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Schweiz im Uno-Sicherheitsrat: Mögliche Eskalation in Taiwan

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Die Situation hänge wie ein Damoklesschwert über dem Sicherheitsrat, sagte ein Schweizer Botschafter.Bild: sda

UNO-Sicherheitsrat: Schweiz bereitet sich auf mögliche Eskalation in Taiwan vor

31.12.2022, 07:0631.12.2022, 13:06
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Die Schweizer Vertretung im UNO-Sicherheitsrat bereitet sich auf einen möglichen chinesischen Angriff auf Taiwan vor. Die Situation hänge wie ein Damoklesschwert über dem Sicherheitsrat, sagte der Schweizer Botschafter Thomas Gürber im Interview mit Tamedia-Zeitungen.

«Die Folgen wären wirtschaftliche Erschütterungen, die weit über das hinausgehen, was wir zurzeit im Ukraine-Krieg erleben», sagte der Schweizer Botschafter Thomas Gürber in der Samstagsausgabe von Tamedia-Zeitungen. Er ist der stellvertretende Staatssekretär im Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) und leitet im EDA die Abteilung Vereinte Nationen.

Dass die Schweiz Taiwan nicht als Staat anerkenne, heisse nicht, dass es keine völkerrechtlichen Verpflichtungen gebe. «Solche gibt es auch, wenn es um autonome Gebietskörperschaften geht», sagte Gürber. Über allfällige Sanktionen entscheide die Schweiz aufgrund einer Güterabwägung. Im Falle einer Eskalation beurteile sie, ob Völkerrecht verletzt wurde. «Uno-Sanktionen würde die Schweiz wie immer übernehmen.»

Die Schweiz nimmt am Sonntag zum ersten Mal in ihrer Geschichte Einsitz im UNO-Sicherheitsrat. Für zwei Jahre wird sie Mitglied des mächtigsten politischen Gremiums der Welt sein. Gürber wird in dieser Zeit in Bern die Schweizer Position zu bestimmten Fragen klären. Das Team rund um Botschafterin Pascale Baeriswyl in New York, dem Sitz des UNO-Sicherheitsrats, «setzt die Instruktionen am Verhandlungstisch um», sagte Gürber. (sda)

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30 Kommentare
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N. Y. P.
31.12.2022 07:55registriert August 2018
Über allfällige Sanktionen entscheide die Schweiz aufgrund einer Güterabwägung.

Ist ja zum Lachen.

Auf deutsch: Ist der Druck seitens USA, GB und FRA zu gross, werden die Sanktionen des Westens zähneknirschend übernommen. Sprich: Selbst bei einem Angriff Chinas auf Taiwan, würden unsere Gnomen am liebsten mit China weitergeschäften, als wäre nichts geschehen.

Naja, das ist die Schweiz.
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Martin Baumgartner
31.12.2022 08:55registriert Juni 2022
Die fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates haben das Privileg des Vetorechts, jeder dieser fünf Staaten kann mit einem Veto Beschlüsse verhindern, selbst wenn ansonsten eine ausreichende Mehrheit der Mitglieder des Rats zustimmt.
Da China einer dieser Staaten ist, würde es bei einer Eskalation in Taiwan, von Seiten der UNO wohl keine Beschlüsse geben.
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Mitdenken
31.12.2022 08:22registriert April 2020
Ja das müssen wir uns bewusst sein: vs. Ukraine Krieg wäre das ein Hammer, der uns Jahrzehnte ein Dorn im Auge sein könnte. Die weltwirtschaftlichen Wellen würde wohl 5 Mal höher schlagen als jetzt und es käme zu Inflation und Rezession, dass es nur noch wackelt an allen Ecken. Sicherlich wird aber die Schweiz einen Seiltanz zwischen Moral und Halbmoral finden, damit unser Paradies auch erhalten bleibt.
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