Schweiz
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Die Sonntagzeitung verschiedener Konzerne, Schweiz am Sonntag, NZZ am Sonntag, Sonntagszeitung und Zentralschweiz am Sonntag liegen auf einem Tisch, aufgenommen am Dienstag, 12. April 2016 in Zuerich. Laut der Fruehjahrserhebung 2016 der WEMF AG fuer Werbemedienforschung haben sich die Schweizer Tageszeitungen nach schwierigen Jahren mit schwindender Leserschaft aufgefangen. Besonders die grossen Regionalzeitungen konnten ihre Leserschaft halten, wohingegen die Sonntagsblaetter mit einem Leserschwund zu kaempfen haben. (KEYSTONE/Ennio Leanza)

Überblick über die wichtigsten Meldungen der Sonntagspresse. Bild: KEYSTONE

An'Nur-Moschee, Ski-Tourismus und Atomausstieg – darüber schreibt die Sonntagspresse



An'Nur-Moschee

Die Razzia in der umstrittenen An'Nur-Moschee in Winterthur vom Mittwoch beherrscht die Schlagzeilen der Sonntagspresse. Der Dachverband der Islamischen Organisationen in Zürich (VIOZ) hat den An'Nur-Verein vorübergehend suspendiert. Das habe der Vorstand am Freitag einstimmig entschieden.

Laut der «SonntagsZeitung» hat ein V-Mann der Polizei jene Aussagen des inhaftierten Imams mitgeschnitten, die schliesslich zum Einsatz der Behörden führten. Die Beamten hätten die fraglichen Auszüge aus der Predigt vom 21. Oktober zur Sicherheit professionell übersetzen lassen.

Laut dem «SonntagsBlick» war das nach der Razzia in U-Haft genommene «mutmasslich zuständige Vorstandsmitglied der Moschee» in der Vergangenheit für den Islamischen Zentralrat Schweiz (IZRS) im Einsatz. In der «Schweiz am Sonntag» fordert der Genfer Sicherheitsdirektor Pierre Maudet (FDP) eine bessere Überwachung von inhaftierten Islamisten. Denn: «Viele Dschihad-Reisende wurden in Gefängnissen radikalisiert, ohne dass die Behörden davon erfahren haben.»

Die Zürcher FDP-Nationalrätin Doris Fiala will die rechtliche Handhabe gegen versteckt agierende islamische Organisationen im Land verbessern. In einer Motion, über die die «NZZ am Sonntag» berichtet, fordert sie unter anderem, dass Vereine, die mit Geld aus dem Ausland unterstützt werden, zu einem Handelsregistereintrag verpflichtet werden.

Polizei-Razzia in der An'Nur-Moschee in Winterthur, am Mittwoch, 2. November 2016. 
Am fruehen Mittwochmorgen hat die Kantonspolizei Zürich zusammen mit der Stadtpolizei Winterthur die An'Nur-Moschee in Winterthur durchsucht. Es handelt sich um den

An'Nur-Moschee in Winterthur: Der Dachverband der Islamischen Organisationen in Zürich (VIOZ) hat den An'Nur-Verein vorübergehend suspendiert. Bild: KEYSTONE

EDA verbietet Rede zu Armenien

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat seinem Botschafter Lukas Gasser untersagt, an der Vernissage für ein neues Buch zum Thema «Völkermord an den Armeniern» als Redner aufzutreten. Die Veranstaltung fand am 27. Oktober im Zürcher Archiv für Zeitgeschichte statt. Gasser, Schweizer Botschafter in Armenien, war dabei als Redner vorgesehen, wie die «NZZ am Sonntag» berichtet. Grund für die Absage war laut einer EDA-Sprecherin das Wort «Völkermord» im Untertitel des Buches. Man habe Missverständnisse zur Position der schweizerischen Regierung vermeiden wollen. Die Türkei anerkennt die Deportationen und Exekutionen von Armeniern, denen zwischen 1915 und 1918 mehrere Hunderttausend Menschen zum Opfer fielen, nicht als Genozid.

Hilfe für türkische Richter

Die Schweizerische Vereinigung der Richterinnen und Richter (SVR) hat einen Fonds eingerichtet, um türkische Berufskollegen zu unterstützen, die nach dem Putschversuch im Land sanktioniert wurden. 3500 Richter und Staatsanwälte hätten bereits ihren Job verloren, sagte der Luzerner Bundesrichter Thomas Stadelmann gegenüber der «Zentralschweiz am Sonntag». Einige der Betroffenen kenne er persönlich und habe Kontakt zu ihren Familien. Die Verhafteten, Entlassenen oder Suspendierten hätten nicht nur kein Auskommen mehr, auch seien ihre Vermögensverhältnisse gesperrt worden.

Alpiq will Atomkraftwerke verschenken

Der Stromkonzern Alpiq hat offenbar versucht, seine beiden Atomkraftwerke Gösgen und Leibstadt dem französischen Energiekonzern Electricité de France (EDF) zu verschenken. Laut einem vertraulichen Protokoll, aus dem die «SonntagsZeitung» zitiert, wurde das Geschenk allerdings abgelehnt, da die «EFD in der Kernkraft viele eigene Probleme» habe. Demnach würde Alpiq seine AKW «gerne dem Staat verkaufen, ja sogar für einen symbolischen Preis von einem Franken verschenken». Mit den Kraftwerken werde das Unternehmen in den nächsten zehn Jahren nur noch Geld verlieren.

