Trump hält Schweizer fern: Jetzt reagiert Edelweiss – und streicht diese USA-Flüge
Rabiate Einsätze der ICE-Behörde gegenüber Einwohnern im eigenen Land. Der Krieg gegen den Iran. Der Zollhammer. Der Gaga-Fifa-Friedenspreis. Oder der Streit mit dem Papst. Die Liste an negativen Schlagzeilen aus dem Weissen Haus liesse sich beliebig lang fortsetzen – auch zum Missfallen von zahlreichen Tourismus-Firmen. Denn Trump hat mit seinem Gebaren vielen Leuten die Lust auf Ferien in den USA vermiest.
Dies bekommt auch die Schweizer Ferien-Airline Edelweiss zu spüren. Nun reagiert sie. Die Lufthansa-Tochter nimmt im Sommerflugplan gleich zwei US-Strecken aus ihrem Netzwerk – per sofort. Dabei handelt es sich um Denver in Colorado und Seattle im Bundesstaat Washington.
Die Glitzerstadt Las Vegas wird zwar weiterhin angeflogen. Aber im Frühsommer und im Herbst werden die Frequenzen reduziert. Edelweiss spricht von einer «rückläufigen Nachfrage nach einzelnen Destinationen in den USA».
Auch Oman fällt weg
Das Streichkonzert geht weiter. Im Winterflugplan 2026/27 fliegen auch Maskat und Salalah im Oman aus dem Edelweiss-Streckennetz. «Ausschlaggebend für die Anpassungen sind die anhaltenden Auswirkungen der geopolitischen Situation, insbesondere im Zusammenhang mit dem Nahostkonflikt», schreibt die Airline in einer Mitteilung.
Ein weiterer Grund, den Edelweiss nennt, ist die Entwicklung der Treibstoffpreise. Bekanntlich hat die Blockade der Strasse von Hormus im Zuge des Iran-Kriegs die Kerosin-Preise explodieren lassen. Zuletzt wandte sich der Verband der europäischen Airlines, zu dem auch Swiss und Edelweiss gehören, gar an die EU. Sie fordern aufgrund des teuren Flugbenzins politische Unterstützung (CH Media berichtete).
Die betroffenen Gäste, die ihre USA- oder Oman-Flüge bereits gebucht haben, werden von Edelweiss kontaktiert. Sie werden auf alternative Verbindungen umgebucht oder erhalten auf Wunsch eine Rückerstattung des Ticketpreises.
Verflogener Optimismus
Anfang Jahr, noch vor Ausbruch des Iran-Kriegs, klang es bei der Edelweiss noch anders in Bezug auf die vier USA-Destinationen der Airline: «Nach Seattle wollen wir dieses Jahr sogar drei statt zwei Mal pro Woche fliegen», sagte Edelweiss-Chef Bernd Bauer im Interview mit CH Media. «Denver ist relativ stabil mit zwei bis drei Flügen pro Woche. Und Tampa in Florida läuft sehr gut. Las Vegas erzielte zuletzt vernünftige Ergebnisse.»
Schon damals räumte er allerdings ein, dass die Lage «sehr schwer vorhersehbar» sei. «Letztes Jahr dachten wir zuerst, wir spüren nichts, dann gab es aber doch eine Delle, vor allem aus der Schweiz.» Entsprechend schloss er Anpassungen im Flugplan nicht aus. Nun ist dieser Fall eingetreten.
Vor einem Monat gab die Edelweiss-Schwester Swiss bekannt, dass sie im Sommer über 300 Flüge streichen muss, darunter mehrere Rotationen nach Chicago. Zwar begründet sie dies mit dem anhaltenden Pilotenmangel und den Triebwerksproblemen. Doch angesichts der deutlich tieferen USA-Nachfrage könnten ihr diese Streichungen nicht ungelegen kommen. Die Airline hat in den vergangenen Monaten bestätigt, dass die Nachfrage insbesondere für US-Flüge in der Economy Class sinkend ist.
Bei diesen Anpassungen bleibt es aktuell aber bei der Swiss, wie Sprecher Michael Pelzer auf Anfrage sagt. Man halte am derzeitigen US-Flugplan fest. Doch wie das Edelweiss-Beispiel zeigt: Das kann sich rasch ändern. (aargauerzeitung.ch)

