Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Härtefall Schule: Lehrpersonen leiden unter dem Druck der Pandemie



In der Covid-19-Pandemie stehen die Schulen unter starkem Druck. Beim Lehrpersonal vermehren sich die Burn-Outs. Die Zahl der im Unterricht abgehängten Schülerinnen und Schüler ist alarmierend hoch. Das fand der VPOD in einer Umfrage unter den Lehrkräften heraus.

1200 Lehrerinnen und Lehrer antworteten im Dezember und Januar auf die Fragen, wie der Schweizerische Verband des Personals öffentlicher Dienste (VPOD) am Donnerstag mitteilte. Im Coronajahr 2020 standen 87 Prozent von ihnen unter einem gewachsenen psychischen Druck.

Obwohl 81 Prozent angaben, dem Lehrplan folgen zu können, war das doch mit grösseren Aufwand verbunden. Bei 59 Prozent sank die Arbeitszufriedenheit, und 31 Prozent fühlten sich weniger gesund.

A teacher wearing protective face mask as she teaches close to pupils at a primary school in Morges, Switzerland, Monday, May 11, 2020. Swiss primary and secondary schools reopened with half of the students during the ongoing coronavirus Covid-19 pandemic. (KEYSTONE/Laurent Gillieron).L'enseignante Corentine Gerber porte un masque alors qu'elle enseigne dans une classe d' ecole primaire a des eleves de 8P de l'Etablissement Primaire de l'ecole vaudoise, EP Morges EST, le jour du retour des eleves lors de la pandemie de Coronavirus (Covid-19) ce lundi 11 mai 2020 au College de Chanel a Morges. Des le 11 mai, les eleves de l'ecole primaire et secondaire vaudoise reprennent l'ecole obligatoire par demi classe et un jour sur deux. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

Die Belastung auf die Lehrpersonen ist gross. Bild: KEYSTONE

56 Prozent der befragten Lehrpersonen gaben an, ihre Schüler hätten aus dem Lockdown vom Frühling 2020 noch Nachholbedarf. In der Deutschschweiz haben 27 Prozent den Eindruck, einige Schülerinnen und Schüler hätten den Anschluss verloren. In der Romandie waren es gar 57 Prozent.

Immerhin erhöhten die Schulen bei 13 Prozent der Befragten in der Deutschschweiz das Nachhilfeangebot. In der Westschweiz intensivierten 46 Prozent den Nachhilfeunterricht.

Bildungsrückstände aufholen

Aus der Umfrage folgert der VPOD, dass die Defizite aus dem Lockdown grosse Aufmerksamkeit brauchen. Die Bildungsrückstände müssten behoben werden. Wie bei der Härtefallhilfe für die Wirtschaft brauche es Mittel, den Schülern wieder auf die Beine zu helfen.

Im laufenden Schuljahr ist es für den Verband nicht sinnvoll, die Benotungs- und Testfrequenzen durchzuziehen. Die Zahl der Prüfungen müsse sinken. Andererseits sind Konzepte nötig, wie Auszubildende auch in diesem vollwertige Abschlüsse erreichen können.

epa08414289 Teacher Sylvain talks to half of his pupils in a classroom at a primary school, in Lully near Geneva, Switzerland, 11 May 2020. In Switzerland from today, the Swiss authorities lifted second part of the lockdown. Classroom teaching at primary and lower secondary schools will again be permitted. Shops, markets, museums, libraries and restaurants reopen under strict compliance with precautionary measures as a precaution against the spread of the coronavirus COVID-19.  EPA/SALVATORE DI NOLFI

Prüfungen sind notwendig, aber momentan schwer durchzuführen. Bild: EPA

Grösseres Gewicht ist gemäss VPOD der psychologischen Betreuung der Kinder und Jugendlichen beizumessen. Beratungsstellen und Jugendpsychiatrie hätten schon mehrmals Alarm wegen der zunehmenden Depressionen geschlagen. Ressourcen zum Erkennen und Lindern der psychischen Not der Heranwachsenden seien ein Gebot der Stunde.

Zudem müssten Kantone und Schulen etwas gegen die Überlastung und Erschöpfung der Lehrkräfte unternehmen. (saw/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

«Bleiben Sie zuhause!»: Corona in der Schweiz in Zitaten

Braucht es wöchentliche Massentests an den Schulen?

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Geheimpapier des Bundes soll Impf-Privilegien zeigen – das musst du wissen

Geimpfte sollen während des Sommers einige Privilegien erhalten, heisst es in einem Aussprachepapier des Bundes. Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Bundespräsident Guy Parmelin hat es in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag» bereits angetönt. Wer sich gegen Corona impfen lässt, soll dafür Vorteile erhalten, etwa beim Besuch von Clubs. Nun wird es etwas konkreter.

Der Blick erhielt nämlich Zugang zu einem vertraulichen Aussprachepapier aus der Feder von Bundesrat Bersets Innendepartement. Demzufolge hat der Bundesrat am Mittwoch entsprechende Beschlüsse gefasst. Das Ziel sei, der Bevölkerung einen Anreiz fürs Impfen zu geben. «Blick» …

Artikel lesen
Link zum Artikel