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FAZ kritisiert Schweizer Verteidigung – Land sei Risiko für Europa

Die Schweizer Armee kämpft noch mit 35-Millimeter-Fliegerabwehrkanonen aus den 1960er-Jahren.
Die Schweizer Armee kämpft noch mit 35-Millimeter-Fliegerabwehrkanonen aus den 1960er-Jahren.Bild: vbs/yves baumann

«Sicherheitsrisiko»: Deutsche Zeitung kritisiert Schweizer Verteidigung

Die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (FAZ) äussert scharfe Kritik an der militärischen Leistungsfähigkeit der Schweiz und bezeichnet das Land als mögliches Sicherheitsrisiko für Europa.
04.05.2026, 21:1904.05.2026, 21:20

Im Fokus steht auch die besondere Rolle der Schweiz für die europäische Infrastruktur. Mit dem «Stern von Laufenburg» im Kanton Aargau befindet sich ein zentraler Knotenpunkt des europäischen Stromnetzes auf Schweizer Boden. Hier sind die Netze von Deutschland, Frankreich und der Schweiz miteinander verbunden. Ein Ausfall könnte weit über die Landesgrenzen hinaus Folgen haben.

Gerade deshalb sorgt die militärische Verwundbarkeit der Schweiz in Deutschland für Besorgnis. Laut der FAZ verfügt das Land über «keinerlei Mittel» zur Abwehr moderner Bedrohungen wie Drohnen- oder Raketenangriffe. Die vorhandenen Systeme seien veraltet und stammten teilweise noch aus den 1960er-Jahren. Die Schweiz sei mittlerweile ein «Sicherheitsrisiko».

Auch Armeechef Benedikt Roos wird mit klaren Worten zitiert: Gegen Bedrohungen aus der Luft habe man «mehr oder weniger nichts».

Korpskommandant Benedikt Roos, Chef der Armee, posiert zum Portrait, am Rand der Medienkonferenz 100 Tage Chef der Amee sowie Praesentation der Armeebotschaft 2026, am Donnerstag, 26. Maerz 2026 auf d ...
Schweizer Armeechef Benedikt Roos.Bild: keystone

Auch innerhalb der Schweiz wird vor den Risiken gewarnt. Das Verteidigungsdepartement VBS hält fest, dass das Land im europäischen Sicherheitsgefüge als «schwächstes Glied» wahrgenommen werden könnte. Besonders gefährdet seien kritische Infrastrukturen mit internationaler Bedeutung, etwa im Energiesektor. Angriffe könnten Kettenreaktionen auslösen und sich auf Nachbarländer auswirken.

Zudem wächst der politische Druck. Im Ausland gilt die Schweiz laut FAZ teilweise als «Trittbrettfahrerin», die vom Schutz umliegender Nato-Staaten profitiert, ohne selbst ausreichend beizutragen. Tatsächlich sind die Militärausgaben seit 1990 deutlich gesunken und liegen weiterhin unter dem Niveau vieler europäischer Länder. (hkl)

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Rantaplan
04.05.2026 21:25registriert August 2020
Dwr Bundesrat beobachtet die Situation und wartet ab...
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EchoPoA
04.05.2026 22:00registriert November 2024
Also das was wir Schweizer selber seit Jahren sagen, hat die FAZ jetzt rausgefunden? Tolle Leistung 👍
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Corroboree
04.05.2026 22:13registriert Januar 2025
Ich bin verwirrt, dr Ueli (VBS von 2009-2015) hat uns doch die beste Armee der Welt versprochen und dazu noch mehr Budget erhalten?

Als Resultat haben wir 'null' Schutz erhalten, wo sind die Milliarden den hin?
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