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Bertrand Tappy erklärt die Philosophie hinter dem Online Geschäft Qoqa

L'ADN QoQa repose sur un seul principe simple et presque bête.
Bertrand Tappy erklärt, wie die DNA eines Unternehmens entsteht.bild: QoQa / Le GQ, montage watson
Röstibrücke

Das Geheimnis der DNA von Qoqa

Was genau ist der Qoqa-Ton? Bertrand Tappy, Kommunikations-Experte des Unternehmens, versucht, ihn zu erklären. Und dafür müssen wir bis nach Japan reisen.
15.03.2026, 09:1815.03.2026, 09:18
Bertrand Tappy / franc-parler

Seit fast 20 Jahren stecken wir mit unserem Team unsere kleinen Otterpfoten in die Angebote und den Blog der Seite. Zwei Jahrzehnte voller Wortspiele, die manchmal an die Sprüche eines Onkels am Ende des Weihnachtstisches erinnern, bewegender Ankündigungen von Erfolgen der Community und Geduld im Umgang mit den tausenden monatlichen Kommentaren im Forum – immer mit einer Aufrichtigkeit, die hoffentlich nie in Frage gestellt wurde.

Röstibrücke

Jeden Sonntag lädt watson Persönlichkeiten aus der Romandie ein, um aktuelle Ereignisse zu kommentieren oder ein Thema ins Licht zu rücken, das sonst zu wenig Beachtung findet.

Mit dabei: Nicolas Feuz (Schriftsteller), Anne Challandes (Schweizer Bauernverband), Roger Nordmann (Berater, ehem. SP-Nationalrat), Damien Cottier (FDP), Céline Weber (GLP), Karin Perraudin (Groupe Mutuel, ehem. CVP), Samuel Bendahan (SP) und die QoQa-Otte.

Und trotzdem stellt man uns, nach all dieser Zeit, immer noch die Frage: «Was genau ist eigentlich der Qoqa-Ton?» Zunächst einmal: Gute Frage. Und um eine Antwort zu finden, schlage ich vor, dass wir uns auf eine Reise … nach Japan begeben!

Übersetzung

Dieser Text wurde von unseren Kolleginnen und Kollegen aus der Romandie geschrieben, wir haben ihn für euch übersetzt.

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Kapitalrisiko.
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Gute Frage ohne Antwort

Vor einigen Jahren (genauer gesagt vor 25 Jahren, was ein wenig schmerzt) habe ich mich intensiv mit dem Shintoismus beschäftigt, bevor ich für einen Monat auf den Archipel reiste. Ich war sehr neugierig, die Grundlagen dieser alten Religion kennenzulernen, die alle Umwälzungen des Landes überdauert hat, einschliesslich der Ankunft des Buddhismus, der amerikanischen Besatzung und des unglaublichen Wirtschaftswachstums nach dem Krieg. Du siehst den Zusammenhang noch nicht? Keine Sorge, ich komme gleich darauf.

Während etwa 100 Millionen Japanerinnen und Japaner seit über 2000 Jahren shintoistische Rituale praktizieren, wurde der Shintoismus nie in einer einzigartigen und endgültigen Form schriftlich festgehalten, wie es bei der Bibel der Fall ist. Wenn du zwanzig Shinto-Priester nach einer Definition fragst, wirst du zwanzig verschiedene Antworten erhalten, von denen jede richtig ist. Das ist kein vager Kunstbegriff, sondern lebendige Tradition. Und genau so ist es auch bei Qoqa.

Wenn du unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fragst, was der Ton des Unternehmens ist, wirst du genauso viele Antworten erhalten, wie es Personen im Büro gibt. Einige werden von einer denkwürdigen Antwort im Forum sprechen, andere von einer Aktion, die 1.3 Millionen Otter gleichzeitig zum Schmunzeln brachte, wieder andere von einer E-Mail, die eher wie ein Brief eines Freundes als wie ein Werbeprospekt wirkte. Und sie haben alle recht, ohne sich zu widersprechen.

