Schweiz
Leben

Bundesrat verzichtet nun doch auf Kürzung bei J+S-Geldern

Pfadi-Bundeslager bei Ulrichen VS (28.7.2022)
Bis zum Jahr 2030 sprach der Bundesrat weitere Gelder (Archivbild). Bild: Mischa Christen

Pfadi und Blauring können jubeln: J+S-Gelder werden nicht gekürzt

Nach dem Sturm der Entrüstung gegen die Kürzungen bei den J+S-Gelder verzichtet der Bundesrat auch weiterhin auf grosse Kürzungen. Eine Hintertür lässt sich die Regierung aber offen.
27.05.2026, 13:0127.05.2026, 13:01
Michael Graber
Michael Graber

Gute Nachrichten für alle Pfadi und Blauring: Die J+S-Beiträge (Jugend + Sport) werden weiterhin nicht gesenkt. Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom Mittwoch zusätzliche Mittel für die Jahre 2027 bis 2030 gesprochen. So soll gewährleistet werden, dass auch künftig bei Lagern 16 Franken pro Tag und Teilnehmer ausbezahlt werden.

Noch im letzten Jahr hatte das Bundesamt für Sport deutliche Kürzungen angekündigt: Die Beiträge sollten um 20 Prozent sinken. Der Grund war der grosse Erfolg. Da immer mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer an J+S-Lagern und Aktivitäten teilnehmen, war der gesprochene Kredit ausgeschöpft. Das Bundesamt beschloss darauf eine Kürzung der Beiträge. Bei Lagern sollte es nur noch 12.80 Franken pro Tag geben (statt 16) und bei J+S-Kursen (etwa einem Skitag) statt 1.30 Franken nur noch 1.04 Franken.

Der Aufschrei folgte sofort: Die Jugend- und Sportvereine probten den Aufstand. Eine Online-Petition erreichte innert weniger Tage über 180'000 Unterschriften. Die Kritiker befürchten, dass bei geringeren Bundesgeldern die Beiträge für die Jugendlichen erhöht werden und so Lager und Mitgliedschaften in Sportvereinen teurer werden. Gerade für Familien, die den Gürtel eh schon eng schnallen müssten, könnte das ein Ausstiegsgrund sein.

Lagerbeiträge für Eltern müssten erhöht werden

Die Pfadibewegung rechnete in einem Beispiel mit Mehrkosten von rund 40 Franken pro Kind und Lager. Das allerdings bei einem sehr tiefen Lagerbeitrag von 160 Franken. Beträgt dieser heute schon 320 Franken, so wäre eine Erhöhung um 80 Franken nicht unrealistisch gewesen. Denkbar wäre auch gewesen, dass viele Vereine neu auch für Leiterinnen und Leiter einen Beitrag erheben müssten – da wurde allerdings befürchtet, dass damit die Lust auf die Freiwilligenarbeit zusätzlich gesenkt würde.

Schliesslich stoppte der Bundesrat aber die Sparübung. Für die Jahre 2025 und 2026 sprach er zusätzliche Mittel und wendete so die Kürzungen ab. Somit gab es für die rund 700'000 Kinder und Jugendlichen, die jährlich in den Genuss dieser Fördermittel kamen, keine Änderungen. Insgesamt wurden für die beiden Jahre 48 Millionen Franken zusätzlich eingesetzt – 20 Millionen für 2025 und 28 Millionen für das aktuelle Jahr.

In diesem Bereich bewegt sich auch die aktuelle Erhöhung. Für die kommenden vier Jahre spricht der Bundesrat zwischen 21.4 Millionen Franken und 25.6 Millionen Franken zusätzlich. Die Beiträge steigen von Jahr zu Jahr, da auch mit steigenden Teilnehmerzahlen gerechnet wird.

Aber: Sollten wider Erwarten deutlich mehr Kinder und Jugendliche teilnehmen, droht eine Mini-Sparübung. Werden die gesprochenen Mittel überschritten, so werden ausgeschüttete Beiträge um «maximal fünf Prozent» gekürzt. Das wären dann rund 15.20 Franken pro Lagertag. Schmerzlich wäre das für die Jugendvereine aber auch allemal. (aargauerzeitung.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Der grosse Tag ist endlich da: 30'000 Pfadis reisen ins Goms
1 / 20
Der grosse Tag ist endlich da: 30'000 Pfadis reisen ins Goms
Auf Facebook teilenAuf X teilen
«Pfadi ist kein Hobby, es ist ein Lifestyle» – drei Generationen erzählen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
3 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
Amseilruntertaucher
27.05.2026 13:38registriert August 2021
Ja super Bundesrat. Wir fördern das Vereinswesen und die Bewegung. Sollten wider Erwarten deutlich mehr Kinder und Jugendliche teilnehmen, droht eine Mini-Sparübung. Werden die gesprochenen Mittel überschritten, so werden ausgeschüttete Beiträge um «maximal fünf Prozent» gekürzt. So ein Schmarrn. Streicht bei den Wein, Käse und Chüngelizüchter die Suventionen um 5% und gebt es denen, die es wirklich brauchen!
270
Melden
Zum Kommentar
3
So will die Bündner Politik das Mafiaproblem angehen
Die Mafiasituation im bündnerischen Misox ruft die Bündner Politik auf den Plan. Handlungsbedarf sehen die meisten Parteien bei einer Umfrage von Keystone-SDA auf kantonaler, aber auch auf nationaler Ebene.
Zur Story