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Presse sieht im Ja zum Covid-Gesetz einen Sieg der Vernunft

Die Annahme des Covid-Gesetzes zeigt, dass eine klare Mehrheit des Schweizer Stimmvolkes hinter wissenschaftlichen Fakten und dem Bundesrat steht, so der Tenor in der Schweizer Presse. Es sei aber auch ein Auftrag an diesen und Parlament, zu handeln, bevor es noch schlimmer kommt.
29.11.2021, 05:1129.11.2021, 14:17

Tages-Anzeiger

Für den «Tages-Anzeiger» ist das Resultat ein Triumph der Vernunft. Damit sei nach dem ersten Urnengang zum Covid-Gesetz am 13. Juni zum zweiten Mal belegt, dass «die Massnahmengegner, die in den letzten Monaten so laut trychelten und demonstrierten, deutlich in der Minderheit sind». An sie gehe die Verpflichtung, die eindeutige Äusserung des Souveräns zu akzeptieren und mitzutragen. Das klare Ja sei auch ein Auftrag an Bundesrat und Parlament, eine wissenschaftlich fundierte Pandemieabwehr voranzutreiben.

Blick

Für den «Blick» soll der Bundesrat die Mehrheit bei künftigen Entscheiden stärker im Auge haben und entschlossener handeln. Es sei genug herumgeeiert worden. Das Volk belohne die Corona-Strategie der Schweiz mit einem deutlichen Ja. Die pragmatische Schweizer Corona-Politik werde von den Bürgerinnen und Bürgern ganz offenbar unterstützt.

SRF

Derselben Meinung ist das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Innerhalb von nur einem halben Jahr habe die Stimmbevölkerung nun zweimal die Pandemie-Politik des Bundesrates unterstützt. Die grosse Bewährungsprobe für den Bundesrat dürfte jedoch erst kommen, so SRF.

Der Bund

Für den «Bund» befindet sich der Bundesrat auch nach der gewonnenen Abstimmung auf einer Gratwanderung. Die explodierenden Fallzahlen und die neue Virusvariante würden rasch neue Einschränkungen nötig machen. Die Rücksicht auf die freiheitliche Kultur aber werde bremsend wirken, allzu radikale Massnahmen zu verhängen.

watson

Für «watson» sind die Würfel gefallen, es gebe keinen Grund mehr, in der Pandemie-Bekämpfung auf die unsolidarische Minderheit der Ungeimpften Rücksicht zu nehmen. Das Newsportal fordert unter anderem rasche Impfobligatorien für die Berufsgruppen, wo sie rechtlich möglich sind, und eine 2G-Regelung für den Zugang zum öffentlichen Verkehr und allen nichtessenziellen Orten, Dienstleistungen und Menschenansammlungen.

WOZ

Die «Wochenzeitung WOZ» will die Rückkehr zu wissenschaftsbasierter Politik. Zudem sollen Gratistests wieder eingeführt werden, damit die Pandemieentwicklung nachverfolgbar bleibe. Auch brauche es eine Impf- und Boosterkampagne, die diesen Namen verdiene sowie klare Kommunikation statt mutloses Lavieren.

Berner Zeitung

Laut «Berner Zeitung» nützt das deutliche Ja allen. Das vom Volk angenommene Covid-Gesetz erleichtere den Kampf gegen die Seuche. Aber Weitertorkeln wie in den letzten Monaten gehe nicht. Für diese Zeitung erlaubt das Zertifikat eine gewisse Normalität. Dieses immer wieder vorzuzeigen, sei lästig, unzumutbar auf lange Sicht, aber es sei ein taugliches Instrument, um ein bisschen Normalität herzustellen.

Luzerner Zeitung

Ins gleiche Horn stösst die «Luzerner Zeitung»: Das Covid-Zertifikat sei zwar unschön in einer freiheitlichen Gesellschaft, sobald es nicht mehr nötig sei, müsse es abgeschafft werden. Aber es sei allemal besser, als ganze Wirtschaftszweige herunterzufahren.

Basler Zeitung

Den gehässigen Ton der Abstimmungskampagne prangern mehrere Kommentatoren an. So zum Beispiel die «Basler Zeitung». Für sie war der Abstimmungskampf ein Armutszeugnis für die direkte Demokratie im Land. Er sei in gehässigem Ton geführt worden. Wenn bei Teilen der lauten Minderheit der Anstand auf der Strecke bleibe, sei die Politik doppelt gefordert. Sie müsse das Land wissenschaftlich fundiert aus der Krise führen und ein Zeichen setzen.

bz Basel

Für eine konstruktivere Debatte plädiert die «bz Basel». Auch die SVP, die wählerstärkste Partei des Landes, stehe hier in der Verantwortung. Die Strategie des Bundesrats setze viel auf Eigenverantwortung – Stimmbevölkerung, Kantone und Parlament prägten diese mit, setzten aber auch Schranken. Diese Verhandlungsdemokratie sei anstrengend. Aber der Kurs habe sich bislang ausbezahlt und werde von einer «erstaunlich satten, wenn auch leisen Mehrheit» mitgetragen.

24 heures

Die Westschweizer Tageszeitung «24 heures» schreibt, die stille Mehrheit habe gesiegt. Die Gesundheitsdiktatur existiere nicht, denn über zwei Drittel der Stimmbevölkerung hätten den Weg der Regierung gestützt. Die Debatte im Vorfeld sei à la Trump geführt worden. Ein Austausch und Verhalten dieser Art unter Bürgern sei eine Art Virus, das nicht der Höhe der politischen Kultur der Schweiz entspreche.

NZZ

Für die «Neue Zürcher Zeitung» stehen nun die Massnahmen-Skeptiker in der Pflicht, sie sollen zeigen, dass sie wirklich keine Spaltung wollen, denn eine klare Mehrheit stehe hinter der Corona-Politik. Doch auch die Sieger des Tages stünden in der Pflicht. (saw/sda)

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