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Auslandschweizer 2025: Hier leben die meisten Schweizer im Ausland

Nahe der Schweizer Grenze lassen sich die Auslandschweizer besonders gerne nieder. Im Bild die französische Stadt Mulhouse.
Nahe der Schweizer Grenze lassen sich die Auslandschweizer besonders gerne nieder. Im Bild die französische Stadt Mulhouse.Bild: Shutterstock

Wo die 836'000 Auslandschweizer wohnen – und in welchen 5 Ländern kein einziger

Die Schweiz ist eine Nation von Auswanderinnen und Auswanderern. Diesen Schluss legt die Auslandschweizerstatistik nahe. Die Schweizer Gemeinde im Ausland wuchs 2025 um 1,4 Prozent. Nahezu zwei Drittel davon leben in Europa.
31.03.2026, 10:1231.03.2026, 10:58

Hier leben die Auslandschweizer 2024

Die Zahl der Schweizerinnen und Schweizer im Ausland ist per Ende 2025 weiter angestiegen, wenn auch langsamer als noch im Vorjahr. Knapp die Hälfte der 836'000 Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer lebte laut dem Bundesamt für Statistik in einem Nachbarland.

Mit einem Zuwachs von 1,4 Prozent fiel das Wachstum im Vergleich zum Vorjahr (plus 1,6 Prozent) leicht geringer aus, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Dienstag mitteilte. Als ein Grund dafür nannte das BFS eine Verbesserung bei der Meldung von Todesfällen in einigen Ländern. Von den im Ausland lebenden Schweizer Staatsangehörigen waren 21 Prozent jünger als 18 Jahre alt, mehr als die Hälfte zwischen 18 und 64 und 24 Prozent 65 oder älter.

Wo die Schweizer 2025 vermehrt hinzogen

Die Zahl der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer nahm auf allen Kontinenten zu. Das grösste Wachstum verzeichnete Asien mit 3,0 Prozent, gefolgt von Europa mit 1,5 Prozent. In Nordamerika betrug der Zuwachs 1,1 Prozent, in Ozeanien 1,0 Prozent, in Afrika 0,6 Prozent und in Lateinamerika sowie der Karibik 0,3 Prozent. Zu dieser Entwicklung trugen neben Wanderungsbewegungen auch Geburten, Todesfälle und Einbürgerungen bei, schrieb das BFS.

Die beliebtesten Auswandererziele

Insgesamt 64 Prozent aller Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer lebten 2025 in Europa, was 538'600 Personen entsprach. Davon wohnten 392'200 Personen und damit 47 Prozent aller Auslandschweizer in einem direkten Nachbarland. Die grösste Gemeinschaft befand sich in Frankreich mit 212'400 Personen. Dahinter folgten Deutschland mit 102'100, Italien mit 53'100, Österreich mit 19'100 und Liechtenstein mit 5600 Personen.

Weitere grosse Gemeinschaften in Europa gab es im Vereinigten Königreich (41'400) und in Spanien (28'200). Die stärkste Zunahme verzeichneten Liechtenstein (+6,4 Prozent), Spanien (+3,1 Prozent) und Österreich (+2,1 Prozent).

Rund 300'000 Schweizer Staatsangehörige lebten ausserhalb Europas. Die grösste Gemeinschaft befand sich mit 85'900 Personen in den USA. An zweiter und dritter Stelle folgten Kanada mit 42'000 und Australien mit 27'000 Staatsangehörigen.

Grenzregionen besonders beliebt

Innerhalb der Nachbarländer konzentrierten sich die Schweizerinnen und Schweizer oft auf grenznahe Regionen. Die grösste einzelne Konzentration gab es mit 50'800 Personen im französischen Departement Haute-Savoie. Beliebt waren auch die Departemente Ain (18'100), Haut-Rhin (17'000) und Doubs (14'500) sowie die Hauptstadt Paris (11'800).

In Deutschland lebten 8000 Personen aus der Schweiz in Berlin. Gefragt waren auch die grenznahen Regionen Lörrach (5100), Waldshut (4300) und Konstanz (3000) sowie die Städte München (4400) und Hamburg (3100). In Italien war die Provinz Mailand mit 6800 Personen der Schwerpunkt. Gut 1 Prozent (4500) der Auslandschweizerinnen und Auslandschweizer in Nachbarländern leben in Wien.

Hier wohnen maximal 10 Auslandschweizer

In 17 Ländern leben maximal zehn Schweizerinnen oder Schweizer. 2024 waren es nur zwölf Länder. In zwei Staaten, in Palau und in Mikronesien, wohnt exakt ein Schweizer Staatsangehöriger. In Lesotho sind es zwei.

Hier wohnt kein einziger Auslandschweizer

Auf der ganzen Welt gibt es lediglich fünf unabhängige Staaten, in denen kein einziger Auslandschweizer gemeldet ist. Es sind dies Turkmenistan, Nordkorea, Nauru, Tuvalu und die Marshallinseln.

Bild
bild: watson
  • Nordkorea
  • Marshallinseln
  • Nauru
  • Turkmenistan
  • Tuvalu

Nordkorea

Erstmals seit 1998 wohnte 2022 kein einziger Schweizer Bürger mehr in Nordkorea. Auf dem Höhepunkt 2005 waren es neun Personen mit Schweizer Pass, die sich im «Reich des Bösen» niedergelassen hatten. Wegen der Corona-Pandemie schottete Kim Jong-un sein Land noch mehr ab als sonst, fast alle Diplomaten und Hilfsorganisationen zogen ab.

Marshallinseln

Im Jahr 2018 lebten noch zwei Schweizer Staatsbürger auf dem 181 Quadratkilometer kleinen Archipel. Von 2019 bis 2020 war es dann nur noch einer. Mittlerweile hat keine Person mit Schweizer Pass seine Zelte noch dort aufgeschlagen.

Nauru

Der Inselstaat im Pazifischen Ozean gehört mit einer Einwohnerzahl von knapp 10'000 wie Tuvalu zu den kleinsten Ländern der Welt. Schweizer gibt es derzeit keine dort. Ob je eine Person mit Schweizer Pass dort gemeldet war, ist nicht klar.

Turkmenistan

2010 waren in dem zentralasiatischen Land noch acht Auslandschweizer gemeldet. Es war dies der vorläufige Höhepunkt. Fünf Jahre später hielt sich genau noch eine Person mit Schweizer Pass dauerhaft in dem Land auf, seit 2016 leben in dem Land mit rund 5,7 Millionen Einwohnern offiziell gar keine Schweizer mehr.

Tuvalu

Seit 1995 erfasst das Bundesamt für Statistik den Inselstaat im Pazifischen Ozean. Damals war noch eine Schweizerin oder ein Schweizer gemeldet. Seit 2002 lebt auf der Insel mit etwas mehr als 10'000 Einwohnern keine konsularisch gemeldete Person mehr mit Schweizer Pass.

(mit Material der sda)

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