OECD-Studie zur Steuer- und Abgabenbelastung: Schweiz belegt Spitzenrang
In der Schweiz zahlt fast jeder Erwerbstätige einen erheblichen Teil seines Einkommens an den Staat. Gemäss einer aktuellen OECD-Studie liegt die Steuer- und Abgabenbelastung von kinderlosen Arbeitnehmern bei 22,9 Prozent der gesamten Lohnkosten. Das bedeutet: Rund 23 Rappen von jedem verdienten Franken landen bei Staat und Sozialversicherungen.
Dabei werden drei Hauptkomponenten berücksichtigt: die Einkommensteuer sowie die Sozialabgaben der Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Zusammengenommen ergeben sie die sogenannte Steuer‑ und Abgabenlast auf Arbeit. Also jenen Teil der Gesamtausgaben der Arbeitgeber für einen Arbeitnehmer, der nicht netto bei diesem ankommt, sondern als Steuern oder Sozialbeiträge an den Staat oder Versicherungen geht.
Die Schweiz ist im internationalen Vergleich mit den anderen 37 OECD-Ländern aber kein Hochsteuerland, auch wenn die Abgabenlast auf den ersten Blick hoch erscheinen mag. Nur in Neuseeland und den weniger wohlhabenden OECD-Mitgliedern Mexiko, Chile und Kolumbien müssen die Arbeitnehmer noch weniger abgeben als die Schweizerinnen und Schweizer.
Am höchsten sind die Lohnabgaben in Belgien. 52,5 Prozent der Lohnkosten wandern dort in die Staatskasse. Auch in den Schweizer Nachbarländern Deutschland, Frankreich, Österreich und Italien fliesst fast die Hälfte der Lohnkosten in Form von Steuern und Sozialabgaben an den Staat.
Der OECD-Durchschnitt liegt bei 35,1 Prozent. Gegenüber dem Vorjahr zeigt sich laut der Studie ein minimaler Anstieg. Grund dafür ist die Abschaffung des Klimabonus, der die Steuerbelastung um 0,3 Prozentpunkte steigen liess.
Familien werden zusätzlich entlastet
Zusätzlich zur allgemein moderaten Steuerbelastung in der Schweiz gibt es für Familien ein weiteres wichtiges steuerliches Entlastungssystem. Besonders hervorzuheben sind die Kinderabzüge, die je nach Kanton variieren, aber insgesamt in den meisten Kantonen eine spürbare Steuererleichterung bieten. Familien mit mehreren Kindern können diese Abzüge kumulieren, was die steuerliche Belastung weiter verringert.
Gemäss der OECD-Studie sinkt die Steuer- und Abgabenbelastung für Doppelverdiener mit Kindern von 22,9 auf 17,1 Prozent. Damit kommen Schweizer Familien im Vergleich mit den übrigen 37 OECD-Ländern am drittbesten weg. Besser haben es nur Familien in Chile und Kolumbien, am grössten ist die Abgabenlast erneut in Belgien, Deutschland und Frankreich.
Die Schweiz bietet also für Einzelpersonen wie Familien ein steuerlich günstiges Umfeld mit moderaten Sozialversicherungsbeiträgen und einer niedrigeren Steuerlast im Vergleich zu vielen europäischen Nachbarn. Dafür gehören die Lebenshaltungskosten (Mieten, Krankenkasse, Lebensmittel) zu den höchsten weltweit.
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