Schweiz
Justiz

Nicolas Rimoldi muss erneut vor Gericht

Wegen mutmasslicher Nazi-Beschimpfung: Nicolas Rimoldi muss erneut vor Gericht

Der Mass-Voll-Präsident Nicolas Rimoldi steht heute Mittwoch erneut vor dem Zürcher Bezirksgericht.
19.11.2025, 04:4819.11.2025, 07:27

Der 30-Jährige soll SBB-Transportpolizisten und Securitas-Angestellte am Zürcher Hauptbahnhof als «Nazis» und «Faschisten» beschimpft haben. Auslöser für die mutmassliche verbale Entgleisung Ende Januar 2022 sei eine nicht getragene Schutzmaske im Zug gewesen, schreibt Rimoldi auf Anfrage von Keystone-SDA.

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Äussert gelegentlich Nazi-Beschimpfungen: Nicolas Rimoldi.Bild: keystone

Er habe damals nie eine Maske getragen, weil er über ein ärztliches Attest verfügte. Die Polizei habe auf das Vorweisen des Attests «in zahlreichen anderen Fällen korrekt reagiert». In diesem Fall sei er aber in Handschellen aus dem Zug befördert worden.

Bedingte Geldstrafe gefordert

Auf dem Weg zum Polizeiposten soll er die Transportpolizisten und Securitas-Angestellten dann beschimpft haben. Rimoldi habe gewusst, dass die Bezeichnungen «Nazi» und «Faschist» eine Ehrverletzung seien, so die Staatsanwältin.

Sie fordert eine bedingte Geldstrafe von 30 Tagessätzen zu 110 Franken sowie eine Busse von 600 Franken. Das Bezirksgericht Zürich dürfte das Urteil noch heute Mittwoch eröffnen.

Erst Ende September stand Rimoldi schon einmal in Zürich vor dem Richter. Auch damals ging es um Nazi-Beschimpfungen, Adressat war der frühere Juso-Präsident Nicola Siegrist. Hitler sei Siegrists Vorbild, schrieb Rimoldi auf X, vormals Twitter.

Das Gericht verurteilte ihn erstinstanzlich wegen Verleumdung zu einer bedingten Geldstrafe von 15 Tagessätzen zu 30 Franken.

Nicht das einzige Strafverfahren

Es ist nicht Rimoldis einziger Konflikt mit der Justiz. Auch in Bern wird er sich demnächst vor Gericht verantworten müssen, weil die Juso ihn anzeigte.

Der 30-Jährige, der unter anderem früher Vizepräsident der Jungfreisinnigen Luzern war, galt in der Partei einst als Nachwuchshoffnung. Während der Corona-Pandemie überwarf er sich jedoch mit den Freisinnigen und trat aus der Partei aus.

Im Sommer dieses Jahres kündigte er an, für das Präsidium der FDP Schweiz zu kandidieren. Die Partei wollte jedoch nichts mehr mit ihm zu tun haben und lehnte sein Beitrittsgesuch ab. (sda)

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