Warum? Weil unsere DNA auf einem einfachen Prinzip beruht. Es ist so offensichtlich, dass es fast schon naiv erscheint: Bediene Kundinnen und Kunden so, wie du selbst bedient werden möchtest.

Das ist alles.

So wenig und gleichzeitig so viel. Keine Standardantwort. Keine magische Formel zum Kopieren und Einfügen. Nur dieser innere Kompass, der jede Interaktion lenkt und zwangsläufig leicht unterschiedliche Ergebnisse liefert, je nachdem, wer an diesem Tag arbeitet.

Lass das, was lebt, nicht erstarren

Der Wunsch, alles in einem grossen Handbuch mit strengen, in Stein gemeisselten Regeln zu verfassen, mit einem Katalog erlaubter Formulierungen und verbotener Wörter, würde bedeuten, genau das zu ersticken, was dafür sorgt, dass die Kundinnen und Kunden uns auch nach all diesen Jahren immer noch lesen.

Die Spontaneität. Die Ehrlichkeit. Dieser kleine Hauch von kommunikativer Verrücktheit, der dafür sorgt, dass eine Antwort auf eine Frage zu einer Kaffeemaschine dir an einem trüben Dienstagmorgen im November ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Natürlich haben wir Richtlinien erstellt, aber der Grossteil des Weges kann jede und jeder für sich selbst gehen. Achtung, niemand wird allein gelassen – wir helfen uns gegenseitig.

Eine Denkweise, die durch ihre Praxis verankert wird

Es ist natürlich, dass es eine Art Referenzrahmen braucht, damit neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Ton und den Geist des Unternehmens verstehen. Doch sowohl im Fall des Shintoismus als auch bei einem Unternehmen wie dem unseren sorgen die Taten und ihre Regelmässigkeit dafür, dass man nicht passiv folgt, sondern handelt und verkörpert. Dies gewährleistet eine grössere Nachhaltigkeit einer Philosophie.

Der Shintoismus hat dank seiner Riten, Traditionen und Rituale, die von Mund zu Mund und von Geste zu Geste weitergegeben wurden, Jahrhunderte überdauert. Bei lange bestehenden Unternehmen ist es ähnlich. Ihre Taten übernehmen diese Rolle. Jede gestartete Initiative, jede Interaktion mit einem Kunden, jede unerwartete Nachricht, die ein Augenbrauenhochziehen oder ein Lächeln hervorruft – das ist das Ritual einer lebendigen Unternehmenskultur.

Das ist es, was Jahr für Jahr eine Beziehung formt, die eher einer Freundschaft als einer kalten geschäftlichen Transaktion ähnelt.

Also nein, die Kultur eines «kreativen und menschlichen» Unternehmens sollte niemals perfekt und klar in einem umfassenden, endgültigen Dokument zusammengefasst werden. Aber du wirst sie sofort erkennen, wenn du ihr begegnest. Weil sie mit dir spricht wie ein Mensch. Weil sie von Menschen getragen wird, die an dich gedacht haben – und nicht an ein Häkchen in einem Qualitätssicherungsprozess.

Das sollte zuerst im Herzen eines jeden Menschen sein, bevor es in irgendeinem Handbuch steht.

Bertrand Tappy …
... durchlief die Kulturkommunikation, bevor er zu den Redaktionen von «24 Heures» und «Le Matin Bleu» wechselte, wo er seinen journalistischen Blick bei Reportagen vor Ort in Tadschikistan und im Iran schärfte.

Anschliessend trat er als Redaktionsverantwortlicher in das CHUV ein, wo er unter anderem die Schaffung des populärwissenschaftlichen Magazins «In vivo» leitete. Heute entfaltet er sich bei Qoqa als «Otter mit Feder», eine Rolle, die für Projekte rund um das Unternehmen verantwortlich ist, mit Schwerpunkten auf Schreiben, Kreativität und der Leitung von Podcasts. Zudem ist er Improvisationstheater-Schauspieler in der Compagnie du Cachot.
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