«Sicherheitsrisiko»: Deutsche Zeitung kritisiert Schweizer Verteidigung
Im Fokus steht auch die besondere Rolle der Schweiz für die europäische Infrastruktur. Mit dem «Stern von Laufenburg» im Kanton Aargau befindet sich ein zentraler Knotenpunkt des europäischen Stromnetzes auf Schweizer Boden. Hier sind die Netze von Deutschland, Frankreich und der Schweiz miteinander verbunden. Ein Ausfall könnte weit über die Landesgrenzen hinaus Folgen haben.
Gerade deshalb sorgt die militärische Verwundbarkeit der Schweiz in Deutschland für Besorgnis. Laut der FAZ verfügt das Land über «keinerlei Mittel» zur Abwehr moderner Bedrohungen wie Drohnen- oder Raketenangriffe. Die vorhandenen Systeme seien veraltet und stammten teilweise noch aus den 1960er-Jahren. Die Schweiz sei mittlerweile ein «Sicherheitsrisiko».
Auch Armeechef Benedikt Roos wird mit klaren Worten zitiert: Gegen Bedrohungen aus der Luft habe man «mehr oder weniger nichts».
Auch innerhalb der Schweiz wird vor den Risiken gewarnt. Das Verteidigungsdepartement VBS hält fest, dass das Land im europäischen Sicherheitsgefüge als «schwächstes Glied» wahrgenommen werden könnte. Besonders gefährdet seien kritische Infrastrukturen mit internationaler Bedeutung, etwa im Energiesektor. Angriffe könnten Kettenreaktionen auslösen und sich auf Nachbarländer auswirken.
Zudem wächst der politische Druck. Im Ausland gilt die Schweiz laut FAZ teilweise als «Trittbrettfahrerin», die vom Schutz umliegender Nato-Staaten profitiert, ohne selbst ausreichend beizutragen. Tatsächlich sind die Militärausgaben seit 1990 deutlich gesunken und liegen weiterhin unter dem Niveau vieler europäischer Länder. (hkl)
