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Der 47 Opfer des Bomben-Attentats auf Swissair-Maschine gedacht

Der 47 Opfer des Bomben-Attentats auf Swissair-Maschine gedacht

21.02.2020, 16:5722.02.2020, 16:00
Gedenkfeier in Wuerenlingen (AG) am Freitag, 21. Februar 2020. Heute vor 50 Jahren explodierte in einer Swissair-Maschine eine Bombe. Insgesamt 47 Tote forderte der Flugzeugabsturz. Heute hat in Wuere ...
Trauerfeier in Würenlingen.Bild: KEYSTONE

In einem Waldstück in Würenlingen AG ist am Freitag der 47 Opfer des Bombenanschlags auf eine Swissair-Maschine vor 50 Jahren gedacht worden. Die Teilnehmenden des privat organisierten Gedenkanlasses legten Kränze und Gebinde nieder. 47 Kerzen wurden angezündet.

Die vielen Besucher zeigten, dass der Tag nicht vergessen werde, sagte Ruedi Berlinger, Mitorganisator des Gedenkanlasses und Sohn des beim Absturz getöteten Flugkapitäns. Rund 300 Personen aus der Schweiz, Israel, Kanada und Deutschland nahmen gemäss Angaben der Organisatoren am Anlass teil.

Es gehe um das Gedenken und nicht um Geschichtsaufarbeitung oder um politische Abrechnungen, sagte Arthur Schneider, langjähriger Gemeindeammann von Würenlingen und Mitorganisator. Die Angehörigen der Opfer erwarteten jedoch weiterhin Antworten zu den Hintergründen des Attentats. «Wir kämpfen weiter für Gerechtigkeit und gegen das Vergessen», sagte er.

Terroranschlag von Würenlingen

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Terroranschlag von Würenlingen
Am 21. Februar 1970 um 13.34 Uhr stürzte Swissair-Flug 330 im Unterwald bei Würenlingen ab. Alle 38 Passagiere und neun Besatzungsmitglieder kamen ums Leben.
quelle: keystone / str
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Schneider erinnerte daran, dass es für die Angehörigen vor 50 Jahren kein Care-Team gegeben habe. Trost und Anteilnahme hätten gegenseitig angeboten werden müssen. Bundesstellen, Parlament und Bundesanwaltschaft hätten kein Mitgefühl gezeigt, hielt er fest. Die Angehörigen der Opfer seien die «Helden von Würenlingen».

Wunsch nach Aufklärung

Der Aargauer Regierungsrat Jean-Pierre Gallati sagte in einem Grusswort, der Absturz der Swissair-Maschine sei der bis heute grösste Terroranschlag, den die Schweiz getroffen habe.

Leider sei es den Bundeshörden nicht gelungen, die Verantwortlichen des Attentats zur Rechenschaft zu ziehen und die Hintergründe vollständig aufzuklären. Der Aargau habe alles in seiner Macht stehende getan, damit die Hintergründe aufgeklärt würden.

Unter den 47 Opfern waren auch 15 israelische Staatsbürger. Am Gedenkanlass nach 50 Jahren wurde unter anderem das jüdische Totengebet «Kaddish» vorgetragen. Ein katholischer Seelsorger und ein reformierter Pfarrer sprachen Gebete.

Gedenkfeier in Wuerenlingen (AG) am Freitag, 21. Februar 2020. Heute vor 50 Jahren explodierte in einer Swissair-Maschine eine Bombe. Insgesamt 47 Tote forderte der Flugzeugabsturz. Heute hat in Wuere ...
Bild: KEYSTONE

Jacob Keidar, Botschafter Israels in Bern, sagte, man gedenke jedem einzelnen der 47 Menschen. Israel werde die Opfer nie vergessen. Er schliesse sich der Hoffnung auf Informationen an, die vielleicht mehr Licht ins Dunkel zu den Hintergründen bringen könnten.

Die Passagiere und die Besatzung seien die unschuldigen Opfer eines Terroranschlags, der vom Generalkommando der Volksfront für die Befreiung Palästinas durchgeführt worden sei. Dieser mörderische Terroranschlag sei Teil einer sehr langen Liste von bösartigen Anschlägen gegen Zivilisten.

Auf dem Flug nach Tel Aviv

Vor 50 Jahren, am 21. Februar 1970, war in Würenlingen AG die Swissair-Maschine auf dem Flug nach Tel Aviv abgestürzt. Der Swissair-Flug SR330 startete um 13.14 Uhr auf dem Flughafen Zürich-Kloten. Neun Minuten nach dem Abheben des Flugzeugs Convair CV-990 (Coronado) mit dem Namen «Nidwalden» explodierte auf einer Höhe von 4500 Metern über Meer im hinteren Laderaum eine Bombe.

Der Kapitän Karl Berlinger meldete den Druckabfall und wollte zurück nach Kloten. Das gelang nicht – und die Swissair-Maschine stürzte in den Wald in Würenlingen.

Die Bombe war in München mit einem Luftpostpaket nach Jerusalem aufgegeben worden. Vor ihrem letzten Flug war die Swissair-Maschine von München kommend um 11 Uhr in Zürich-Kloten gelandet. Die Bombe im Paket war mit einem Höhenmesser auf einer bestimmten Höhe gezündet worden.

Strafverfahren ist verjährt

Die Hintergründe des Attentats wurden in der Öffentlichkeit nie restlos geklärt. Im August 2018 hielt die Bundesanwaltschaft fest, das Strafverfahren zum Flugzeugabsturz sei verjährt. Aufgrund des Wiederaufnahmegesuchs einer Privatperson hatte die Bundesanwaltschaft das im November 2000 eingestellte Strafverfahren einer gründlichen Prüfung unterzogen.

Grundlage des Gesuchs war ein in den Medien thematisiertes, im Internet verfügbares Dokument des amerikanischen FBI vom Juni 1970. Es erwähnt unter Berufung auf unbekannte Quellen eine mögliche Tatbeteiligung zweier unbekannter Westdeutscher. (aeg/sda)

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Bilder der Wehmut: Die Swissair ist Geschichte
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Bilder der Wehmut: Die Swissair ist Geschichte
Douglas DC-8 «Nidwalden» mit alter Bemalung am Boden: Dieses Flugzeug wurde 1970 von Kämpfern der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) nach einer Entführung in die Luft gesprengt. Alle Geiseln wurden freigelassen.
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20 Jahre nach dem Absturz der «Swissair 111»
Video: srf
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