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«Heisse» «Miss Juso»: Ombudsstelle heisst Beschwerde gegen SRF-«Late Update» gut



Die im zweiten Wahlgang neu gewaehlte Praesidentin Ronja Jansen, Mitte, an der ausserordentlichen Jahresversammlung der JUSO Schweiz in Trimbach, am Samstag, 31. August 2019. (KEYSTONE/Georgios Kefalas)

Ronja Jansen. Bild: KEYSTONE

Die SRG-Ombudsstelle unterstützt die Beschwerde gegen den Beitrag «Froschmeier trifft Levrat und Zanetti» der Satiresendung «Late Update». Das Aussehen der Juso-Präsidentin sei ironisiert worden und damit sei sie auf ihr Äusseres reduziert und so diskriminiert worden.

Die Präsidentin der Jungsozialisten (Juso), Ronja Jansen, hatte die Sendung des Fernsehens SRF vom vergangenen 6. Oktober beanstandet. In der Sequenz werde sie als neue Juso-Präsidentin als «Miss Juso» und «heiss» benannt.

Dies sei sexistisch, da es stets Frauen seien, die auf eine solche Art und Weise auf ihr Aussehen reduziert würden, obwohl ihr Tätigkeitsfeld nichts damit zu tun habe. Sexistische Stereotype würden damit verstärkt und reproduziert und es werde in der Sendung auch nicht auf die damit verbundene Problematik hingewiesen.

Diese Argumentation wird von Ombudsmann Roger Blum unterstützt. Blum selber wirft die Frage auf, ob eine solche Bemerkung in einer satirischen Sendung Platz habe. «Ich meine nein, weil sie nicht Ihr Handeln und Verhalten auf die Schippe nimmt, sondern Ihr Aussehen ironisiert und Sie damit auf ihr Äusseres reduziert und so diskriminiert», schreibt er.

Die Redaktion habe argumentiert, dass es sich beim fragenden Journalisten um eine Kunstfigur handle, und dass Kunstfiguren immer wieder dazu dienten, um das Verhalten bestimmter Menschentypen zur Kenntlichkeit zu entstellen. Michael Elsener habe sich, aufgrund des öffentlichen Protestes dieser Argumentation folgend, in der nächsten Sendung von den Aussagen der Kunstfigur Frank-Walter Froschmeier selber distanziert.

«Denkt man das zu Ende, dann wäre die Bemerkung des Star-Journalisten nicht sexistisch, sondern eine Kritik am Sexismus», schreibt Blum weiter. Diese Argumentation sei ernst zu nehmen, überzeuge jedoch nicht ganz. Denn eine Kunstfigur müsse typenkonform reden. Als Beispiele nannte er unter anderen Alfred Rassers «HD Läppli» oder Viktor Giacobbos «Harry Hasler».

Diese hätten sich alle typengerecht verhalten. «Dass ein deutscher Journalist einen Romand für einen Franzosen hält, ist noch einigermassen plausibel», schreibt Blum. «Aber ist es typisch für deutsche Journalisten, dass sie sexistisch sind? Hier wird wohl die Kunstfigur etwas überbeansprucht. Darum übernehme ich die Kunstfigur-Theorie nicht.»

Zehn von 170 Sendungen beanstandet

Ombudsmann Blum weist in einer Mitteilung vom Donnerstag weiter darauf hin, dass lediglich zehn der über 170 von Radio und Fernsehen SRF in den nationalen Programmen ausgestrahlten Beiträge zu den eidgenössischen Wahlen beanstandet worden seien. Er unterstützte die Kritik nur in zwei Fällen. Dies zeige, dass journalistisch professionell gearbeitet worden sei.

Die zweite Beanstandung, die gutgeheissen wurde, betraf die Sendung «Rendez-vous». Der Beanstander hatte kritisiert, dass nur vom Frauenschub bei FDP und GLP die Rede gewesen sei. Unterdrückt worden sei aber, dass der Frauenanteil auf den Listen der Grünen und der SP nach wie vor am höchsten sei. SP und Grüne hätten deshalb gemäss Ombudsmann Blum erwähnt werden müssen. (aeg/sda)

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