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Fall «Carlos»: Drei Ärzte wegen Freiheitsberaubung angeklagt

Im Fall «Carlos» wurde von der Oberstaatsanwaltschaft ein Verfahren gegen drei Ärzte der psychiatrischen Uniklinik Zürich eingeleitet. Es geht um eine mutmassliche Freiheitsberaubung.



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Der 17-jährige Brian in einem SRF-Dokumentarfilm, der den Fall «Carlos» der Öffentlichkeit publik machte. Bild: KEYSTONE

In der langen Geschichte des jungen Straftäters «Carlos» wird ein weiteres Kapitel geschrieben: Die Zürcher Staatsanwaltschaft klagt drei Ärzte der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich, die «Carlos» 2011 behandelt hatten, wegen Freiheitsberaubung an.

Die Anklage wurde Ende März beim Bezirksgericht Zürich erhoben, wie die Staatsanwaltschaft am Dienstag einen Bericht des Regionaljournals Zürich von Radio SRF bestätigte. Der Tatvorwurf lautet auf Freiheitsberaubung und eventuell Gehilfenschaft dazu im Zusammenhang mit einer «Zwangsfixierung der unter dem Pseudonym »Carlos« bekanntgewordenen Person», schrieb die Staatsanwaltschaft.

Weitere Angaben macht die Staatsanwaltschaft nicht. Laut dem Anwalt von Brian, wie der inzwischen 24-jährige Kampfsportler genannt werden will, sollen sie ihn tagelang an ein Bett gefesselt haben. «Sie haben ihn im Alter von 16 Jahren mit einer 7-Punkt-Fixierung 13 Tage lang an ein Bett gefesselt», sagte er gegenüber Radio SRF.

Laut dem Regionaljournal war Brian damals in die Klinik eingewiesen worden, weil er im Gefängnis versucht hatte, sich umzubringen. Im Gefängnis sass er, weil er bei einem Streit einen Jugendlichen mit einem Messer schwer verletzt hatte. Es folgte eine endlose Odyssee durch Gefängnisse, Kliniken und Gerichtssäle.

Die Anträge der Staatsanwaltschaft sollen sich laut dem Anwalt auf Freiheitsstrafen von sieben bis 14 Monaten belaufen. Ein Prozesstermin stehe noch nicht fest. (sda)

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