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Polizisten ueberwachen Corona-Skeptiker auf dem Bundesplatz, am Samstag, 31. Oktober 2020, in Bern. (KEYSTONE/Peter Schneider)

Die Berner Polizei drängt an einer illegalen Demo in Bern eine Gruppe von Corona-Leugnern zurück. Bild: keystone

«Beim Bild von Berset spüre ich blanken Hass»: Corona-Leugner radikalisieren sich

Ob an Demos oder im Web: Der harte Kern der Corona-Skeptiker wird immer aggressiver. Nun verstärkt der Bund die Schutzmassnahmen von Politikern.



Ein Teil der Corona-Skeptiker-Szene wird immer aggressiver. In den Chats der Massnahmen-Gegner tauchen vermehrt Drohungen auf. Zuletzt machte etwa eine Fotomontage von Bundesrat Alain Berset die Runde, die den Gesundheitsminister mit Pistole an der Schläfe zeigt. Dies schreibt der Sonntagsblick.

«Die steigende Gewaltbereitschaft der Corona-Leugner-Szene beschäftigt uns stark.»

Fedpol

Im Visier haben die Leute alle, die vor den Folgen der Pandemie warnen: Virologinnen, Journalisten, Politiker. Das Bundesamt für Polizei (Fedpol) nimmt die Entwicklung ernst. Wie watson berichtete, wurde etwa die Genfer Virologin Isabella Eckerle mit Drohmails eingedeckt.

Sprecher Florian Näf sagt: «Die steigende Gewaltbereitschaft der Corona-Leugner-Szene beschäftigt uns stark.» Die Entwicklung sei «besorgniserregend». Laut Näf beobachte man zurzeit eine deutliche Zunahme von Unmutsbekundungen, darunter Drohungen: «Leute, ich kann nicht mehr. Nie hatte ich so einen Hass im Herzen», schrieb ein User im Telegram-Kanal der sogenannten Corona- Rebellen. «Wenn ich das Bild von Herrn Berset sehe, der blanke Hass.» Ein anderer doppelte nach: «Wenn meinen Kindern etwas geschieht, dann hole ich euch Politiker bei euch zu Hause!! Wir kennen eure Adressen!!»

«Wenn meinen Kindern etwas geschieht, dann hole ich euch Politiker bei euch zu Hause!! Wir kennen eure Adressen!!»

Drohung von Corona-Leugner

Die Drohungen würden sich vor allem gegen exponierte Stellen wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) richten und gegen Politiker, die in der Pandemiebekämpfung im Vordergrund stehen. Der Fedpol-Sprecher bestätigt gegenüber dem SonntagsBlick zudem: «In den letzten Monaten mussten die Schutzmassnahmen für einzelne Personen verstärkt werden.» Einzelheiten dazu gibt der Bund nicht preis.

Schwere Ausschreitungen bei Lockdown-Demos im Ausland

Demonstrators throw metallic fences against police during clashes in downtown Barcelona, Spain, Friday, Oct. 30, 2020. Clashes have erupted in a central Barcelona square between anti-riot police and hundreds who had gathered to protest the mandatory closure of bars, restaurants and other businesses in the latest effort to rein in on coronavirus outbreaks. (AP Photo/Emilio Morenatti)

Gewalttätige Demonstranten protestierten in Barcelona gegen Lockdown. Bild: keystone

Es dürfte sich dabei aber insbesondere um Alain Berset handeln. Laut dem SonntagsBlick führte der Bund in Zusammenarbeit mit den Kantonspolizeien zudem sogenannte Gefährderansprachen bei potenziellen Gewalttätern durch. Ein Mittel, das sich bei Islamisten bewährt hat. Noch militanter agieren die Corona-Leugner im Ausland: In Italien, Spanien und Frankreich kam es zu Krawallen bei Anti-Lockdown-Demos, in Deutschland begingen mutmassliche Corona-Leugner gar Anschläge mit Spreng- und Brandsätzen.

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