Schweiz
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Klimaaktivisten protestieren waehrend ihrer Aktionswoche ?Rise up for Change?, am Freitag, 25. September 2020, auf dem Helvetiaplatz in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)

Klimaaktivisten protestieren auf dem Helvetiaplatz in Bern, September 2020. Bild: keystone

Klimastreik stellt 377-seitigen Aktionsplan vor – die Forderungen gehen weit



Die Bewegung Klimastreik will der Klimaerwärmung mit einem 377-seitigen Aktionsplan zu Leibe rücken. Sie zeigt darin auf, wie die Schweiz bis 2030 ihre Treibhausgasemissionen auf Null senken kann. Zum Plan gehört ein Verbot fossiler Brennstoffe.

Daneben umfasst er eine Solarpflicht, ein Werbeverbot und die Anerkennung der Klimakrise als Fluchtgrund für Asylbewerberinnen und -bewerber, wie die Bewegung am Freitag an einer virtuellen Medienkonferenz bekannt gab. Der Katalog wurde 2020 von Klimastreikenden und Fachleuten verfasst. Insgesamt listet er 138 Massnahmen auf.

Der Klimastreik sah sich zu dem Aktionsplan durch die Untätigkeit von Behörden und Politik gezwungen. Die Institutionen hätten keinen adäquaten Plan zur Lösung der Klimakrise, lautet der Vorwurf der Bewegung.

Mit dem Plan zeige der Klimastreik, dass eine andere Welt möglich sei. Er umfasse die wichtigsten ökologischen und sozialen Massnahmen für einen raschen Umbau von Wirtschaft und Gesellschaft. Es sei noch Zeit, das Steuer herumzureissen, hiess es vor den Medien.

Gesellschaft umkrempeln

Neben ausgeklügelten technischen Massnahmen fordert der Plan auch gesellschaftliche Veränderungen wie etwa die Weiterbildung oder die Umsetzung und Bevorzugung von Menschenrechten und Klimaschutz in Freihandelsabkommen. Klimaschutz müsse die sozialen Folgen berücksichtigen, um einen gerechten Wandel herbeizuführen.

Die Vorschläge würden die Gesellschaft umkrempeln. Anstelle der Werbung sollen Kunst und Bildung zum Zug kommen. Autofreie Städte sollen den Menschen Bewegung zu Fuss, auf dem Velo oder im öffentlichen Verkehrsmittel ermöglichen. Fossile Heizungen will der Klimastreik ersetzen. Für neue Gebäude schlägt die Bewegung ein Moratorium bis 2030 vor.

Ein Jahr Elternzeit

Die Ökonomie soll hin zu einer Care-Gesellschaft umgebaut werden, da die entsprechenden Tätigkeiten klimafreundlicher sind als andere Arten von Beschäftigung. Die Care-Arbeit umfasst Tätigkeiten wie Gesundheitsversorgung, Betreuung von Kindern und Gebrechlichen, Sorge für Tiere und Pflanzen, für Nahrung, für Sicherheit und Hygiene. Eltern sollte gemäss Aktionsplan nach der Geburt ein Jahr Elternzeit haben.

Das stelle der «realitätsfernen Politik von Parlament und Bundesrat» einen pragmatischen und umsetzbaren Massnahmenkatalog entgegen, hiess es an der Medienkonferenz. Die Gesellschaft erhalte ein Fundament mit dem Wohlbefinden aller als Zentrum.

Der Klimastreik bezeichnet den Aktionsplan nicht als final. Vielmehr soll er als gesamtgesellschaftliches Projekt in Gesprächen und Anlässen weiterentwickelt werden. (sda)

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