Schweiz
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Regierungsrat Mario Fehr, links, und Nationalraetin und Regierungsratskandidatin Jacqueline Fehr, rechts, an einer Wahl-Medienkonferenz der SP des Kanton Zuerich in Zuerich am Donnerstag, 5. Februar 2015. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Fehr vs. Fehr: Im Fall Tobias Kuster schieben sich die beiden Regierungsräte gegenseitig die Schuld zu.
Bild: KEYSTONE

Tobias Kuster ist noch immer flüchtig – Zürcher Regierungsräte beschuldigen sich gegenseitig

Die Frage, weshalb nach Tobias Kuster erst neun Tage nach seinem Verschwinden öffentlich gefahndet wurde, ist weiterhin unklar. Die Direktionen der Regierungsräte Jacqueline Fehr und Mario Fehr schieben sich gegenseitig die Verantwortung zu.



Weshalb wurde die Öffentlichkeit erst neun Tage nach Tobias Kusters Verschwinden über dessen Fahndung informiert? Diese Frage beschäftigt die Parteien, Medien und Öffentlichkeit seit Tagen. Unbegreiflich – auch für «Talk täglich»-Moderator Markus Gilli, der in der Sendung vom Dienstagabend noch einmal bei seinem Gast, Justizdirektorin Jacqueline Fehr, nachhakte.

Sie wiederum schob die Verantwortung der Polizei zu: «Für die Gefahreneinschätzung ist nicht die Justizbehörde, sondern die Polizei verantwortlich», stellte Fehr in «Talk täglich» klar. Die Polizei habe entschieden, nicht öffentlich zu fahnden – bis zu dem Tag des Tötungsdeliktes im Zürcher Seefeld.

Fall Kuster: Wer hat den schwarzen Peter?

Für Jacqueline Fehr ist das Auslösen einer öffentlichen Fahndung Sache der Polizei. Das Interview, in dem es um den Informationsfluss zwischen der Justiz und Polizei geht, wurde jedoch von der Polizei zurück gezogen. Video: © TeleZüri

Ein gezielter Seitenhieb an die Kantonspolizei Zürich und Sicherheitsdirektion von Mario Fehr oder nur ein Versuch, sich selbst von den Anschuldigungen zu distanzieren? Am Mittwochmorgen äusserte sich die Kantonspolizei laut «TeleZüri» gegenüber dem Sender ausführlich zu den Vorwürfen. Am späten Nachmittag habe der Sprecher jedoch alle Aussagen vom Interview zurückgezogen. Die Begründung: Der Fahndungserfolg habe oberste Priorität.

Offenbar versucht man die Dissonanz zwischen den zwei Fehrschen Direktionen intern zu klären. Welche Informationen nach Kusters ausbleibender Rückkehr vom Justizvollzug an die Polizei weitergeleitet worden seien, werde derzeit untersucht, meldet die Justizdirektion gemäss «NZZ».

Was bisher geschah

Eine Flucht wird zum Politikum

Der mutmassliche Mörder Tobias Kuster nutzte die erstbeste Möglichkeit zum Abhauen. Warum hat der gewalttätige 23-Jährige Hafturlaub bekommen? Video: © TeleZüri

(az)

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