Schweiz
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Coop-Rauswurf zeigt Wirkung: Jetzt werden die Preise für ausländische Heftli neu verhandelt

Schweizer Konsumenten zahlen bis zu 90 Prozent mehr für internationale Zeitschriften. Nun kommt Bewegung in den Preisstreit: Zwischenhändler wollen mit den Verlagen über tiefere Preise diskutieren.



watson-Blattmacher Olaf Kunz liest gerne die deutsche Computermagazine. Am Sonntag wollte er sich die «c't» am Kiosk kaufen und stellte empört fest: Jene Zeitung, die in Deutschland für 9.90 Euro (10.50 Franken) über die Theke geht, kostet in der Schweiz satte sieben Franken mehr. 

Wie die «Schweiz am Sonntag» berichtet, haben diese überhöhten Preise bei internationalen Magazinen System. So kostet die «Micky Mouse» rund 90 Prozent mehr, selbst für Schweizer Blätter wie die «Weltwoche» müssen Leser in Deutschland weniger zahlen. Der Detailhändler Coop hat von dieser Diskriminierung genug und nahm Anfang Woche ein gutes Duzend ausländischer Magazine aus dem Sortiment. 

Nun kommt noch mehr Bewegung in den Preisstreit hinein: Recherchen von watson haben ergeben, dass die Zwischenhändler die Preise für Schweizer Konsumenten neu mit den Verlagen diskutieren wollen. Wie es aus dem Umfeld von Zwischenhändlern heisst, sollen dabei die höheren Preisunterschiede nach der Aufhebung der Euro-Franken-Untergrenze neu diskutiert werden.

Zwischenhändler als Preismacher?

Sogenannte Distributoren verhandeln zwischen Kioske, Detailhändler und den Verlagen und organisieren die Belieferung von internationalen Blättern. Quasimonopole in diesem Bereich sind die Firmen 7Days für die Deutschschweiz und das Tessin sowie Naville für die Romandie.

Verlangen ausländische Verlage zu hohe Preise in der Schweiz?

7Days wurde 2014 vom Schweizer Unternehmen Valora, welches europaweit Kioske wie «k kiosk» betreibt, an die deutsche Presse-Vertriebs-Gesellschaft (PVG) verkauft. Heute vertreibt sie rund 6000 Pressetitel an über 12'500 Verkaufsstellen. Ihre Konkurrenz, die Westschweizer Naville Presse, importiert 3000 Pressetitel in die Schweiz.

Die für die Deutschschweiz verantwortliche 7Days schreibt in ihrer Medienmitteilung, sie verhalte sich neutral zwischen Kunden und Verlegern. Stimmen innerhalb der Zwischenhändler-Brachen überraschen deshalb. Sie überraschen zudem, weil Verlage wie jener vom Promi-Magazin «Gala» auch nach dem Coop-Rauswurf bei den Aussagen bleiben, wonach die höheren Preise wegen Transport- und Vertriebskosten legitim seien.

Politik wird aktiv

Auch Reto Föllmi, Professor am Schweizerischen Institut für Aussenwirtschaft und Angewandte Wirtschaftsforschung der Universität St.Gallen, sieht bald eine Einigung zwischen Verlegern und Zeitungsverkäufern kommen. «Ich denke, wir werden bald Preisanpassungen bei ausländischen Zeitschriften sehen», erklärt er im Gespräch mit 20 Minuten

Sollte diese Einigung nicht kommen, so können die Konsumenten zumindest auf die Politik hoffen. Im April wird die Wirtschaftskommission des Nationalrates einen Vorstoss diskutieren, der «marktmächtige Unternehmen» ebenfalls unter das Kartellgesetz stellen will. In der Ständeratskommission stiess der Vorstoss von FDP-Ständerat Hans Altherr bereits auf Zustimmung.

«Es wäre eine kleine, aber wichtige Änderung», sagt Sara Stalder, Geschäftsleiterin des Schweizerischen Konsumentenschutz. Die Aktion von Coop bezeichnete sie zwar als «geschickte PR-Aktion», sie habe jedoch Potential, etwas im Preisstreit zu bewirken.

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