DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Nationalrat gegen Verschärfung des Jugendstrafrechts

21.09.2015, 19:1022.09.2015, 07:58

Der Nationalrat will straffällige Jugendliche nicht härter anpacken. Er hat eine Motion des Zürcher SVP-Nationalrats Hans Fehr abgelehnt, welche eine drastische Verschärfung des Jugendstrafrechts verlangte.

Bei schweren Verbrechen sollten generell unbedingte Strafen ausgesprochen werden. Zudem sollten verurteilte Jugendliche, die im Heim Schwierigkeiten machen, ins Gefängnis geschickt werden. Fehr wollte auch die maximale Freiheitsstrafe von 4 Jahren erhöhen und Jugendliche bei besonders schweren Straftaten sogar nach dem Erwachsenenstrafrecht beurteilen.

Immer mehr Straftaten von Jugendlichen zeigten eine «unglaubliche kriminelle Energie», sagte er. Hingegen habe man den Eindruck, die Strafen für Jugendliche seien eher ein «Luxusbehandlungsangebot». Fehr verwies auf den Fall Carlos, der nur ein Beispiel unter vielen sei.

Keine Vergeltung

Auf dem Höhepunkt dieser Affäre hatte eine Mehrheit des Nationalrats seine Motion unterzeichnet. Inzwischen scheinen sich die Wogen etwas gelegt zu haben: Fehrs Vorstoss scheiterte mit 89 zu 79 Stimmen bei 8 Enthaltungen.

Justizministerin Simonetta Sommaruga erinnerte daran, dass es im Jugendstrafrecht nicht um Vergeltung gehe. Unbedingte Strafen würden nur ausgesprochen, wenn es gelte, den Jugendlichen von der Begehung weiterer Straftaten abzuhalten. Ausserdem sei der Vollzug im Gefängnis schon heute möglich, allerdings nicht in einem Gefängnis für Erwachsene.

Einen höheren Strafrahmen lehnte Sommaruga ebenfalls ab. Längere Strafen gäben ein Gefühl von Sicherheit, belegen lasse sich das aber nicht, sagte sie. Die Anwendung des Erwachsenenstrafrechts hält sie für kontraproduktiv. Erzieherische und therapeutische Massnahmen seien oft weit wirksamer zur Verhinderung von Rückfällen. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Tessiner VW-Kartell aufgeflogen: Weko verhängt Millionenbusse

Die Eidgenössische Wettbewerbskommission Weko verdonnert ein Kartell von VW-Händlern im Tessin zu einer Busse von 44 Millionen Franken. Die sieben Kartellmitglieder, darunter die Amag, haben jahrelang die Preise von Neuwagen des VW-Konzerns abgesprochen.

Zur Story