Wirtschaft
International

Trump in Peking: Das musst du jetzt zum Treffen mit Xi wissen

President Donald Trump, left, stands with Chinese President Xi Jinping at the Temple of Heaven on Thursday May 14, 2026, in Beijing. (AP Photo/Mark Schiefelbein)
APTOPIX Trump China
Donald Trump und Xi Jinping treffen sich seit 2017 erstmals wieder in China. Hier sind sie vor dem Himmelstempel in Peking.Bild: keystone

Trump in Peking: Das musst du jetzt zum Treffen mit Xi wissen

14.05.2026, 09:3614.05.2026, 09:40

US-Präsident Trump ist am Mittwoch zu einem dreitägigen Besuch in China eingetroffen. Der chinesische Staatschef Xi Jinping hatte Trump zu Beginn des Treffens mit militärischen Ehren an der Grossen Halle des Volkes im Herzen der chinesischen Hauptstadt empfangen. Beide schüttelten sich länger die Hand. Trump applaudierte zudem Kindern, die hüpfend und jubelnd kleine US-Flaggen und Blumen in die Höhen streckten. Trumps sagte später, dass er die Kinder «grossartig» gefunden habe.

Trump und Xi hatten sich zuletzt Ende Oktober im Vorfeld eines Gipfeltreffens in Südkorea getroffen und dort eine Pause im laufenden Zollstreit vereinbart. Das letzte Mal in China war Trump 2017.

In den darauffolgenden Tagen sollen zwischen Trump und Xi Gesprächen stattfinden, am Donnerstagabend soll es ausserdem ein Staatsbankett geben. Am Freitag reist Trump dann wieder zurück in die USA.

Handel, Taiwan, Iran

In den Gesprächen zwischen Trump und Xi dürfte es hauptsächlich um Handelsfragen gehen. Trump erklärte vor seinem Abflug, er wolle bessere Bedingungen für amerikanische Unternehmen in China erreichen und reiste mit namhaften Wirtschaftsvertretern aus den USA an.

Weitere Themen dürften geplante Waffenverkäufe der USA an Taiwan sowie der Iran-Krieg sein. Die USA hoffen demnach, dass China bei der Sicherung der Hormus-Route hilft, mit deren Blockade sich die USA wirtschaftlich und militärisch in eine Sackgasse manövriert hat.

Xi sagte, stabile chinesisch-amerikanische Beziehungen seien «gut für die Welt». Beide Seiten sollten Partner und nicht Gegner sein. Er warf auch die Frage auf, ob China und die USA ein «neues Modell für die Beziehungen zwischen Grossmächten» schaffen könnten. Dabei stellte Xi das Verhältnis beider Länder in den Kontext einer möglichen gefährlichen Rivalität: Er sprach die nach einem Historiker der griechischen Antike benannte «Thukydides-Falle» an. Damit ist die Gefahr gemeint, dass eine aufstrebende Macht (China) und eine etablierte Führungsmacht (USA) in eine gefährliche Konfrontation geraten.

Xi warnt Trump wegen Taiwan

Zum Auftakt des Besuchs von US-Präsident Donald Trump in China haben sich beide Seiten um ein stabileres Verhältnis der Grossmächte bemüht. Zugleich hat Xi Jinping allerdings vor einem Konflikt um Taiwan gewarnt.

Sollte die Taiwan-Frage schlecht gehandhabt werden, käme es zu Spannungen oder sogar Konflikten zwischen beiden Ländern, sagte Xi nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua. Dies könnte die Beziehungen zwischen China und den USA in eine «äusserst gefährliche Lage bringen».

Ob und was Trump auf Xis Äusserungen entgegnete, war zunächst nicht bekannt. Die USA spielen in Bezug auf Taiwan eine wichtige Rolle - unter anderem, weil sie trotz grosser Kritik Pekings Taiwan mit Waffen beliefern. Der von China für sich beanspruchte Inselstaat wird seit Jahrzehnten unabhängig und demokratisch regiert.

Trump verteilt Lob an China

Donald Trump, der China einst mit massiven Strafzöllen drohte, schlug in Peking überraschend versöhnliche Töne an.

Zu Beginn des Gesprächs sagte er, die USA und China hätten eine «fantastische» gemeinsame Zukunft. Xi bezeichnete Trump als «grossartige Führungspersönlichkeit». Und weiter: «Manchmal mögen Leute das nicht, wenn ich das sage, aber ich sage es trotzdem, weil es wahr ist», sagte Trump weiter. «Es ist eine Ehre, Ihr Freund zu sein.»

Noch im vergangenen Jahr hatte Trump China mit massiven Strafzöllen gedroht. Nun gab sich der US-Präsident demonstrativ harmonisch.

Der Handelskrieg bleibt das grosse Thema

Trotz freundlicher Worte bleibt die Lage angespannt. Die beiden grössten Volkswirtschaften der Welt liefern sich seit Jahren einen erbitterten Handelsstreit.

Xi versuchte deshalb zu beruhigen: Die gemeinsamen Interessen seien grösser als die Differenzen, sagte er. China wolle seine Märkte weiter öffnen und stärker mit den USA zusammenarbeiten.

Das erste Gespräch zwischen Trump und Xi dauerte nach Angaben von US-Journalisten rund zwei Stunden. Laut chinesischen Staatsmedien traf Xi im Anschluss hochrangige Wirtschaftsvertreter aus den USA, die mit Trump nach Peking gereist waren. Xi erklärte demnach, die offenen Türen Chinas würden sich weiter öffnen. China begrüsse eine verstärkte Zusammenarbeit mit den USA.

Elon Musk, Tim Cook und Nvidia auch dabei

Trump kam nicht allein nach Peking, sondern reiste mit einer hochkarätigen Wirtschaftsdelegation an. Mit dabei waren unter anderem Tech-Milliardär Elon Musk, Apple-Chef Tim Cook und Nvidia-Boss Jensen Huang. Gerade Nvidia spielt im Rennen um Künstliche Intelligenz eine Schlüsselrolle. Dass die Chipindustrie beim Treffen präsent ist, zeigt, dass es längst nicht nur um Politik geht, sondern auch um Technologie und Macht.

Auch der Iran-Krieg dürfte Thema sein

Im Hintergrund spielt noch eine andere Krise mit: der Konflikt rund um Iran. Die USA hoffen offenbar, dass China bei der Sicherung der Strasse von Hormus hilft – einer der wichtigsten Routen für Öl- und Gastransporte weltweit. Das Problem dabei ist, dass China grosse Mengen iranisches Öl kauft und steht dadurch zwischen eigenen wirtschaftlichen Interessen und dem Druck der USA. (sda/dpa/lyn)

Video: watson/nina bürge
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
24 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
24
Ukraine meldet: Russland führt landesweite Angriffe durch – mindestens drei Tote
Russland führt am Mittwoch mehrere Angriffe gegen die Ukraine durch. Wie der ukrainische Militärdienst berichtet, wird eine mehrstufige Luftoffensive gegen das Land durchgeführt.
Zur Story