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Sonntagsnews: Jacques Moretti wurde auch in der Schweiz schon verurteilt

The owners of the "Le Constellation" bar in Crans-Montana, where the deadly fire happened on New Year's Day, Jacques und Jessica Moretti from France, center, arrive with their lawyers P ...
Der Inhaber der Unglücksbar in Crans-Montana, Jacques Moretti, wurde in der Schweiz 2016 verurteilt.Bild: keystone

Jacques Moretti wurde auch in der Schweiz bereits verurteilt – die Sonntagsnews

Mängel bei den Ermittlungen zur Brandkatastrophe in Crans-Montana, eine Verurteilung des Barbetreibers im 2016 und die Walliser Staatsanwaltschaft an der Kapazitätsgrenze: Das findet sich in den Sonntagszeitungen.
18.01.2026, 08:3218.01.2026, 09:04

Neue Kritik an Walliser Justiz im Fall Crans-Montana

Akten zur Strafuntersuchung zum Brand von Crans-Montana VS haben laut der «NZZ am Sonntag» grosse Mängel bei den Ermittlungen aufgezeigt. Unter anderem seien die Smartphones der Betreiber der Bar erst acht Tage nach der Katastrophe beschlagnahmt worden, wie die Zeitung gestützt auf Ermittlungsakten schrieb. Die Staatsanwaltschaft habe die Mitglieder der Walliser Behörden zudem mit Samthandschuhen angefasst, urteilte die Zeitung. Der Sicherheitschef der Gemeinde habe zwei Tage nach dem Brand persönlich Dokumente zur Bar bei der Staatsanwaltschaft abliefern dürfen – obschon er sich in einem Interessenskonflikt befinde. Die Akten bestätigen laut der Zeitung zudem, dass die Staatsanwaltschaft offenbar die Autopsie der Opfer vergessen hatte. Die Dokumente lassen laut der «NZZ am Sonntag» weiter darauf schliessen, dass die Wohnung der Barbetreiber nicht durchsucht worden ist. Die Staatsanwaltschaft und die Anwälte der Barbetreiber nahmen demnach keine Stellung.

Mehr Informationen dazu gibt es hier:

Jacques Moretti wurde auch in der Schweiz bereits verurteilt

Der Betreiber der Bar «Le Constellation» in Crans-Montana VS, Jacques Moretti, ist nach Informationen der «NZZ am Sonntag» im Jahr 2016 in der Schweiz verurteilt worden. Er hatte Arbeiter in Crans-Montana schwarz beschäftigt, wie die Zeitung schrieb. Das stelle infrage, ob er überhaupt eine Bewilligung für den Betrieb hätte erhalten dürfen. Vorbestrafte dürften nach Walliser Gesetz unter gewissen Umständen keine Bar betreiben. Aus weiteren Dokumenten stellte die Zeitung die Verantwortung des Kantons infrage. 2015 habe der Kanton Pläne der gesamten Bar verlangt, diese vom Barbetreiber aber nicht erhalten. Der Umbau sei nicht verhindert worden. Das kantonale Amt für Feuerwesen ging davon aus, dass der Bau nicht begonnen wurde, sagte Marie Claude Noth-Ecoeur, Dienstchefin des Walliser Sicherheitsdepartements, zur Zeitung. Denn nach Walliser Baugesetz hätten die Pläne eingereicht werden müssen. Die Barbetreiber nahmen keine Stellung, wie die Zeitung schrieb.

Pilloud forderte Unterstützung – allerdings nur marginal

Die Walliser Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud hat gemäss Tamedia fünf Tage nach der Brandkatastrophe in Crans-Montana von den Behörden zusätzliche Ressourcen gefordert. Sie beantragte die Einstellung eines Vollzeit-Gerichtsschreibers, «um den Ereignissen vom 1. Januar 2026 nachzugehen», wie «Le Matin Dimanche» und die «SonntagsZeitung» schrieben. Der Staatsrat habe dem Antrag zugestimmt. Angesichts des Ausmasses des Falls sei die geforderte Unterstützung marginal, schrieb Tamedia. Denn Pilloud habe bereits im Frühling 2025 «einen Hilferuf» ausgesendet. Die Bezirksstaatsanwälte seien überlastet und «das System ist in Gefahr», zitierte die Zeitung aus dem Jahresbericht 2024 der Walliser Staatsanwaltschaft.

Letzte Brandschutzkontrolle von Le Constellation laut Protokoll «positiv»

Der damalige Sicherheitsverantwortliche von Crans-Montana VS hat nach Angaben der «NZZ am Sonntag» die Kontrolle der Bar «Le Constellation» im Jahr 2019 als «positiv» bewertet. Der Prüfer befand die Fluchtwege und die Breite der Treppe als in Ordnung, wie die Zeitung mit Verweis auf das Protokoll der letzten Brandschutzkontrolle der Bar schrieb. Die Verkleidung der Bar mit Holz habe er beanstandet. Der stark brennbare Schaumstoff, mit dem die Decke verkleidet war, wird laut der Zeitung im Protokoll nicht erwähnt. Der Prüfer habe hingegen bemängelt, dass die Feuerlöscher weder gekennzeichnet noch fest installiert waren. Auch die Beleuchtung der Schilder, die die Fluchtwege markierten, sei nicht getestet worden. Wenn diese Mängel innerhalb von drei Monaten behoben würden, könne das Lokal weiter betrieben werden, zitierte die Zeitung aus dem Protokoll.

