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Justiz

Von Taliban entführter Berner Polizist bekommt kein Geld von der Versicherung

Olivier David Och und Daniela Widmer waren acht Monate in der Hand von Entführern. 
Olivier David Och und Daniela Widmer waren acht Monate in der Hand von Entführern. Bild: EPA

Von Taliban entführter Berner Polizist bekommt kein Geld von der Versicherung

05.03.2015, 12:1605.03.2015, 12:32

Der Berner Polizist, der 2011 mit seiner Partnerin in Nordpakistan von den Taliban entführt worden war, erhält zu Recht kein Versicherungsgeld für die Folgen seiner posttraumatischen Störung. Das Bundesgericht stützt damit einen Entscheid des Versicherungsgerichts Solothurn. Das Wagnis, das der Mann und seine Partnerin eingegangen seien, rechtfertige die Ablehnung aller Ansprüche, halten die Richter in ihrem Urteil fest.

Das Berner Paar hatte auf dem Heimweg von Indien mit einem VW-Bus den Norden Pakistans durchquert und dabei zum Teil auf eine bewaffnete Eskorte von paramilitärischen Verbänden verzichtet. Sie wurden entführt und konnten acht Monate später ihren Geiselnehmern entkommen.

EDA rät seit 2008 von Reisen nach Pakistan ab

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Die Visana, bei welcher der Mann gegen Unfall versichert war, verweigerte dem Mann in der Folge Geldleistungen gemäss Unfallversicherungsgesetz. Die erste sozialrechtliche Abteilung des Bundesgerichts stützt den Entscheid: Das Paar sei mit seinem Vorgehen ein absolutes Wagnis eingegangen. Das Risiko für Leib und Leben sei bei dieser Routenwahl und diesem Vorgehen nicht auf ein vernünftiges Mass reduzierbar gewesen.

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) rät seit 2008 von Reisen nach Pakistan dringen ab. Auf der Website weist das Departement auf die Gefahren von Terroranschlägen und Entführungen hin. Das Krisenmanagement-Zentrum des EDA hat dem Mann im Juni 2012 für die Aufwände und Auslagen im Zusammenhang mit der Entführung und der Geiselhaft eine Pauschalgebühr von 10'000 Franken in Rechnung gestellt. (whr/sda)

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«Timmy wird sterben und niemand wird mehr an ihn denken»
Peter V. Kunz ist Präsident des Verbands Schweizer Tierschutz. Im Interview mit watson erklärt er, warum wir uns für gestrandete Buckelwale, nicht aber für vernachlässigte Hühner interessieren.
Seit einiger Zeit konzentriert sich das öffentliche Interesse stark auf Einzelschicksale von Tieren. Wir hatten den einsamen Pinguin, der in die falsche Richtung watschelt; dann kam das Äffchen Punch, das wir dabei beobachteten, wie es Anschluss an seine Gruppe suchte. Und seit knapp drei Wochen ist es nun Timmy, der Wal, mit dem Hunderttausende mitleiden. Warum interessieren Tierschicksale so fest?
Peter V. Kunz: Auch als Tierrechtler bin ich ja in erster Linie Mensch. Beim Lonely Penguin hatte ich Tränen in den Augen. Wenn ich Aufnahmen von Timmy oder von Punch sehe, dann bewegt mich das wie jeden anderen auch. Trotzdem habe ich gemischte Gefühle: Denn so sehr mich diese Einzelschicksale bewegen, so irrelevant sind sie letztlich für das Tierwohl im Allgemeinen. Die Tiere, die systematisch leiden, bleiben unsichtbar.
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