International
USA

USA und Israel greifen Iran an – das sind die Reaktionen

President Donald Trump shakes hands with Israel's Prime Minister Benjamin Netanyahu at the end of a news conference at Mar-a-Lago, Dec. 29, 2025, in Palm Beach, Fla. (AP Photo/Alex Brandon, File) ...
Israels Premierminister Benjamin Netanjahu und US-Präsident Donald Trump machen im Iran gemeinsame Sache.Bild: keystone

«Die Schweiz ist zutiefst besorgt»: USA und Israel greifen Iran an – das sind die Reaktionen

Am Samstagmorgen haben Israel und die USA den Iran angegriffen. Der Iran reagiert mit einem Gegenangriff. Das sind die ersten Reaktionen.
28.02.2026, 10:4328.02.2026, 14:18

Schweiz

«Die Schweiz ist zutiefst besorgt über die heutigen Angriffe der Vereinigten Staaten und Israels gegen den Iran», schreibt das Eidgenössische Department für auswärtige Angelegenheiten (EDA) auf X. Sie fordere «die uneingeschränkte Einhaltung des Völkerrechts, einschliesslich der Charta der Vereinten Nationen und des humanitären Völkerrechts».

«Wir rufen alle Parteien zu grösstmöglicher Zurückhaltung auf und fordern den Schutz der Zivilbevölkerung sowie der zivilen Infrastruktur», schreibt das EDA in der Reaktion auf den Angriff der USA und von Israel weiter.

Das Aussendepartement betonte nochmals, dass die Schweizer Botschaft einsatzfähig bleibe. «Unsere Guten Dienste stehen den beteiligten Parteien weiterhin zur Verfügung», heisst es in der Mitteilung. Die Schweiz vertritt seit 1980 im Rahmen eines Schutzmachtmandats die Interessen der USA im Iran.

Botschaftspersonal im Iran leicht reduziert

Die Schweiz hat die Anzahl des in der Botschaft im Iran arbeitenden Personals bereits in den letzten Tagen leicht reduziert. Die Vertretung bleibt aber in Betrieb.

Das Schweizer Botschaftspersonal sei in den letzten Tagen von 14 auf 10 Personen reduziert worden, teilte das EDA am Samstagmorgen auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit.

Bund rät von Reisen nach Israel ab

Nach der Eskalation in Nahost in der Nacht auf Samstag rät der Bund von Reisen nach Israel ab. Für den Iran gilt derselbe Hinweis bereits seit einiger Zeit.

Nachdem die israelische Regierung den Notstand ausgerufen und den Luftraum gesperrt hatte, hat das EDA am Samstag mit einer verschärften Reisewarnung reagiert.

Die Entwicklung der Lage sei ungewiss, heisst es. Schweizer Staatsangehörige, die sich in Israel aufhalten, werden vom EDA darauf hingewiesen, dass sie die kommerziellen Transportmittel nutzen sollen, wenn sie das Land verlassen möchten. Der Entscheid zur Ausreise erfolge freiwillig, auf eigenes Risiko und auf eigene Kosten.

Gerhard Pfister: Schweiz sollte Vermittlungsmandat abgeben

Gerhard Pfister, Präsident der Mitte-Partei, sagt gegenüber 20 Minuten, der Angriff sei absehbar gewesen. Er finde, «die Schweiz sollte baldmöglichst das Vermittlungsmandat für die USA im Iran abgeben». Die Situation für die Schweiz werde in diesem Konflikt «immer problematischer». Es sei etwa unklar, welche kurz- oder mittelfristrigen Ziele der Angriff habem

Der scheidende Parteipraesident Gerhard Pfister, Nationalrat Mitte-ZG, reagiert an der Delegiertenversammlung der Mitte Partei, am Samstag, 28. Juni 2025 in Bern. (KEYSTONE/Anthony Anex)
Gerhard Pfister.Bild: keystone

Libanon

Der libanesische Premierminister Nawaf Salam hat erklärt, er werde nicht akzeptieren, dass jemand «das Land in Abenteuer hineinzieht, die seine Sicherheit und Einheit gefährden» – eine offenbar indirekte Botschaft an die Hisbollah, sich nicht zur Unterstützung des Iran einzumischen.