Mehr dazu hier:

Eltern von Crans-Montana-Opfern gründen Verein

Nach der Tragödie von Crans-Montana VS haben Eltern schwer verbrannter Opfer gemäss «Le Matin Dimanche» den Verein Swisshearts gegründet. Dieser soll den Familien bei der Bewältigung der hohen Spitalkosten ihrer Angehörigen im Ausland helfen, wie die Zeitung schrieb. Reisekosten und längere Aufenthalte bei den Angehörigen verursachten Kosten in Höhe von mehreren Tausend oder gar Zehntausenden von Franken. Swisshearts sei von vier betroffenen Eltern gegründet worden. Der Verein wolle bestehende Hilfsangebote ergänzen. Er richte sich an Familien mit Wohnsitz in der Schweiz, vorrangig an Familien volljähriger Opfer, die laut der Zeitung durch den gesetzlichen Rahmen weniger gut abgesichert sind.

Ex-Trump-Berater warnt Bundesrat vor zu viel Kontakt mit US-Präsident

Der ehemalige Sicherheitsberater von US-Präsident Donald Trump, John Bolton, hat dem Bundesrat bei einem Treffen mit Trump am Weltwirtschaftsforum in Davos GR zu Zurückhaltung geraten. «Meiden Sie möglichst den Kontakt zu Trump», sagte er in einem Interview mit dem «SonntagsBlick». Bundespräsident Guy Parmelin solle dem US-Präsidenten vor allem zuhören. Trump halte es für grossartig, wenn er spreche und andere zuhörten. «Wer diese Art von Beziehung zu ihm pflegt, kann später eher etwas einfordern», sagte Bolton. Er verwies auf den ehemaligen Premierminister Japans, Shinzo Abe, der mit dieser Strategie gut gefahren sei.

WEF-Chef will Tiny Houses in Davos

Stapelbare Tiny Houses könnten laut dem Direktor vom Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos GR, Alois Zwinggi, als temporären Wohnraum dienen. «Dazu sind wir in Diskussion mit den Behörden», sagte Zwinggi im Interview mit der «SonntagsZeitung». Es sei inakzeptabel, dass Familien in einer Schulwoche aus dem Ort vertrieben werden. Das WEF könne nur an die Vermieter appellieren. Den Veranstaltern bereitet zudem die hohen Preise der Parahotellerie Sorgen. Das WEF bringe dieses Jahr 20 Prozent weniger Personal nach Davos, zahle für die Unterkünfte aber 20 Prozent mehr. «Bei den anderen Unterkünften ist es mir langsam wurst», sagte er. Dort würden die Preise von Veranstaltungen in die Höhe getrieben, die nichts mit dem WEF zu tun hätten.

SRF von Ombudsstelle wegen Berlin-Berichterstattung gerügt

Die SRG-Ombudsstelle hat gemäss «SonntagsBlick» eine SVP-Beschwerde gegen einen Beitrag in der SRF-«Tagesschau» zu Protesten an einer Versammlung der AfD-Jugend gutgeheissen. Die Beschwerde stammte von Nationalrat Thomas Matter (SVP/ZH) und richtete sich gegen einen Beitrag der SRF-Korrespondentin Alexandra Gubser, wie die Zeitung schrieb. Gubser bezeichnete die Proteste demnach als «zum allergrössten Teil bunt und friedlich». Tatsächlich seien dabei 50 Polizisten verletzt worden, schrieb «SonntagsBlick». In einer Stellungnahme gegenüber der Ombudsstelle habe SRF den Satz «eine wehrhafte Demokratie zeigt Präsenz» als «nicht optimal platziert» bezeichnet. Das wahre Ausmass der Ausschreitungen sei jedoch erst nach Ausstrahlung der Sendung bekanntgeworden. Trotz der Rüge wolle Matter die Beanstandung an die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) weiterziehen.

Galaxus-Werbung über AfD laut Chef in der Schweiz kontroverser als in Deutschland

Galaxus-Chef Florian Teuteberg hat sich in einem Interview mit der «SonntagsZeitung» über die Reaktionen in der Schweiz zum umstrittenen AfD-Werbespot überrascht gezeigt. Die Reaktionen von Schweizer Kunden waren stärker als die aus Deutschland, wie der Chef des Onlinehändlers der Zeitung sagte. «Es hiess, wir sollten uns aus solchen Themen raushalten und unpolitischer sein.» In Deutschland habe Galaxus damit gerechnet, dass der Werbeclip, der die AfD-Politikerin Alice Weidel hochnimmt, Wellen schlagen wird. Der Werbespot sei vorgängig nicht über Teutenbergs Tisch gegangen. «Ich lasse die Leute im Marketing machen», sagte er. (sda/con)

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