Schweiz
Justiz

Jurassischer Bankräuber Marco Müller ist tot

Er spielte kurz bei YB und raubte später Banken aus – nun ist Marco Müller tot

Der Bankräuber Marco Müller ist nach 36 Jahren Flucht am 26. Februar in seinem jurassischen Heimatort Bassecourt gestorben. Der 71-Jährige kam bei einem Unfall auf dem Bahngleis ums Leben.
20.03.2024, 18:0620.03.2024, 20:50

Die jurassische Staatsanwaltschaft bestätigte gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA eine entsprechende Meldung aus der Zeitung «Le Quotidien Jurassien».

Ein altes Fahndungsfoto von Marco Müller.
Ein altes Fahndungsfoto von Marco Müller.Bild: pd

Mithilfe einer vergleichenden DNA-Analyse mit einem Angehörigen von Müller konnte sie den leblosen Körper, der im Februar in der Nähe einer Unterstation des Energiekonzerns BKW gefunden worden war, identifizieren. Die Staatsanwaltschaft schliesst eine Beteiligung von Drittpersonen aus.

Vom Fussballer zum Banditen

In jungen Jahren versuchte sich Müller als Fussballprofi. Er spielte zunächst für Delémont, ehe er für ein Jahr an den BSC Young Boys verliehen wurde, wie Mediensprecher Stefan Stauffiger gegenüber watson bestätigt. Der Durchbruch gelang ihm dort allerdings nicht – am 9. September 1972 kam er zu seinem einzigen Einsatz für die Berner, als er im Spiel gegen den FC Zürich kurz vor Schluss eingewechselt wurde.

Später geriet Müller vom Weg ab und beging diverse Delikte. In den 1980er-Jahren verübte er mehrere Überfälle auf Banken und Geldtransporter. Nach seiner Flucht aus der Strafanstalt Thorberg BE verschwand er von der Bildfläche. Er hätte sich wegen zwei Überfällen auf Geldtransporter in Genf und Delsberg vor Gericht verantworten müssen.

Zuvor war er bereits aus dem Gefängnis der jurassischen Kantonshauptstadt ausgebrochen, wo er wegen anderer Überfälle im Jura und Neuenburg eingesperrt war. Die Gesamtbeute seiner kriminellen Karriere wird auf fast drei Millionen Franken geschätzt. (dab/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Orell Füssli übernimmt Winterthurer Traditionspapeterie
Die Buchhandelsgruppe Orell Füssli Thalia übernimmt die traditionsreiche Papeterie Schoch in Winterthur. Das Geschäft wird am bisherigen Standort und unter dem bisherigen Namen weitergeführt.
Zur Story