«Angesichts der gefährlichen Entwicklungen in der Region appelliere ich erneut an alle Libanesen, Weisheit und Patriotismus zu zeigen und die Interessen des Libanon und des libanesischen Volkes über alles andere zu stellen», sagte Salam in einer Erklärung auf X.

EU

Nach den Angriffen Israels und der USA auf Ziele im Iran hat EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen die Entwicklung als «äusserst besorgniserregend» bezeichnet. «Wir rufen alle Parteien auf zu grösstmöglicher Zurückhaltung, Zivilisten zu schützen und das Völkerrecht zu achten», schrieb sie auf X.

Die EU setze weiter auf Stabilität und Diplomatie. EU-Ratspräsident António Costa erklärte, die EU werde EU-Bürger in der Region unterstützen und rief ebenfalls zu Zurückhaltung auf.

Die Aussenbeauftragte der Europäischen Union, Kaja Kallas, bezeichnete die Entwicklungen als «gefährlich» und erklärte, sie habe heute Morgen mit dem israelischen Aussenminister gesprochen. «Der Schutz der Zivilbevölkerung und das humanitäre Völkerrecht haben Priorität», sagte sie auf X.

Deutschland

Die deutsche Bundesregierung berät über die Eskalation in Nahost nach den Angriffen Israels und der USA auf den Iran. «Sie beobachtet die Entwicklung genau und befindet sich in enger Abstimmung mit den europäischen Partnern», teilte Regierungssprecher Stefan Kornelius mit.

Kanzler Friedrich Merz (CDU) habe sich ausserdem mit seinen Fachministern der sicherheitsrelevanten Ressorts beraten und werde im Laufe des Tages weitere Gespräche führen. Die Bundesregierung sei am Morgen über die Militärangriffe Israels auf den Iran vorab informiert worden, sagte Kornelius.

epa12782051 German Chancellor Friedrich Merz delivers a speech during a campaign event of the Christian Democratic Union (CDU) party for the state election of Hesse in Volkmarsen, Germany, 27 February ...
Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz.Bild: keystone

Krisenstab tagt

Wie das Auswärtige Amt mitteilte, soll der Krisenstab der Bundesregierung um 12.00 Uhr im Ministerium zusammenkommen. Das Auswärtige Amt stehe in engem Kontakt mit den Botschaften im Iran und in Israel sowie weiteren Vertretungen in der Region, sagte ein Sprecher. Deutsche in der Region seien aufgerufen, sich in der Krisenvorsorgeliste «Elefand» zu registrieren.

Wie aus dem Auswärtigen Amt zu hören war, ist im Iran derzeit eine mittlere dreistellige Zahl deutscher Staatsbürger in der Liste registriert. In Israel ist es eine mittlere vierstellige Zahl und in den palästinensischen Gebieten eine mittlere dreistellige Zahl Bundesbürgerinnen und Bundesbürger.

Frankreich

Der französische Präsident Emmanuel Macron sagte, der Ausbruch eines Krieges zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und dem Iran habe «schwerwiegende Folgen für den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit». Er forderte ein Ende der «anhaltenden Eskalation» und erklärte, der Iran habe keine andere Wahl, als über ein Ende seiner Atom- und Raketenprogramme zu verhandeln.

epa12776132 French President Emmanuel Macron looks on as Felix Tshisekedi (not pictured), President of the Democratic Republic of Congo, arrives for a meeting at the Elysee Palace in Paris, France, 25 ...
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron warnt vor einer Eskalation.Bild: keystone

Frankreich werde auf Ersuchen seiner Partner Ressourcen bereitstellen, sagte Macron und forderte eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates.

USA

US-Senator Lindsey Graham, ein Verbündeter von Präsident Donald Trump, der sich seit Wochen für eine Intervention im Iran einsetzt, bezeichnete die gemeinsame Operation der USA und Israels als «notwendig und seit langem gerechtfertigt».

