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Steuern in Europa: So viel zahlen Menschen im Vergleich zur Schweiz

In Sachen Steuern und Sozialversicherungsabgaben kommt die Schweiz im internationalen Vergleich gut weg.
In Sachen Steuern und Sozialversicherungsabgaben kommt die Schweiz im internationalen Vergleich gut weg.Bild: Shutterstock

OECD-Studie zur Steuer- und Abgabenbelastung: Schweiz belegt Spitzenrang

Rund 23 Prozent der Lohnkosten gehen in der Schweiz an Staat und Sozialversicherungen. Wie eine aktuelle OECD-Studie zeigt, ist dies im internationalen Vergleich wenig – besonders für Familien.
24.04.2026, 18:2524.04.2026, 18:44

In der Schweiz zahlt fast jeder Erwerbstätige einen erheblichen Teil seines Einkommens an den Staat. Gemäss einer aktuellen OECD-Studie liegt die Steuer- und Abgabenbelastung von kinderlosen Arbeitnehmern bei 22,9 Prozent der gesamten Lohnkosten. Das bedeutet: Rund 23 Rappen von jedem verdienten Franken landen bei Staat und Sozialversicherungen.

Dabei werden drei Hauptkomponenten berücksichtigt: die Einkommensteuer sowie die Sozialabgaben der Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Zusammengenommen ergeben sie die sogenannte Steuer‑ und Abgabenlast auf Arbeit. Also jenen Teil der Gesamtausgaben der Arbeitgeber für einen Arbeitnehmer, der nicht netto bei diesem ankommt, sondern als Steuern oder Sozialbeiträge an den Staat oder Versicherungen geht.

Die Schweiz ist im internationalen Vergleich mit den anderen 37 OECD-Ländern aber kein Hochsteuerland, auch wenn die Abgabenlast auf den ersten Blick hoch erscheinen mag. Nur in Neuseeland und den weniger wohlhabenden OECD-Mitgliedern Mexiko, Chile und Kolumbien müssen die Arbeitnehmer noch weniger abgeben als die Schweizerinnen und Schweizer.

Am höchsten sind die Lohnabgaben in Belgien. 52,5 Prozent der Lohnkosten wandern dort in die Staatskasse. Auch in den Schweizer Nachbarländern Deutschland, Frankreich, Österreich und Italien fliesst fast die Hälfte der Lohnkosten in Form von Steuern und Sozialabgaben an den Staat.

Der OECD-Durchschnitt liegt bei 35,1 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr zeigt sich laut der Studie ein minimaler Anstieg. Grund dafür ist die Abschaffung des Klimabonus, der die Steuerbelastung um 0,3 Prozentpunkte steigen liess.

Familien werden zusätzlich entlastet

Zusätzlich zur allgemein moderaten Steuerbelastung in der Schweiz gibt es für Familien ein weiteres wichtiges steuerliches Entlastungssystem. Besonders hervorzuheben sind die Kinderabzüge, die je nach Kanton variieren, aber insgesamt in den meisten Kantonen eine spürbare Steuererleichterung bieten. Familien mit mehreren Kindern können diese Abzüge kumulieren, was die steuerliche Belastung weiter verringert.

Gemäss der OECD-Studie sinkt die Steuer- und Abgabenbelastung für Doppelverdiener mit Kindern von 22,9 auf 17,1 Prozent. Damit kommen Schweizer Familien im Vergleich mit den übrigen 37 OECD-Ländern am drittbesten weg. Besser haben es nur Familien in Chile und Kolumbien, am grössten ist die Abgabenlast erneut in Belgien, Deutschland und Frankreich.

Die Schweiz bietet also für Einzelpersonen wie Familien ein steuerlich günstiges Umfeld mit moderaten Sozialversicherungsbeiträgen und einer niedrigeren Steuerlast im Vergleich zu vielen europäischen Nachbarn. Dafür gehören die Lebenshaltungskosten (Mieten, Krankenkasse, Lebensmittel) zu den höchsten weltweit.

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49 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Berner in Zürich
24.04.2026 18:51registriert August 2016
Ich gebe gerne 42% Prozente ab wenn (inkl Steuern) die die Gesundheitskosten plus zahnärzteliche Grundversorgung dabei ist, ich für eine 4 Zi Wohnung in naher Aglo nur 800.- bezahle. Die Statik stimmt zwar so aber, man sollte auch die anderen 18 Seiten dazu zeigen. Diese fehlen hier komplet , wohl in der Absicht, dass die Schweiz hier super duper gut da steht. Was real nicht der Fall ist 🤷🏻‍♀️
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NotSweden
24.04.2026 18:49registriert März 2022
Was für ein schlechter Vergleich. In Belgien, wie auch vielen anderen EU Länder ist die KK in diesen Steuerprozenten enthalten, sie wird durch Lohnprozente vom Arbeit-geber und- nehmer, sowie dem Staat ( Steuern) bezahlt. Für einen wirklichen Vergleich sollte die KK in der CH mit eingerechnet werden. Dann kann man höchsten noch um die unterschiedlichen Franchisen/Selbstbehalte in den div Ländern diskutieren.
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Verbesserer
24.04.2026 18:32registriert Mai 2020
Der Kommentar gibt die Antwort zur niedrigen Besteuerung in der Schweiz gleich selbst.
"Dafür gehören die Lebenshaltungskosten (Mieten, Krankenkasse, Lebensmittel) zu den höchsten weltweit."
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