Schweiz
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Viel Bewegung ist auch schon für kleine Kinder wichtig, um späterem Übergewicht vorzubeugen. (Archivbild)

Mit den neuen Richtlinien will Pro Juventute ein Umdenken in der Gestaltung von Spielplätzen anregen. Bild: KEYSTONE

Viele Schweizer Spielplätze sind nicht mehr zeitgemäss

Pro Juventute regt ein Umdenken bei der Gestaltung von Spielplätzen an. Die Stiftung veröffentlicht Richtlinien für Gemeinden und spricht nicht mehr von Spielplätzen, sondern von «Spielräumen».

Gina Bachmann / ch media



Sie gehören fest zum Inventar eines jeden Schweizer Spielplatzes: Die Rutsche, die Schaukel (besser bekannt unter dem Dialekt-Wort «Riitiseili») und das «Gigampfi» – zu Deutsch die Wippe. In den besser betuchten Quartieren mag ein Sandkasten hinzukommen oder ein Klettergerüst. Abgerundet wird die Komposition zumeist mit zwei, drei Zuschauer-Bänkli für die Erwachsenen.

ZUR THEMATIK DER VON ARMUT BETROFFENEN ALLEINERZIEHENDEN MUETTER UND IHRER KINDER, SCHICKEN WIR IHNEN HEUTE, DONNERSTAG, 12.05.2016, FOLGENDE FINGIERTE UND GESTELLTE BILDSERIE --- [Symbolic Image, Staged Picture, Model Released] A child is playing on the swing of a playground, with the feeder road Emmen South and a skyscraper settlement in the background, photographed on April 21, 2016 in Emmen, Canton of Lucerne. (KEYSTONE/Christof Schuerpf)

[Gestellte Aufnahme, Symbolbild, Model Released] Ein Kind spielt auf der Schaukel eines Spielplatzes, im Hintergrund der Autobahnzubringer Emmen Sued sowie eine Hochhaussiedlung, fotografiert am 21. April 2016 in Emmen. (KEYSTONE/Christof Schuerpf)

Bild: KEYSTONE

Diese Realität der Schweizer Spielplätze stellt Pro Juventute mit einem neuen Leitfaden zur Gestaltung von Spielplätzen in Frage. Die Stiftung veröffentlicht fünf Richtlinien, an denen sich Gemeinden und Grundeigentümer bei der Gestaltung von Spielplätzen orientieren können.

Erste Richtlinien stammen aus den 1970-Jahren

Laut Petra Stocker, die an der Erarbeitung der Richtlinien beteiligt war, hat Pro Juventute eine lange Tradition in der Gestaltung von Spielplätzen. «Die ersten Richtlinien stammen aus den 1970-Jahren und entsprechen nicht mehr den heutigen Bedürfnissen», sagt sie. Die Stiftung hat deshalb in den letzten Monaten die aktuelle Gestaltung von Spielplätzen in der Schweiz unter die Lupe genommen.

Der Befund: «Oft werden Spielplätze am Schluss einer Überbauung auf einer Restfläche gemacht», sagt Stocker. Sie seien meist etwas abgeschottet und rundherum von Sitzbänken umgeben. «Zudem gibt es wenig bewegbare Teile und das Rutschen und Schaukeln wird schnell langweilig», so Stocker. Obwohl es in der letzten Zeit auch positive Entwicklungen gegeben habe, wie etwa der vermehrte Einsatz von naturnahen Materialien wie Holz statt Plastik, müsse nun ein Umdenken stattfinden.

Verschiedene Spielräume sollen ein System bilden

Dass es um ein Umdenken, nicht nur um ein Aufhübschen gehen soll, zeigt schon das Vokabular der Broschüre. So ist nicht mehr von Spielplätzen die Rede, sondern von «Spielräumen». Stocker:

«Ein Spielraum soll ein Naherholungsraum sein, soll offen sein und die Mobilität der Kinder erhöhen.»

So zielen denn auch die fünf Richtlinien in diese Richtung. Pro Juventute regt zum Beispiel an, dass das gesamte Wohnumfeld kinderfreundlich gestalten werden soll. Sportplätze, Schulanlagen, Spielwiesen und andere Aufenthaltsorte sollen ein System bilden und durch ein sicheres Wegnetz verbunden sein. So können Kinder ein Quartier selbständig erkunden. Die Spielräume sollen zudem naturnah gestaltet sein. Ein grosser Baum etwa kann Atmosphäre und Wiedererkennung bieten. Spielräume sollen ausserdem so gestaltet werden, dass sich auch Jugendliche und ältere Menschen gerne dort aufhalten.

Die Pro Juventute-Richtlinien zielen allein auf die Erhöhung der Spielqualität ab. Für die Sicherheitsaspekte eines Spielplatzes gibt es Richtlinien des Bundesamts für Umwelt (Bafu). (aargauerzeitung.ch)

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13Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Füürtüfäli 13.01.2020 08:32
    Highlight Highlight "Viele Schweizer Spielplätze sind nicht mehr zeitgemäss" , wenn es den einen hat.

    Und was die heute in die Neubauten-Siedlungen hinstellen, kann man nicht als "Spielplatz" bezeichnen.



  • Rethinking 13.01.2020 08:07
    Highlight Highlight Was hier natürlich fehlt sind solar betriebene Ladestationen inkl. Wifi Hotspot für Smartphones... 😉
  • who cares? 13.01.2020 08:00
    Highlight Highlight "Riitiseili"? Gireitsli für mich.
  • Weggli 13.01.2020 07:30
    Highlight Highlight Ein Anfang wäre schon mal, dass an einen Sonnenschutz gedacht wird.

    Viele Spielplätze sind im Sommer für die Kinder kaum benutzbar, weil z. B. die Rutsche in der prallen Sonne steht und deshalb grausam heiss wird.
  • Gooner1886 13.01.2020 05:16
    Highlight Highlight Die Blagen brauchen ja auch nur noch das iPad. Bank und Ladestation hinstellen reicht vollkommen. Wäre sogar was gutes für die Allgemeinheit.
    • Amboss 13.01.2020 06:37
      Highlight Highlight Naja in deinem Username steht ja irgendeine komische Jahreszahl. Jetzt weiss ich auch, wofür die steht: Für das Jahr, in dem dein Denken stehengeblieben ist
  • Karoon 13.01.2020 05:07
    Highlight Highlight Früher gingen wir einfach in den Wald. Aber heute wohl viel zu gefährlich.
    • DanielaK 13.01.2020 05:59
      Highlight Highlight Unsere können auch in den Wald. Aber nicht alle haben das Glück so nahe zu wohnen. Manche müssen erst über einige, zum Teil sehr stark befahrene Strassen. Das kann man bei jüngeren Kindern nicht ohne schlechtes Gewissen erlauben.
    • Selbstverantwortin 13.01.2020 06:34
      Highlight Highlight Das dürften die 80er mit gut 6 Mio Einwohner gewesen sein. Damals war Wald näher. Heute für viele Kids kaum erreichbar.
      ‚Schöne‘ neue CH.
    • überflüssig 13.01.2020 08:01
      Highlight Highlight oder es hängt damit zusammen, wo man wohnt? weiss nicht, ob früher für alle ein waldanschluss gewährleister war?
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