«Das Ende des grössten staatlichen Sponsors des Terrorismus steht bevor», schreibt Graham auf X.

US-Senator kritisiert Trump-Regierung

Jack Reed, der führende Demokrat im Senatsausschuss für Streitkräfte, kritisierte die Trump-Regierung in einer Erklärung am Samstag dafür, dass sie dem Kongress vor den Angriffen auf den Iran keine «echten Briefings oder Geheimdienstinformationen» vorgelegt habe: «Der Kongress hat keine echten Briefings oder Geheimdienstinformationen erhalten», so Reed.

(Mit Material der Nachrichtenagenturen SDA und DPA)

USA und Israel greifen Iran an – das sagt Trump:

Video: watson/Michael Shepherd

Kanada

Kanadas Premierminister Mark Carney hat sich nach den Angriffen auf den Iran an die Seite der USA und Israels gestellt. «Kanada unterstützt die Vereinigten Staaten bei ihrem Handeln, um zu verhindern, dass Iran eine Atomwaffe erlangt, und um zu verhindern, dass das Regime weiterhin den internationalen Frieden und die internationale Sicherheit bedroht», teilte Carney mit. Der Iran sei die «Hauptquelle von Instabilität und Terror im gesamten Nahen Osten».

Prime Minister Mark Carney takes questions from journalists as he makes his way to a meeting of the Liberal caucus on Parliament Hill in Ottawa, on Wednesday, Feb. 25, 2026.(Justin Tang /The Canadian  ...
Mark Carney, Kanadas Premierminister.Bild: keystone

Carney erklärte weiter, Israel habe das Recht, sich zu verteidigen und die Sicherheit seiner Bevölkerung zu gewährleisten. Sein Land stehe an der Seite des iranischen Volkes «in seinem langen und mutigen Kampf gegen das repressive Regime».

Schah-Sohn Reza Pahlavi

Der Sohn des verstorbenen iranischen Schahs, Reza Pahlavi, hat sich auf Social Media zu Wort gemeldet:

«Wir, das iranische Volk, werden diese letzte Schlacht zu Ende führen. Die Zeit, wieder auf die Strasse zu gehen, rückt näher.»

Zudem richtet er sich auch an das iranische Militär sowie an weitere Sicherheitskräfte des Landes:

«Ihr habt einen Eid geschworen, den Iran und das iranische Volk zu schützen, nicht die Islamische Republik und ihre Führer. Eure Pflicht ist es, das Volk zu verteidigen, nicht ein Regime, das unser Heimatland durch Unterdrückung und Verbrechen als Geisel genommen hat. Schliesst euch der Nation an und helft dabei, einen stabilen und sicheren Übergang zu gewährleisten. Andernfalls werdet ihr mit Khamenei und seinem Regime auf ihrem zerschmetterten Schiff untergehen.»

Grossbritannien

Premierminister Keir Starmer berief am Vormittag eine Sitzung des nationalen Krisenstabs Cobra ein, wie die britische Nachrichtenagentur PA meldete.

London wolle «keine weitere Eskalation zu einem weiteren regionalen Konflikt sehen», zitierte PA einen Regierungssprecher. Iran dürfe niemals Atomwaffen entwickeln, deswegen habe man stets Bemühungen um eine Verhandlungslösung unterstützt, so der Sprecher weiter.

Die Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im britischen Unterhaus, Emily Thornberry, sagte der BBC, es gebe keine Hinweise auf eine britische Beteiligung an den israelisch-amerikanischen Angriffen auf den Iran. Gleichzeitig zweifelte die Abgeordnete der regierenden Labour-Partei die Rechtmässigkeit des Vorgehens Israels und der USA an. «Ich glaube, es gibt keine rechtliche Grundlage für diese Massnahme.» Grossbritannien solle sich nicht hineinziehen lassen, mahnte sie.