Neue Jobs dank Atomausstieg

Würde im Zuge der Atomausstiegs-Initiative bis 2030 der AKW-Strom durch erneuerbare Energien ersetzt, gäbe es in der Schweiz tausende neue Stellen. Das prognostiziert eine Studie der ZHAW Wädenswil im Auftrag der Schweizerischen Energie-Stiftung (SES), über die die «Schweiz am Sonntag» berichtet. Wenn gleichzeitig das erste Massnahmenpaket der Energiestrategie 2050, die noch nicht in Kraft ist, umgesetzt wird, würden im Bereich der erneuerbaren Energien in dem Zeitraum fast 7000 Jobs geschaffen. Die neuen Arbeitsplätze entstünden demnach vor allem im Bereich Photovoltaik sowie beim Bau von Biogas- und Windkraftwerken und der Bereitstellung des Energieholzes zur Stromproduktion. Im gleichen Zeitraum würden bei den AKW 1300 Stellen wegfallen, was netto 5700 neue Jobs ergäbe. Bei einer Ablehnung der Initiative am 29. November und gleichzeitiger Realisierung des ersten Massnahmenpakets prognostiziert die Studie noch immer netto 2000 neue Stellen.

Sparbedarf bei der SRG

Der ehemalige SRF-Journalist und heutige SP-Nationalrat Matthias Aebischer ortet Sparbedarf bei der SRG. Sie müsse «nicht weiter wachsen, sondern eher Ballast abwerfen», sagte Aebischer in einem Interview mit dem «SonntagsBlick». Ansetzen könnte man demnach etwa bei den Cheflöhnen und der Anzahl Sender. Er glaube nicht, dass die Spartensender Swiss Jazz und Swiss Classic wirklich nötig seien. Zudem wäre es wichtig, dass SRF in der Deutschschweiz so nahe bei den Leuten wäre wie RTS in der Romandie. Weiter erteilt Aebischer dem Ansinnen, dem SRF Internet-Werbung zu gestatten, eine Absage.

Ski-Tourismus aus Übersee

Derzeit arbeiten alle Hebel gegen Schweizer Wintersportdestinationen. Dieser Ansicht ist Tourismus-Professor Christian Laesser. In einem Interview mit der «Zentralschweiz am Sonntag» und der «Ostschweiz am Sonntag» nennt er das Problem des starken Schweizer Frankens und die Generation der Babyboomer, die langsam aus dem Skisport ausscheide. Die nachrückende, zahlenmässig kleinere Generation habe zudem viel mehr Freizeitoptionen. Schweizer Skigebiete müssten künftig Gäste präziser ansprechen. Er denke etwa an Klientel aus Teilen der USA oder Kanadas, für die eine Flugreise in die Schweiz nicht viel weiter weg sei als Ressorts auf dem nordamerikanischen Kontinent. Der Alpenraum sei im Vergleich zu anderen Skigebieten preisgünstig.

epa04628626 Ski enthusiasts enjoy a day on the slope in the Davos Klosters Ski resort in Davos, Switzerland, 20 February 2015.  EPA/GIAN EHRENZELLER

Skifahrer in Davos-Klosters: Der starke Franken macht dem Schweizer Winter-Tourismus weiterhin zu schaffen. Bild: EPA/KEYSTONE

Skigebiete vor grossen Problemen

Der Anstieg der Schneegrenze und die Abnahme der Gletscherfläche werden viele Skigebiete in der Schweiz vor Probleme stellen. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht über die Folgen des Klimawandels für die Schweiz, an dem der ETH-Professor Reto Knutti mitgearbeitet hat. Gehe man von einem typischen mittleren CO2-Emissionsszenario aus, sei je nach Höhenlage bis Ende des Jahrhunderts mit einer Verkürzung der Schneesaison um vier bis acht Wochen zu rechnen, sagte Knutti in einem Interview mit der «NZZ am Sonntag». Die Schneefallgrenze dürfte bei 500 bis 700 Meter höher liegen als heute. Von den Gletschern in der Schweiz bleibe bis dann nicht mehr viel übrig. Zu erwarten seien künftig längere Sommer mit tendenziell weniger Regen.

Neue Digitalstrategie bei Intersport

Der Sporthändler Intersport hat eine neue Digitalstrategie verabschiedet. In diesem Rahmen wird ein zentrales Center of Excellence mit IT-Experten aufgebaut, das den weltweiten Auftritt entwickelt, sowie Inhalt, Software und Systeme liefert, wie der abtretende CEO Franz Julen in einem Interview mit der «SonntagsZeitung» sagt. Die dazu nötigen Stellen würden aber nicht am Schweizer Hauptsitz in Bern geschaffen, sondern in Amsterdam. Neben London und Berlin spiele «dort die digitale Musik». Ausserdem seien in Amsterdam bereits wichtige Partner wie Nike und Asics ansässig. «Und die Abteilung ist in Amsterdam infolge des schwachen Euros 30 bis 40 Prozent günstiger, als sie es in Bern wäre.» (sda)

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