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Jonas Projer, Chefredaktor Blick TV beim Start von Blick TV im Ringier Pressehaus in Zuerich am Montag, 17. Februar 2020. (KEYSTONE/Walter Bieri)

Jonas Projer schmeisst hin: Der Chefredaktor von Blick TV wechselt zur «NZZ am Sonntag». Bild: KEYSTONE

Ringier-Chef Walder sieht Blick TV trotz Abgang von Projer auf Kurs



Ringier-Chef Marc Walder sieht den Digitalsender Blick TV trotz des überraschenden Abgangs von Chefredaktor Jonas Projer auf Kurs. Er stellte in einem Interview in Abrede, dass der Abgang etwas mit angeblich zu tiefen Nutzungszahlen des vor zwei Jahren lancierten TV-Projekts zu tun habe.

«Wir sind auf Kurs», sagte der Ringier-CEO in einem schriftlich geführten Interview mit der «SonntagsZeitung». Blick TV zähle täglich 600'000 Besucherinnen und Besucher und 1,03 Millionen View-Sessions. «Wir werden weiter wachsen.» Im letzten Sommer waren pro Tag erst über 100'000 Besucher pro Tag ausgewiesen worden.

Marc Walder, CEO von Ringier, anlaesslich des Swiss Media Forums vom Donnerstag, 22.September 2016, im KKL in Luzern.

Ringier-Chef Marc Walder sieht den Digitalsender Blick TV weiterhin auf Kurs – trotz des Abgangs von Jonas Projer. Bild: KEYSTONE

Die Gewinnschwelle ist allerdings in der Ferne. Das Ganze mit etwa Technologien, Studios, Mitarbeitenden und der Vermarktung sei «gut und gerne eine Zehn-Millionen-Kiste», sagte Walder. «Payback planen wir für die nächsten Jahre.» Digitale Projekte seien «super herausfordernd» punkto Rentabilitäts-Planung. Man bewege sich ja meist in einer Welt des Neuen.

Von dem am Freitag bekannt gemachten Abgang von Blick-TV-Chefredaktor Jonas Projer zur «NZZ am Sonntag» erfuhr Walder laut eigenen Angaben erst kurz zuvor. «Projer hat mich vor einer Woche informiert», sagte Walder. Die beiden hätten zweimal dreissig Minuten lang telefoniert.

Walder erklärte, dass es im Team zu Konflikten gekommen sei. «Ein Streichelzoo ist der Newsroom der ‹Blick›-Gruppe nie gewesen», sagte er. Es werde um journalistische Fragen und Linien gerungen sowie um Millionen-Budgets und immer mehr um technologische Ressourcen gekämpft. «Ich habe versucht, zu orchestrieren, zu schlichten.» Manchmal sei dies gelungen, manchmal nicht. Dabei stellte Walder aber klar: «Ein Grund für den Abgang war das nicht.» (sda)

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