Malaysia

Der malaysische Premierminister Anwar Ibrahim sagte, die US-amerikanischen und israelischen Angriffe auf den Iran würden «den Nahen Osten an den Rand einer Katastrophe bringen» Er forderte Washington und Teheran auf, «einen diplomatischen Ausweg zu suchen, anstatt die Eskalation weiter voranzutreiben».

epa12714952 Malaysian Prime Minister Anwar Ibrahim speaks during a press conference with India's Prime Minister Narendra Modi (not pictured), on the second day of Modi's official visit, in P ...
Der malaysische Premierminister Anwar Ibrahim.Bild: keystone

Slowenien

Die slowenische Präsidentin Nataša Pirc Musar erklärte, sie verfolge die jüngsten Entwicklungen «mit grosser Sorge». Sie schreibt auf X:

«Wir erleben eine ernsthafte Eskalation der regionalen Spannungen, die den Frieden und die Stabilität im Nahen Osten gefährden.»

Ukraine

Das ukrainische Aussenministerium erklärt auf X, dass «das Regime in Teheran jede Möglichkeit hatte, ein gewaltsames Szenario zu verhindern», und fügt hinzu: «Wir bekräftigen unsere unerschütterliche Position: Wir wünschen dem iranischen Volk Sicherheit, Wohlstand und Freiheit sowie Stabilität und Wohlstand für den Nahen Osten.»

Russland

Russland hat die Angriffe Israels und der USA auf Ziele im Iran verurteilt und eine umgehende Rückkehr zur Diplomatie gefordert. Umfang und Art der «militärpolitischen und propagandistischen Vorbereitungen» liessen keinen Zweifel daran, dass es sich um einen «im Voraus geplanten und unprovozierten Akt bewaffneter Aggression gegen einen souveränen und unabhängigen Mitgliedsstaat der Vereinten Nationen handelt», teilte das Aussenministerium in Moskau mit. Die Rede war von einem «unüberlegtem Schritt», der gegen das Völkerrecht verstosse.

Die USA und Israel hätten ein weiteres Mal ein gefährliches Abenteuer unternommen, das die Region rasch einer humanitären, wirtschaftlichen und womöglich radiologischen Katastrophe näherbringe. Moskau warf beiden Ländern vor, die Führung eines ihnen unliebsamen Staats beseitigen zu wollen. Die Verantwortung für die negativen Folgen dieser «menschengemachten Krise», einschliesslich einer unvorhersehbaren Kettenreaktion und Spirale der Gewalt liege vollständig bei ihnen, hiess es.

Australien

Der australische Premierminister Anthony Albanese erklärte, sein Land «unterstütze die Massnahmen der Vereinigten Staaten, um den Iran daran zu hindern, Atomwaffen zu erwerben». Er schreibt auf X:

«Australien steht an der Seite des mutigen iranischen Volkes in seinem Kampf gegen die Unterdrückung.»
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
39 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
dmark
28.02.2026 11:17registriert Juli 2016
"Die Deutsche Bundesregierung [...]
«Sie beobachtet die Entwicklung genau und befindet sich in enger Abstimmung mit den europäischen Partnern», teilte Regierungssprecher Stefan Kornelius mit."

Beobachten?
Deutschland hat von der Schweiz gelernt...
259
Melden
Zum Kommentar
39
«Gefährliche Eskalation»: Iran attackiert US-Verbündete in Golfregion
Nach dem Beginn der jüngsten israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran hat Teheran nach eigenen Angaben vier US-Militärstützpunkte in der Region attackiert. Die arabischen Golfstaaten beheimaten gemeinsam Tausende US-Truppen.
Das Verteidigungsministerium in Katar teilte mit, man habe eine Reihe von Angriffen auf das eigene Territorium erfolgreich abgewehrt. Auch eine «zweite Welle» von Angriffen sei abgewehrt worden, die iranischen Raketen hätten Katar dabei nicht erreicht. Die Lage sei unter Kontrolle. Die Menschen wurden aufgerufen, Ruhe zu bewahren. In Katar liegt unter anderem der wichtigste Stützpunkt des US-Militärs im Nahen Osten.
Zur Story