DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Anklageschrift veröffentlicht: So lief die Flucht von Angela Magdici und Hassan Kiko ab

14.07.2016, 15:1315.07.2016, 06:39

Lange waren die genauen Umstände von Angela Magdicis und Hassan Kikos Entweichen aus dem Gefängnis Limmattal unklar. Jetzt sind Details der Flucht ans Licht gekommen. Der «Tages-Anzeiger» beschreibt mit Verweis auf die Anklageschrift den genauen Ablauf.

Hassan Kiko und Angela Magdici.<br data-editable="remove">
Hassan Kiko und Angela Magdici.
Bild: KANTONSPOLIZEI ZUERICH

Am 8. Februar 2016 hat die Gefängnisaufseherhin Angela Magdici demnach dem Gefangen Hassan Kiko ihr Handy gegeben. Dieser kontaktierte damit einen Kollegen und bat ihn, am Bahnhof Dietikon zu warten. Kurz vor Mitternacht begab sich Magdici zur Zelle des Syrers, deaktivierte den Türalarm und befreite den verurteilten Sexualstraftäter. 

Magdici und Kiko verliessen gemeinsam das Gefängnis und stiegen in den geleasten BMW X1. Anschliessend soll Magdici beinahe einen Unfall gebaut haben, als sie eine Verkehrsinsel touchierte und fast mit einem entgegenkommenden Auto zusammenstiess. 

Mit einem solchen Wagen fuhren die Flüchtenden nach Italien.&nbsp;<br data-editable="remove">
Mit einem solchen Wagen fuhren die Flüchtenden nach Italien. 
bild: wikicommons/ThomasGigold

Am Bahnhof Dietikon trafen Magdici und Kiko laut «Tages-Anzeiger» den zuvor kontaktierten Kollegen sowie einen weiteren Bekannten und erhielten ein Mobiltelefon für die Flucht.

Magdici und Kiko fuhren weiter nach Chiasso, wo sie sich erneut mit den beiden Kollegen Kikos trafen. Auf einer Raststätte gaben diese dem Paar einige Hundert Franken Bargeld und eine Kontaktadresse in Italien. Warum das nicht schon beim Rendezvous in Dietikon passierte, ist unklar.

Covo – Norditalien

Am 9. Februar um 3 Uhr morgens überquerten Kiko und Magdici die Grenze und fuhren weiter nach Covo. Dort blieben sie zwei Wochen, bevor sie in die nahe gelegene Stadt Romano di Lombardia fuhren, wo sie am 25. März in einer Mietwohnung verhaftet wurden.  

Gefängnis für Magdici und Kiko gefordert

Die Staatsanwaltschaft Limmattal hat gegen die Aufseherin eine Anklage wegen Begünstigung und Entweichenlassens eines Gefangenen erlassen und  beantragt eine teilbedingte Freiheitsstrafe von insgesamt 27 Monaten, davon 7 Monate unbedingt. Hassan Kiko soll wegen Anstiftung zum Entweichenlassen eines Gefangenen eine unbedingte Haftstrafe von 6 Monaten erhalten. 

Die beiden Fluchthelfer sind bereits zu bedingten Geldstrafen und Bussen verurteilt worden. (wst)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
twint icon
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

6 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Sillum
14.07.2016 15:32registriert April 2014
Nun kann ich endlich ruhig schlafen. Habe ich doch sehnlichst den gefühlten Dreitausendsten Bericht über die total spannende und heldenhafte Flucht gelesen. Allerdings, wenn ich es so richtig überlege fehlt etwas. Hat vielleicht nicht die furchtlose Kämpferin gegen die Tyrannei der Vergewaltiger bei der Flucht vor lauter Aufregung einen Furz losgelassen? Und wenn ja, um welche Zeit? Watson bitte klär uns auf!
435
Melden
Zum Kommentar
avatar
MacB
14.07.2016 15:23registriert Oktober 2015
Bei einem Gefängnisausbruch wird doch ziemlich schnell eine Fahndung ausgeschrieben. Da wird ja wahrscheinlich auch vermerkt sein: Möglicher Fluchtwagen...der verschwundene BMW X1 des Partners. Bild: ..." Wie kann dann so ein Fahrzeug unbehelligt die Grenze überqueren? Stehen da keine Kameras am Zoll? Bsp. im Thurgau wird ja auf einer Autobahn auch jedes Nummernschild erfasst.

P.S.: Das ist keine Kritik, sondern eine interessensbasierte Nachfrage.
214
Melden
Zum Kommentar
6
In der SRF-«Arena» über Geflüchtete stahlen zwei junge Frauen allen anderen die Show
Nicht alle Geflüchtete werden von der Schweiz gleich behandelt. Die SRF-«Arena» diskutierte aktuelle Asyl-Forderungen zum Ukraine-Krieg.

Im Zürcher Leutschenbach spielten sich am Freitagabend irre Szenen ab: Hunderte Kinder, Jugendliche, Familien und Freundinnen schwitzten und spielten unter dem strahlend blauen Himmel. Friede, Freude, Eierkuchen. Sie konnten ihr Glück ausleben, während rund 300 Meter entfernt im SRF-Fernsehstudio über die wüsten politischen und gesellschaftlichen Folgen des Krieges diskutiert wurde.

Zur Story