21,3 Prozent der Befragten finden, dass nur die ausgewählten Basisimpfungen* nötig seien. Diese Haltung vertreten vor allem die 15- bis 29-Jährigen (26,2 Prozent vs. 20,7 Prozent bei den 30- bis 49-Jährigen und 18 Prozent bei den über 50-Jährigen).

«Die wahre Gefahr sind nicht nur die kategorischen Impfgegner, sondern die latente Impfignoranz.»

Felix Schneuwly

«Das Problem ist: Wegen dieser Haltung können sich ansteckende, potenziell lebensgefährliche Krankheiten wieder ausbreiten», so Gesundheitsexperte Schneuwly. 80 bis 95 Prozent der Bevölkerung müssen gegen eine Krankheit geimpft sein, damit diese ausgerottet werden kann und besonders gefährdete Personen geschützt sind. Nur so hat ein Krankheitserreger kein ausreichendes Reservoir mehr und kann sich nicht mehr ausbreiten und vermehren. Dieses Phänomen wird als «Herdenimmunität» bezeichnet.

Unwissen und Impfgegner

Gegen die vom Bundesamt empfohlenen Basisimpfungen sind gemäss der Comparis-Studie knapp 12,2 Prozent der Deutschschweizer Bevölkerung. Gemäss Schneuwly findet die Hälfte der 12,2 Prozent Impfgegner, dass nur eine durchgestandene Krankheit das Immunsystem stärken würde. Ein Fünftel ist überzeugt, dass Impfungen gefährlich sind. Ein weiteres Fünftel begründete die ablehnende Haltung nicht. Gar nicht geimpft sind aber bloss 4,1 Prozent der Deutschschweizer Bevölkerung.

Impfen Baby Kind Impfung Spritze

Geimpft wird vorzugsweise im Kindesalter. Viele Erwachsene wissen danach nicht mehr genau, gegen was sie überhaupt geimpft sind. Bild: Shutterstock.com

Ein weiteres Problem kommt hinzu: Viele der Studienteilnehmer wussten gar nicht so genau, gegen was sie überhaupt geimpft sind. So gaben 43,5 Prozent der Befragten an, gegen Röteln geimpft zu sein und 40,5 Prozent gegen Mumps. «Diese beiden Werte zeigen: Offenbar ist vielen Personen nicht bekannt, dass Masern, Mumps und Röteln oft gemeinsam geimpft werden», beobachtet Schneuwly.

«Wie bei anderen Gesundheitsthemen zeigt sich auch beim Impfen, dass offenbar Bildung die beste Gesundheitsvorsorge ist.»

Felix Schneuwly

Comparis stellte zudem fest, dass sich bezüglich der Kenntnis über die eigenen Impfungen ein massiver Bildungsgraben auftut. 60,3 Prozent der Personen mit Hochschul- bzw. Fachhochschulabschluss gaben an, gegen Kinderlähmung geimpft zu sein. Bei den Personen mit Primar- oder Sekundarschulabschluss waren es nur 37,9 Prozent.

Ein ähnliches Bild zeigte sich bei der Masernimpfung: Wiederum gaben 60,3 Prozent der Personen mit tertiärem Bildungsabschluss an, geimpft zu sein. Bei Personen mit einem Sekundarschulabschluss waren es 40,9 Prozent. Für den Gesundheitsexperten Schneuwly ist deshalb klar: «Wie bei anderen Gesundheitsthemen zeigt sich auch beim Impfen, dass offenbar Bildung die beste Gesundheitsvorsorge ist.»

Dagegen solltest du geimpft sein:

Bild

bild: watson

Zur Tabelle

Die Tabelle ist eine vereinfachte Version des Schweizerischen Impfplans des Bundesamt für Gesundheit (BAG). Er zeigt die vom BAG empfohlenen Basisimpfungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Weitere Informationen zu ergänzenden Impfungen sowie Impfungen für Risikogruppen und/oder Situationen sind der Website des BAGs zu entnehmen.

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